Aus dem Stadtrat

Waldkraiburger Waldbad: Auf dem Weg zur Sanierung sind noch einige Hürden zu nehmen

Ein 50 Meter-Sportbecken mit Zuschauertribüne soll es auch nach der Sanierung geben. Die Frage ist allerdings, ob es den Teilnehmern des Realisierungswettbewerbs im, Rahmen des vorgegebenen Budgets gelingt, diesen Charakter zu erhalten und das Becken gleichzeitig für Behinderte zugänglich zu machen. Nur dann fließt Fördergeld.
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Ein 50 Meter-Sportbecken mit Zuschauertribüne soll es auch nach der Sanierung geben. Die Frage ist allerdings, ob es den Teilnehmern des Realisierungswettbewerbs im, Rahmen des vorgegebenen Budgets gelingt, diesen Charakter zu erhalten und das Becken gleichzeitig für Behinderte zugänglich zu machen. Nur dann fließt Fördergeld.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Jetzt stehen die Weichen endgültig auf Sanierung am bestehenden Standort: Erwartungsgemäß hat sich der Stadtrat beim Waldbad einstimmig darauf festgelegt. 12,6 Millionen Euro, einschließlich der Fördermittel, stehen dafür zur Verfügung. Doch einige Hürden sind auf diesem Weg noch zu nehmen.

Waldkraiburg – Der nächste Schritt ist ein Realisierungswettbewerb auf der Grundlage des Becken- und Funktionsprogramms, das eine Projektgruppe im Auftrag der Stadt ausgearbeitet hatte. Allerdings bleibt offen, ob dieser Vorschlag tatsächlich 1:1 umgesetzt werden kann.

Zuschuss nur bei Barrierefreiheit des Sportbeckens

Das hängt nicht zuletzt davon ab, ob es den Architekten im Realisierungswettbewerb gelingt, den Arena-Charakter des 50 Meter-Sportbeckens mit Tribüne zu erhalten und gleichzeitig einen barrierefreien oder barrierearmen Zugang innerhalb des festgelegten Finanzbudgets aufzuzeigen.

Unter anderem an die Barrierefreiheit ist die Zusage der Fördermittel aus einem Bundesprogramm in Höhe von 1,6 Millionen Euro geknüpft. Geld gibt es nur, wenn das Sportbecken für Behinderte zugänglich ist. Dass diese Bedingung erst sehr spät bekannt wurde, haben Michael Steindl (UWG) und Stephanie Pollmann (CSU) bedauert.

Stadtrat soll alle wichtigen Entscheidungen treffen

Die Beschlussvorlage der Verwaltung, wonach die Stadtwerke mit der Durchführung eines Planungswettbewerbs beauftragt werden sollten, wurde nach Kritik aus mehreren Fraktionen einvernehmlich in wesentlichen Punkten ergänzt, beziehungsweise präzisiert.

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„Der Stadtrat muss Souverän des Verfahrens bleiben“, betonte CSU-Fraktionssprecher Anton Sterr. Ausdrücklich wird deshalb im Beschluss festgehalten, einen Realisierungswettbewerb durchzuführen. Das bedeutet: Am Ende dieses Wettbewerbs stehen nicht nur Gestaltungsideen, sondern konkrete Planungen. Der Sieger des Wettbewerbs hat einen Anspruch auf Umsetzung seiner Planung.

Beschlossen wurde außerdem, dass der Stadtrat das Ingenieurbüro auswählt, das mit der Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbs beauftragt wird, und die Vorgaben und Kriterien für den Wettbewerb festlegt. Sprecher aus verschiedenen Fraktionen wollen damit sicherstellen, dass der Vorschlag der Projektgruppe auf jeden Fall Grundlage für die Ausschreibung bleibt. Die Kriterien sollen so bald wie möglich im Detail festgeschrieben werden. Auch das Ergebnis des Wettbewerbs muss der Stadtrat billigen.

Wellenbecken ist kein Thema mehr

Ein Wellenbecken, das Valentin Clemente (FDP) noch einmal vorsichtig als Möglichkeit ins Gespräch brachte, wird in diesem Katalog nicht enthalten sein. Es brauche eindeutige Vorgaben, betonte Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Deutlich wurde in der Diskussion im Stadtrat, dass das Projekt unter großem Zeitdruck steht. Bis Ende 2024 muss alles fertig sein, um die Fördermittel nicht zu verlieren. Es dürfe zu keinen wesentlichen Verzögerungen kommen, so Schwunck. Die Hoffnung von UWG-Fraktionssprecher Frieder Vielsack, die Baumaßnahme außerhalb der Saison zu realisieren, wird sich wohl nicht erfüllen. Der Bauamtsleiter: „Die werden wir fürs Bauen nützen müssen.“

Noch einige baurechtliche Voraussetzungen zu schaffen

Um baurechtlich die notwendigen Voraussetzungen zu schaffen, hat der Stadtrat einstimmig beschlossen, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan aufzustellen. Dies sei notwendig, um rechtssicher weiter machen zu können, so Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG). Seit 1955 sei das Areal als „Öffentliche Grünfläche, Badeplatz“ im Flächennutzungsplan ausgewiesen. Das muss entsprechend der tatsächlichen Nutzung in „Sondergebiet Sport“ und „öffentliche Verkehrsfläche, Parkplatz“ umgewandelt werden.

Mit der Sanierung, die rechtlich wie ein Neubau bewertet werde, falle der Bestandsschutz weg, informierte der Bauamtsleiter den Stadtrat. Die Stadt müsse deshalb einen Bebauungsplan aufstellen, um möglichst rechtssicher vorgehen und Verzögerungen bein dem Projekt zu vermeiden.

Dieser Vorschlag der Projektgruppe ist Grundlage für den Realisierungswettbewerb

Zwei Sanierungsvarianten hatte die von der Stadt beauftragte Projektgruppe ausgearbeitet. Der Vorschlag, den die Gruppe mehrheitlich befürwortete:, sieht folgendes Beckenprogramm vor: 50 Meter-Sportbecken mit acht Bahnen und Arena-Charakter mit Zuschauertribüne am bestehenden Standort, Sprungbecken mit 10-Meter-Turm am bestehenden Standort, Neubau eines Erlebnisbeckens (Ersatz für Nichtschwimmerbecken), neuer Kleinkinderbereich und Spraypark (Ersatz für bisheriges Wellenbecken). Diese Variante will der Stadtrat im Realisierungswettbewerb weiter verfolgen.

Die zweite Variante, die die Becken anders anordnet, den Arena-Charakter des Sportbeckens aufgibt und einen 5-Meter-Sprungturm beinhaltet, kommt nicht zum Zug. Ein Wellenbecken, das sich viele Waldbad-Besucher wünschen, ist aus Kostengründen in keiner der beiden Varianten vorgesehen.

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