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Zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres

Haben Waldkraiburgs Unternehmen genügend Lehrlinge?

Lehrstellenmarkt in Rheinland-Pfalz
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Das Ausbildungsjahr 2022 hat am 1. September begonnen: Auch wenn viele Stellen besetzt werden konnten, für nächstes Jahr sie es derzeit schwierig aus
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Am 1. September begann das neue Ausbildungsjahr und für die Unternehmer wird es immer schwieriger, genügend Nachwuchs zu finden - und die Aussichten sind nicht rosig.

Waldkraiburg – Aktuell geht es noch, aber für nächstes Jahr sieht es schon schlecht aus. So könnte die Lage am Ausbildungsmarkt aus Sicht der Unternehmen beschrieben werden. Das ergab eine Stichprobe bei Waldkraiburger Industrieunternehmen.

Am Donnerstag waren für einen Teil der Schulabgänger 2022 die Sommerferien schon wieder vorbei. An diesem Tag begann für sie das neue Ausbildungsjahr. Zeit, einmal nachzufragen, ob Unternehmen ihren Fachkräftebedarf mit Ausbildung (noch) decken können.

Bedarf gerade noch gedeckt

„Die Ausbildungsbereitschaft der Wirtschaft ist ungebrochen hoch“, erklärte auf Anfrage die IHK-Vizepräsidentin und Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, Ingrid Obermeier-Osl. „Das größte Problem für die Betriebe ist nach wie vor, dass es nicht genügend Bewerber für die zahlreichen angebotenen Ausbildungsstellen gibt.“

Die SGF Waldkraiburg wollte dieses Jahr sogar „über Bedarf ausbilden“, wie Katrin Höpfinger, bei SGF für die Ausbildung verantwortlich, erklärte. Doch es fehlte an Bewerbern. So wurden zum 1. September nur 14 Lehrstellen besetzt. In Summe hat SGF derzeit 40 Azubis.

Ähnlich sieht bei Atoma aus. „Wir konnten mit Mühe und Not alle Stellen besetzen“, erklärte aus der Personalabteilung Sabrina Steinz. Sechs Auszubildende haben diese Woche angefangen; 18 hat das Unternehmen in Waldkraiburg insgesamt.

262 Ausbildungsstellen noch unbesetzt

Die IHK für München und Oberbayern verweist auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. Demnach sind im Landkreis Mühldorf 262 Ausbildungsstellen unbesetzt. Das beziehe sich auf alle Bereiche: Industrie und Handel, Handwerk, freie Berufe sowie den öffentlichen Dienst. Endgültige Zahlen liegen frühestens Ende Oktober vor, da Ausbildungsverträge noch später unterschrieben werden können.

Auch bei Dickow konnten dieses Jahr alle Lehrstellen vergeben werden, wie Personalleiterin Bianca Neubig erklärte: „Wir sind zufrieden.“ Das Unternehmen hat jetzt insgesamt 21 Auszubildende.

Mit Blick auf 2023 verdüstert sich das Bild aber bei allen. Es wird immer schwieriger, durch Ausbildung den eigenen Fachkräftebedarf aus eigener Kraft zu decken. „Der Bewerbermarkt wird immer enger“, hat Höpfinger bei der SGF beobachtet. „Es wird immer schwieriger.“

„Aktuell geht es noch“, so Atoma-Personalerin Steinz. „Aber wir wachsen. Wenn es so schwierig bleibt, dann wird es eng.“ Viele berichten, dass es für nächstes Jahr schlecht aussieht. Es sind weniger Bewerbungen da und es lässt weiter nach.

In Waldkraiburg haben im Bereich des Handwerks, so Jens Christopher Ulrich, Pressesprecher der Handwerkskammer für München und Oberbayern, bislang 13 Jugendliche einen Lehrvertrag unterschrieben; im Vorjahr waren es noch 18. Am 1. September hatten in den Landkreisen Mühldorf und Altötting, so Ulrich, insgesamt 386 Azubis eine Ausbildung begonnen; im Vorjahr waren es 348.

Dickow hat, so Neubig, Probleme für den gewerblichen Bereich Bewerber zu finden. Auch Atoma sucht Elektriker. Steinz: Für den Elektriker gibt es fast keine Bewerbungen, „bei Industriemechanikern und Mechatronikern sieht es schlecht aus.“

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. An den Unternehmen kann es nicht liegen. Die besetzen schon jetzt die Ausbildungsstellen für 2023. Sabrina Steinz führt bereits Vorstellungsgespräche und macht Einstellungstests für das kommende Jahr.

Zweiter Bildungsweg attraktiver

Über die Gründe lässt sich nur spekulieren. Die einen vermuten, dass sich viele Abschlussschüler vermehrt für die Fachoberschule und den zweiten Bildungsweg entscheiden. Kreishandwerksmeisterin Helga Wimmer verweist auf Corona: „Nach zwei Jahren Einschränkungen konnten wir endlich wieder auf Ausbildungsmessen und bei Schulbesuchen Kontakt mit den jungen Leuten aufnehmen. Wir brauchen solche Maßnahmen zur Berufsorientierung und Praktika, um Schulabgänger von den Karrierechancen in den rund 130 Ausbildungsberufen des Handwerks zu überzeugen.“

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Und dann gibt es da noch das Problem mit der Unternehmensgröße. „Manche springen bei uns auch wieder aber, weil sie bei größeren Unternehmen doch noch eine Zusage bekommen haben“, stellt Steinz für Atoma fest.

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