„Das kracht, das müssen sie gemerkt haben“

Waldkraiburger Unfallfahrer wollte Polizei austricksen und landet vor Gericht

Mit einem kaputten Außenspiegel hatte sich der 68-jährige Unfallverursacher vom Acker gemacht, ohne sich um den Schaden am anderen Auto zu kümmern
+
Mit einem kaputten Außenspiegel hatte sich der 68-jährige Unfallverursacher vom Acker gemacht, ohne sich um den Schaden am anderen Auto zu kümmern

Ein 68-jähriger Waldkraiburger, der im Dezember 2019 einen Unfall verursacht hat und flüchtete, wollte die Polizei austricksen – und landete jetzt vor Gericht.

Mühldorf/Waldkraiburg – Von solchen Überholmanövern berichtet die Polizei immer wieder: Die Unfallfahrer streifen ein entgegenkommendes Auto, Außenspiegel bersten, das Blech hat Dellen und der Lack Kratzer.

Oft bleiben solche Verkehrsunfälle ungeklärt, weil sich die Verursacher schnell aus dem Staub machen. Werden sie doch erwischt, müssen sie sich als Straftäter vor Gericht verantworten.

Lesen Sie auch: Lebensbedrohliche Messerattacke aus Eifersucht? Frau in Waldkraiburg schwerst verletzt

Im Dezember 2019 ereignete sich ein solcher Unfall auf der Staatsstraße zwischen Taufkirchen und Kraiburg. Ein 68 Jahre alter Rentner aus Waldkraiburg überholte einen Traktor und touchierte dabei einen entgegenkommenden Audi. An beiden Autos gingen unter anderem die Außenspiegel zu Bruch. Nun landete der Fall vor dem Mühldorfer Amtsgericht.

Kaputten Außenspiegel ausgetauscht

„Das kracht ganz schön, das müssen Sie gemerkt haben“, sagte der Richter. Am Audi war ein Schaden in Höhe von 3000 Euro entstanden. Der Unfallverursacher hatte sich davongemacht. Statt die Polizei zu verständigen, ersetzte er flugs den kaputten Außenspiegel, den die Ordnungshüter dann in seinem Keller in einer Schachtel verstaut fanden, durch einen neuen. Durch eine am Traktor angebrachte Kamera konnte ihn die Polizei jedoch ermitteln.

Lesen Sie auch: Unfallflucht nach Parkrempler: Reicht Zettel von Zeugen?

Im August stellte sie den Führerschein des Unfallfahrers sicher, die Staatsanwaltschaft erwirkte einen Strafbefehl über 40 Tagessätze à 50 Euro, also insgesamt 2000 Euro. In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Mühldorf wollte der Waldkraiburger nun eine geringere Strafe erreichen.

Führerschein weg – und 1.200 Euro Strafe

Während sich der Richter Notizen für sein Urteil machte und die Strafe berechnete, erzählte der Angeklagte freimütig seinem Rechtsanwalt, wie er seine missliche Lage im Bekanntenkreis kommuniziert: „Ich sage, dass ich eine gesundheitliche Auszeit vom Fahren brauche.“

Drei weitere Monate wird er diese Geschichte noch erzählen müssen, denn so lang bleibt sein Führerschein durch das Urteil entzogen. Mit Blick auf das Einkommen des Rentners reduzierte der Richter die Strafe auf 40 Tagessätze à 30 Euro. Der Unfallfahrer akzeptierte sie. nem

Mehr zum Thema

Kommentare