Mühldorfer Hart

Waldkraiburger Stadtgeschichte: Streit um Staatsforst – Altmühldorf will Stück vom Kuchen

Das Luftbild aus dem Jahr 1971 eröffnet die Perspektive vom Westen auf die Stadt und den Staatswald „Mühldorfer Hart“ im Osten, der nicht nur bei der Stadt Waldkraiburg, sondern auch bein anderen Gemeinden Begehrlichkeiten weckt.
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Das Luftbild aus dem Jahr 1971 eröffnet die Perspektive vom Westen auf die Stadt und den Staatswald „Mühldorfer Hart“ im Osten, der nicht nur bei der Stadt Waldkraiburg, sondern auch bein anderen Gemeinden Begehrlichkeiten weckt.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Der Streit um die Eingemeindung des Staatsforstgebietes „Mühldorfer Hart“ geht weiter. Nach Waldkraiburg und Ampfing meldet in der Woche vor 50 Jahren auch die Gemeinde Altmühldorf Ansprüche an.

Waldkraiburg – Altmühldorf fordert einen großen Teil des Kuchens, das gesamte Gebiet zwischen Innkanal und Bahnlinie bis zur Stadtgrenze von Waldkraiburg, und stößt damit auf heftigen Widerspruch aus der Stadt. Dessen Bürgermeister Josef Kriegisch wird mit den Worten zitiert: „Altmühldorf hat 1798 Einwohner, eine Zahl, dei dem Zuwachs Waldkraiburgs in eineinhalb Jahren entspricht. Dazu verfügt Altmühldorf über 840 Hektar Gemeindegebiet, Waldkraiburg mit über 17 000 Einwohnern dagegen nur über 666 Hektar.“

Waldkraiburg zieht Eingemeindungsantrag vor

Weil die Angelegenheit aber wohl noch Jahre dauern wird, zieht die Stadt den Eingemeindungsantrag für eine Fläche von 66 Hektar nördlich der Daimlerstraße vor. Es brauche dringend Platz für ein neues Baugebiet, so der Bürgermeister. Selbst für das Gebiet rund um eine Müllgrube an der Graslitzer Straße, die noch zwei bis drei Jahre betrieben wird, gibt es doppelt so viele Bewerber wie Parzellen. Ihre Waldkraiburger Premiere feiert die erste Kurzparkzone der Stadt. Mit Parkscheibe dürfen Autos eine Stunde lang auf zwölf Stellplätzen vor der Stadtverwaltung abgestellt werden.

Prinzengarde tanzt vorwiegend auswärts

Die Waldkraiburger Prinzengarde ist startbereit. Doch sie tanzt nicht in Waldkraiburg. Die Garde in den Stadtfarben wird kaum von den örtlichen Veranstaltern gebucht. Beim ersten Auftritt vor heimischen Narren am 23. Januar ist der halbe Fasching schon vorbei. Auswärts, in München, Töging, Braunau und Haag, sind die Tänzerinnen dagegen begehrt. „Der Prophet im eigenen Land gilt seit Jahrtausenden nichts“, schreiben dazu die Waldkraiburger Nachrichten.

Gleich drei Waldkraiburgere Betriebe suchte ein junger Einbrecher heim. Wenig später stellt er sich in der Polizeistation mit der Bitte, eingesperrt zu werden.

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