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Bei Kindern Leselust wecken

„Bücher können auch cool sein“ – Waldkraiburger Stadtbücherei ausgezeichnet

Was „Mama Muh“ bei ihrem Ausflug in die Bücherei erlebt, das liest Büchereileiterin Bianca Mertin den Vorschulkindern von Maria Schutz vor.
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Was „Mama Muh“ bei ihrem Ausflug in die Bücherei erlebt, das liest Büchereileiterin Bianca Mertin den Vorschulkindern von Maria Schutz vor.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Stadtbücherei Waldkraiburg tut viel, um bei Kindern Leselust zu wecken. Dafür wurde sie jetzt belohnt.

Waldkraiburg – Eine Kuh in der Bücherei, die sich einen Leseausweis erstellen lässt? In der Welt von Mama Muh ist vieles möglich. Die geht rutschen, braucht mal ein Pflaster oder schaukelt im Wald. In ganz neue Welten kann man beim Lesen eintauchen. Damit die Kinder die Lust am Lesen gewinnen, unternimmt die Stadtbücherei im Haus des Buches einiges. Und ist dafür kürzlich mit dem „Lesezeichen“ geehrt worden.

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„Eine Kuh in der Bücherei. Mich trifft der Flügelschlag.“ Mit heller, krächziger Krähenstimme zieht Büchereileiterin Bianca Mertin die Vorschulkinder aus dem Kindergarten Maria Schutz ihren Bann, als sie aus dem Buch „Mama Muh in der Bücherei“ vorliest. Zuvor haben sie alle gemeinsam der Krähe geholfen, das Wort „Traktor“ zu buchstabieren. Spielerisch geht es an diesem Vormittag quer durch die Bücherei, die Kinder gewinnen den Bezug zu den Büchern“ und lernen das Haus des Buches kennen.

Programm gibt es seit zehn Jahren

Ein wesentlicher Bestandteil der Leseförderung im Haus des Buches. „Wir wollen die Kinder bekannt machen mit dem Gebäude und der Funktion“, sagt Bianca Mertin. Ein erster Schritt, um die Schwellenangst zu überwinden. „Viele Kinder kennen zwar das Gebäude, können aber damit nichts anfangen. Woher soll man es wissen, wenn man vorher noch nicht drinnen war“, sagt Mertin.

Damit Kinder alleine in die Bücherei gehen können

Weil es immer öfter vorkam, dass Kinder den Weg allein nicht in die Bücherei finden, hat man vor zehn Jahren das Programm aufgebaut. Kindergärten und Schulen sind nicht nur zu Gast, sondern mit ihnen werden auch Projekte durchgeführt. Seitdem sind Waldkraiburger Schulkinder bis zur sechsten Klasse bis zu sieben Mal zu Gast in der Bücherei. „Mehr ist personell nicht möglich.“ Außerhalb der Schulzeit vervollständigen Erzählwerkstätten, Lego-Spielstätten oder der Sommerferien-Leseclub das Angebot.

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Für die Leseföderung ist das Haus des Buches kürzlich mit dem „Lesezeichen“ ausgezeichnet worden. Den Preis vergibt die Bayernwerk Netz GmbH (Bayernwerk) in Kooperation mit der Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen der Bayerischen Staatsbibliothek und dem Sankt Michaelsbund jährlich an Bibliotheken in ganz Bayern. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert und soll in neue Medien investiert werden.

11.000 Bücher im Angebot

Das Medienangebot für Kinder ist groß: Aus rund 11 .000 Büchern, Hörbüchern oder CD‘s können sie wählen. Das macht etwa ein Drittel des Gesamtbestands aus. Allein 1040 Bilderbücher gibt es im Haus des Buches. „Das sind unsere Dauerbrenner. Fast zwei Drittel davon sind immer ausgeliehen“, erklärt Mertin.

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Schon Kleinkinder kann man beim Vorlesen für Bücher begeistern. „Vorlesen ist wichtig“, sagt Sonja Wirnsberger. Als Literaturpädagogin ist sie in die Leseförderung im Haus des Buches eingebunden. Wer nicht über die Eltern den Bezug zu Büchern bekomme, den müsse man in der Schule erreichen. „Es gibt viele engagierte Lehrer, die Bücher in die Klasse bringen. Ein Bücherbrett allein reicht nicht, um die Lust am Lesen zu wecken“, sagt sie. Dabei spiele es keine Rolle, was Kinder lesen. „Man liest nur das, was einem gefällt. Da sind Erwachsene auch nicht anders. Auch Comics sind Lesen.“

Wiederkommen mit den Eltern

Was oft fehlt: Die Beschäftigung mit Büchern, sodass man sich dafür interessiert und erkennt: „Bücher können auch cool sein.“ Mit Geschichten zu Filmen und Computerspielen könne man die Kinder begeistern. Und die Aktionen und Workshops in der Büchereien zeigen: Selbst hyperaktive Kinder lassen sich sehr gut einbeziehen und finden es oft sehr spannend.

Kinder wollen wieder kommen

Der Vormittag in der Bücherei für die Vorschulkinder ist schnell vorbei und die sind sich einig. „Uns hat‘s gefallen.“ So wie Annika, Sonja und Greta waren auch schon andere Kinder des Öfteren mit ihren Eltern in der Bücherei, andere hingegen an diesem Morgen zum ersten Mal da. Aber bei diesen Kindern scheint, dass die Leseförderung der Bücherei Erfolg hat. Denn sie wollen wieder einmal kommen, dann mit ihren Eltern und mehr über die Abenteuer von Mama Muh und der Krähe erfahren.

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