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Unterstützung daheim

Waldkraiburger Sozialunternehmen kämpft für Eingliederung von Schwerstabhängigen

„Ich bin froh über unser Netzwerk“, sagt Dagmar Greck (rechts), aufsuchende Sozialarbeiterin bei der Stadt, hier bei der Übergabe einer Wasch-Trockner-Kombination an Geschäftsführer Jochen Stöpel und Mitarbeiterin Silke Schröter von der Eingliederungshilfe StoePlus. Das Gerät wurde mit Mitteln des städtischen Sozialfonds gekauft.
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„Ich bin froh über unser Netzwerk“, sagt Dagmar Greck (rechts), aufsuchende Sozialarbeiterin bei der Stadt, hier bei der Übergabe einer Wasch-Trockner-Kombination an Geschäftsführer Jochen Stöpel und Mitarbeiterin Silke Schröter von der Eingliederungshilfe StoePlus. Das Gerät wurde mit Mitteln des städtischen Sozialfonds gekauft.
  • VonErika Fischer
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Seit 2017 begleitet sie suchtabhängige Menschen – die therapeutische Eingliederungshilfe StoePlus in der Prager Straße. Das Sozialunternehmen arbeitet dabei mit Stadt, Behörden sowie medizinischen und sozialen Einrichtungen zusammen.

Waldkraiburg – Die Eingliederungshilfe vor allem für Schwerstabhängige, die auch eine Niederlassung in Neuötting hat, ist kaum bekannt. Vier Frauen, alle ausgebildete Sozialpädagoginnen und Heilerziehungspflegerinnen, wollen „Hilfe vor Ort und mitten im Leben“ leisten, wie es in einem Leitspruch der Suchthilfe heißt. „Der erste Schritt muss von den Betroffenen gegangen werden“, sagt Teamleiterin Sigrid Billmaier. Diese müssten eine Entscheidung für das Leben treffen. „Aus Betroffenen sollen Beteiligte werden.“ Begleitet werden die Beteiligten in deren Wohnung, im vertrauten Umfeld.

Fortschritt sieht für jeden anders aus

Zunächst bauen Billmaier und ihre Kolleginnen mit Personen, die sich helfen lassen wollen, behutsam den Kontakt auf, in der Regel mit einem Anruf. So soll Vertrauen entstehen. „Wir arbeiten völlig zieloffen, das heißt die Hilfesuchenden stecken sich ihre Ziele selbst. In kleinen Schritten versuchen wir, diese Ziele zu fixieren.“

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Für manche ist es beispielsweise schon ein gewaltiger Fortschritt, statt drei Flaschen Wein täglich nur zwei zu trinken. Es kann auch sein, dass fehlende Sozialkontakte – gerade jetzt in Corona-Zeiten – zur Sucht geführt haben. Sie sollen wieder aufgebaut werden.

Eingliederungshilfe mit mehr Klienten

Laut Geschäftsführer Jochen Stöpel ist die Zahl der Klienten seit Corona-Beginn nicht merklich angestiegen. Er rechnet aber damit, dass nach einer Lockerung des Lockdown die Zahl der Hilfesuchenden wachse, teils wegen finanzieller Schwierigkeiten, teils durch häufigeren Suchtmittelkonsum.

„Wir versuchen, auch zu helfen, wenn Mietschwierigkeiten auftreten“, sagt Teamleiterin Sigrid Billmaier. „Dabei ist uns besonders bei der Suche einer Notunterkunft Dagmar Greck behilflich.“

Greck: Soziales Netzwerk funktioniert

Die aufsuchende Sozialarbeiterin der Stadt ist eine von mehreren Partnerinnen, mit denen StoePlus zusammenarbeitet, ebenso wie das Medizinische Versorgungszentrum in der Mozartstraße, das Job-Center, das Landratsamt oder die Caritas, die Betroffenen zum Beispiel mit der Schuldenberatung zur Seite steht.

„Ich bin froh über unser gut funktionierendes Netzwerk“, sagt Dagmar Greck. Sie freut sich darüber, dass es eine solche Einrichtung in Waldkraiburg gebe, die nicht nur Betroffenen helfe, „mit Suchtmitteln jeder Art beherrscht umzugehen, sondern ihnen ermöglicht, körperlich und psychisch gesund zu werden und regulierte Beziehungen aufzubauen, ja sogar in Ausbildung oder Arbeit Fuß zu fassen“.

Ausgewogene Tagesstruktur als Ziel

Mit Mitteln aus ihrem Sozialfonds hat die Stadt deshalb kürzlich eine Waschmaschine mit Trockner für die Niederlassung in der Prager Straße zur Verfügung gestellt, damit dort notfalls die Wäsche für die Klienten gewaschen werden kann.

Für so manchen Suchtkranken ist es sicher schon ein hochgestecktes Ziel, sich eine ausgewogene Tagesstruktur aufzubauen. Ergebnis einer vertrauensvollen Betreuung mit zahlreichen Einzelterminen kann dann sein, eine Clean-Phase zu erreichen, die man zu stabilisieren versucht, so dass schließlich sogar Abstinenz aufrecht erhalten werden kann – und das immer in der eigenen Wohnung.

Begleitung für Schwerstabhängige

Die therapeutische Eingliederung durch StoePlus kann jeder suchtkranke Erwachsene über 21 Jahren in Anspruch nehmen. Bei einem Einkommen unter 1850 Euro im Monat übernimmt die Kosten der Bezirk Oberbayern. StoePlus existiert seit 2017 und betreut in den Niederlassungen in Waldkraiburg und Neuötting derzeit rund 70 – vorwiegend schwerstabhängige – Personen jn den beiden Landkreisen.

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