Benachrichtigung am 19. Dezember

Waldkraiburger Seniorin ärgert sich über langes Warten auf den Corona-Impftermin

Wann krieg ich endlich meinen Impftermin? Diese Frage bewegt im Moment viele Senioren. Sie müssen sich auch im Landkreis Mühldorf gedulden, weil zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht.
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Wann krieg ich endlich meinen Impftermin? Diese Frage bewegt im Moment viele Senioren. Sie müssen sich auch im Landkreis Mühldorf gedulden, weil zu wenig Impfstoff zur Verfügung steht.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Nach wie vor ist der Impfstoff knapp. Das verzögert die Terminvereinbarung und führt zu großen Verunsicherungen insbesondere bei Senioren, die sich schon vor Weihnachten zur Corona-Impfung angemeldet hatten, bis heute aber keinen Impftermin haben. So wie Elsbeth Grytzyk aus Waldkraiburg.

Waldkraiburg – Dabei hatte sich die 84-Jährige so gefreut, als sie schon am 19. Dezember Post aus dem Landratsamt bekam. „Mühldorf ist Klasse“, habe sie damals gedacht. „Freunde in meinem Alter in anderen Landkreisen konnten zu dieser Zeit nur von einer Einladung träumen.“

Auch der Hausarzt war erstaunt

Das lange Warten auf den Impfstoff verunsichere die Leute, sagt Elsbeth Grytzyk.

Sofort sei sie ans Telefon und habe angerufen, berichtet Grytzyk. Name, Adresse, Telefonnummer seien von ihr aufgenommen worden. Sie werde telefonisch verständigt, sobald es einen Impftermin gebe, hieß es. Sollte das bis 10. Januar nicht geschehen, solle sie sich noch einmal melden. In der ersten Januarwoche wurde die Waldkraiburgerin nervös, vor allem, als am 7. Januar auch ihr Hausarzt überrascht war, dass sie noch nicht geimpft sei? Der Mediziner riet ihr dazu, nochmal anzurufen. Man habe sie wohl vergessen, so seine Vermutung.

2300 Bürger der Priorisierungsgruppe 1 stehen auf Reservierungsliste

Das tat die 84-Jährige. Und weil sie befürchtete, dass sie nicht erfasst worden sei, irgendein Fehler passiert sei, meldete sie sich in ihrer Not unter der Nummer für Terminabsagen. Dort habe sie erfahren: Die Warteliste werde abgearbeitet. Sie solle sich gedulden. Ob sie überhaupt auf der Liste steht, erfuhr sie nicht. Grytzyk steht auf der Reservierungsliste, so wie 2300 Landkreisbürger der Priorisierungsgruppe 1. Das hat das Landratsamt mittlerweile klar gestellt. Sie werde kontaktiert und ein Termin vereinbart, sobald genügend Impfstoff vorhanden ist.

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Behörde: Impfstoff noch sehr knapp

Und das ist unverändert das Problem und der Grund für die langen Wartezeiten. Eine Terminvereinbarung könne nur erfolgen, wenn klar sei, wann der Impfstoff geliefert werde, so eine Sprecherin. „Insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Impfstoff von Biontech, innerhalb von vier Tagen verimpft werden muss, muss die Terminierung exakt auf die Impfstoffverfügbarkeit abgestimmt werden.“ Liefermengen und Lieferzeitpunkte werden nach Angaben des Landratsamtes nach wie vor sehr kurzfristig vom Freistaat bekannt gegeben. „Der Impfstoff ist insgesamt noch sehr knapp.“ Erst wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehe und die Liegerungen regelmäßig erfolgen, könne die Terminierung hochgefahren und die Kapazität des Impfzentrums voll ausgenutzt werden.

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Weil Frau Grytzyk auf der Reservierungsliste steht, müsse sie nichts unternehmen. Personen, die diesbezüglich Fragen haben, sollen sich an das BRK unter Telefon 0 86 31/18 60 90 melden. Alle Personen auf der Reservierungsliste werden noch einmal schriftlich über die Vorgehensweise informiert, so das Landratsamt.

Grytzyk: Lange Wartezeit schadet Impfbereitschaft

Die Waldkraiburgerin, der das Warten auf den Impfstoff schon wie eine „unendliche Geschichte“ vorkommt, kann also sicher sein, dass sie geimpft wird, ärgert sich aber trotzdem. „Wenn es denn am Impfstoff liegt, hätte man das doch klipp und klar sagen können.“ Sie befürchtet, dass durch die Verzögerungen bei der Impfstoff-Auslieferung und die damit verbundene Verunsicherung Aufforderungen und Kampagnen, sich impfen zu lassen, ins Leere laufen könnten. hg

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