Waldkraiburger Kirchen bieten lokale Telefonseelsorge an

Zuhören und helfen, wo es Not tut: Dieses Angebot machen die Seelsorger der Waldkraiburger Kirchen, Pfarrer Lars Schmidt und seine Kollegen der evangelisch-lutherischen, der römisch-katholischen und der evangelisch-freikirchlichen Gemeinden, den Menschen in Zeiten von Corona. Grundner
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In Zeiten wie diesen tut Zuspruch, tut Hilfe Not. Doch wie soll das gehen, wenn alle aufgrund des Coronavirus Distanz halten müssen. Die Waldkraiburger Kirchen setzen auf die lokale Telefonseelsorge.

Waldkraiburg –Die Waldkraiburger Kirchen setzen auf fernmündliche Kommunikation. Auf Initiative des evangelischen Pfarrers Lars Schmidt haben sich die Seelsorger der katholischen, der evangelisch-lutherischen und der evangelischen-freikirchlichen Gemeinden zusammengetan. Sie bieten gewissermaßen eine ökumenische Telefonseelsorge vor Ort an. Auch um die überregionale Telefonseelsorge zu entlasten, wo die Anrufe in den letzten Tagen sprunghaft angestiegen sind.

Pfarrer Schmidt: Wir wollen für die Menschen da sein

„Wir können in solchen Zeiten nicht rumsitzen und die Arbeit abbauen, die liegen geblieben ist. Wir wollen für die Menschen da sein“, sagt Pfarrer Lars Schmidt. Er und seine Kollegen sind ansprechbar, haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Ängste und für die praktischen Probleme, die es gibt, etwa wenn Ältere oder Kranke keine Angehörigen haben, die für sie einkaufen oder Medikamente abholen.

+++ Sie kennen einen Einkaufsdienst oder einen anderen Hilfsdienst, der sich vor Ort um Menschen kümmert, die besonders von der Coronakrise betroffen sind? Schreiben Sie uns eine E-Mail mit den Kontaktdaten an redaktion@ovb-online.de. Weitere Hilfsangebote in der Region finden Sie hier.+++

Und so funktioniert es: Wer ein Gespräch oder Hilfe braucht, spricht auf Anrufbeantworter auf (Siehe Nummern im Infokasten). Die betreffenden Seelsorger rufen zeitnah, innerhalb eines Tages zurück, sofern sie nicht ohnehin selbst am Telefon sind. Schmidt betont: Dieses Angebot macht nicht an Konfessions- oder Religionsgrenzen Halt, es richtet sich an alle Menschen. „Wir wollen Kirche für die Stadt sein.“

Eigene Sprechstunden für Kinder und Jugendliche

Für Kinder und Jugendliche bietet Diakon Fred Keilhauer eine spezielle Sprechstunde an: Er ist jeden Mittwoch zwischen 11 und 13 Uhr unter der Telefonnummer 0 86 38/98 29 97 zu erreichen.

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Eigentlich sollten die Nummern für die Telefonsprechstunden dem evangelischen Gemeindebrief beiliegen. Doch der wird nicht mehr ausgetragen, um mögliche Kontakte zu vermeiden und damit Risiken auszuschließen. Aus diesem Grund hat sich die evangelische Kirchengemeinde entgegen der Empfehlung der Landeskirche auch dafür entschieden, die Martin Luther-Kirche geschlossen zu halten. Denn: Auch über Gesangsbücher oder andere Gegenstände und Flächen könnte der Erreger ja übertragen werden.

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Die katholischen Kirchen in Waldkraiburg und Aschau bleiben dagegen offen, „damit die Leute Zuflucht suchen und vor dem Tabernakel beten können. Das wird von den Gläubigen auch genutzt“, sagt Pater Bernhard Stiegler, der Leiter der beiden katholischen Pfarrverbände. Auch Stiegler ist überzeugt: Das Angebot der Telefonsprechstunden ist „ein wichtiges Signal“. Als großartiges Zeichen für die enge Zusammenarbeit der Kirchen in Waldkraiburg empfindet es Anita Leonhardt, die geschäftsführende Pfarrerin.

Alle Nummern auf einen Blick:

Katholische Kirche:

Pater Bernhard Stiegler: 0 86 38/6 42 30.

Pater Ulrich Heroven: 0 86 38//6 42 39.

Pater Walter Kirchmann: 01 60/95 94 84 83.

Diakon Gregor Vorhauser: 01 57/80 96 16 03

Evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Baptisten): Pastor Benjamin Klammt: 0 86 38/88 06 33

Evangelisch-lutherische Kirche:

Pfarrerin Anita Leonhardt: 0 86 38/95 36 11; anita.leonhardt@elkb.de

Pfarrer Simon Stritar: 0 86 38/95 36 11; simon.stritar@elkb.de

Pfarrer Lars Schmidt: 0 86 38/8 50 41; PfarrerSchmidtL@aol.com

Corona – eine Strafe Gottes? Was Pfarrer Schmidt dazu sagt

Notzeiten scheinen einige Menschen zu einfachen Erklärungsmustern zu verleiten. Auch jetzt ist es schon wieder im Netz zu lesen oder in Gesprächen zu hören: Die Coronakrise sei eine Strafe Gottes.

Das sagt Pfarrer Lars Schmidt dazu: „Solche Aussagen kommen alle Zeiten wieder auf, wenn Katastrophen den Menschen Angst machen. Vor allem von fundamentalischen Gruppen werden sie in die Welt gesetzt. Ich halte das für absoluten Humbug. Ein Gott, von dem wir sagen, dass er uns Menschen liebt, wird uns zur Seite stehen in schweren Zeiten und nicht Strafen schicken. Wer immer nur nach Sündenböcken sucht, wird nicht für andere da sein können.“

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