Waldkraiburger Gymnasium bleibt auf Kurs: „Fairtrade School“ hat neue Pläne

Das Waldkraiburger Gymnasium ist als „Fairtrade School“ re-zertifiziert worden. Wegen Corona wird aber nur im kleinen Rahmen gefeiert: Lehrerin Angela Schadhauser (von links), Anna Zeiler, Nina Kozel, Lucie Biebl, Valentina Irgmeier und Schulleiter Helmut Wittmann.
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Das Waldkraiburger Gymnasium ist als „Fairtrade School“ re-zertifiziert worden. Wegen Corona wird aber nur im kleinen Rahmen gefeiert: Lehrerin Angela Schadhauser (von links), Anna Zeiler, Nina Kozel, Lucie Biebl, Valentina Irgmeier und Schulleiter Helmut Wittmann.

Das Waldkraiburger Gymnasium bleibt auch in den nächsten beiden Jahren „Fairtrade School“. Es gibt schon neue Pläne, wie das Thema noch stärker an der Schule in den Fokus rückt.

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – Vor zwei Jahren hat es die Arbeitsgemeinschaft Miteinander nur innerhalb weniger Monate eine Zertifizierung als „Fairtrade School“ geschafft. Anstoß damals gab die Stadt Waldkraiburg, die das Gymnasium mit ins Boot holte, um als „Fairtrade Town“ zertifiziert zu werden.

Die AG hat 18 Mitglieder

Die Stadt hat es vor wenigen Monaten vorgemacht, jetzt hat es auch das Gymnasium geschafft: die Re-Zertifizierung als „Fairtrade School“. Eigentlich ein Grund zum Feiern, so wie es im Herbst vergangenen Jahres auch die Stadt auf dem Sartrouville-Platz gemacht hat. Aber aufgrund der Corona-Pandemie ist eine Feier gerade nicht möglich. Deshalb freut sich das Waldkraiburger Gymnasium im kleinen Kreis darüber, auch in den nächsten beiden Jahren Fairtrade-School zu sein.

Maßgeblich vorangetrieben hat die Zertifizierung vor zwei Jahren die AG „Miteinander“ mit ihrer Lehrerin Angela Schadhauser, die sich nur kurz vorher gegründet hat und sich mit Wertebildung auseinander setzen wollte. Das Thema „Fairtrade“ passte gut dazu. Aktuell gehören 18 Mitglieder, 16 Schülerinnen und zwei Schüler, der AG an, die sich einmal pro Woche treffen.

Mehr als 720 Fairtrade Schools gibt es bislang bundesweit. Wer sich zertifizieren lassen will, muss fünf Kriterien erfüllt: Die Schüler der AG haben einen Kompass erstellt, in dem neue Ziele definiert werden, zwei faire Produkte gibt es dauerhaft an der Schule zu kaufen, Unterrichtsprojekte zum Thema Fairtrade wurden angestoßen und begleitet und es gibt unterschiedliche Verkaufsaktionen. Diese hatte das Waldkraiburger Gymnasium sogar noch vor den Schulschließungen im März geschafft, aber es wäre noch mehr geplant gewesen.

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„Wir hatten einen Fashion-Revolution-Day geplant“, erklärt Nina Kozel aus der achten Klasse. Jeder Schüler hätte bei dieser Gelegenheit ein faires T-Shirt bestellen können. Doch wegen der coronabedingten Schulschließung war nur ein Minimalprogramm möglich. Mehr war nicht drin. „Aktuell sind keine Aktionen an der Schule möglich, es findet auch kein Wahlunterricht statt“, erklärt Schulleiter Helmut Wittmann, er sich ebenso über die erneute Auszeichnung freut.

Ein Fairomat als Vision

Im nächsten Schuljahr will die AG nach der Corona-Pause wieder mehr auf den Weg bringen und hat auch schon ein klares Ziel vor Augen. „Wir wollen dauerhaft mehr Produkte verkaufen“, erklärt Angela Schadhauser. Wie das gelingen kann, haben unter anderem Nina Kozel und Valentina Irgmeier aus der sechsten Klasse als Kompass erarbeitet: ein Fairomat. Allerdings eine Vision, denn der Automat ist nicht billig.

Die AG arbeitet viel mit der SMV zusammen, daher überrascht es nicht, dass die SMV faire Schoko-Osterhasen und Nikoläuse an die jüngeren Schüler verteilt. Gleichzeitig setzen immer mehr Lehrer Projekte zum Thema in ihren Klassen um. „Faire Rosen zu Muttertag und am Valentinstag sind ein weiterer Baustein, um das Thema ins Bewusstsein der Schüler zu rücken“, sagt Angela Schadhauser. Der faire Handel ist damit längst ein wichtiges Anliegen am Waldkraiburger Gymnasium geworden.

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