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Frauen helfen Frauen

Waldkraiburger Frauennotruf: Ist Beratungsangebot noch sichergestellt?

Immer wieder werden Frauen, Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt. Die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“ ist für viele ein Rettungsweg. Nach personellen Änderungen muss sich die Beratungsstelle nun neu aufstellen.
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Immer wieder werden Frauen, Kinder und Jugendliche Opfer von Gewalt. Die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“ ist für viele ein Rettungsweg. Nach personellen Änderungen muss sich die Beratungsstelle nun neu aufstellen.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“ steht vor einem Umbruch: Nachdem im Frühjahr Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle Kritik am Vereinsvorstand geäußert hatten, haben mittlerweile alle drei den Frauennotruf verlassen. Die Beratungstätigkeit läuft derweil in reduzierter Form weiter.

Waldkraiburg – Die Beratungsstelle vom Verein „Frauen helfen Frauen“ ist oft für Frauen ein Rettungsweg, um die Spirale von Gewalt zu durchbrechen. Während der Corona-Krise hat sich die Lage von Opfern häuslicher Gewalt zusätzlich verschärft. Zuletzt betreute die Beratungsstelle rund 40 Fälle. Gerade jetzt aber kann die Einrichtung nicht ihr gesamtes Potenzial ausschöpfen.

Alle Stellen bis August besetzt

Erst zu Beginn vergangenen Jahres hatte die Beratungsstelle mit zwei zusätzlichen Vollzeitkräften das Angebot deutlich ausbauen können. Seitdem ist sie täglich als Anlaufstelle für gewaltbetroffene Frauen, Kinder und Jugendlichen erreichbar. Aktuell aber kann die Kapazität von 78 Stunden nicht voll ausgeschöpft werden. Grund sind Personalwechsel.

Im Frühjahr hatten die drei Mitarbeiterinnen, unter ihnen die damalige Geschäftsführerin Manuela Christ-Gerlsbeck, Kritik an der Zusammenarbeit mit dem Vereinsvorstand geäußert. Mittlerweile ist keine der drei Beraterinnen mehr für „Frauen helfen Frauen“ tätig, weshalb die Beratungsstelle nun vor einem Neustart steht. „Aufgrund des seit April aufgetretenen Personalwechsels ist es zu Umstrukturierungen gekommen“, erklärt Vereinsvorsitzende Irmgard Wagner auf Nachfrage der OVB-Heimatzeitungen. Die bisherigen Beraterinnen hätten sich beruflich verändern wollen, wie die Vorsitzende weiter mitteilt. Dies hätte zum Teil recht kurzfristige Kündigungen zur Folge gehabt. Die Verwaltungskraft ist laut Irmgard Wagner weiterhin in der Beratungsstelle tätig. Bis August sollen wieder alle Stellen besetzt sein.

Gegenüber den OVB-Heimatzeitungen hatte im Frühjahr eine der Mitarbeiterinnen die schlechte Zusammenarbeit mit dem Vorstand als Grund für ihre Kündigung genannt und schied bereits im Frühjahr aus. Die beiden verbliebenen Mitarbeiterinnen sollen aus den gleichen Gründen gekündigt haben.

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Die Geschäftsführung soll ab August Fiona Bachmann übernehmen. Als Interimsgeschäftsführer eingesetzt ist aktuell Dr. Winfried Bachmann, der die kaufmännische Leitung übernommen hat. „Er ist als Interimsgeschäftsführer vom Staatsministerium genehmigt worden und ist nicht im operativen Geschäft tätig. Die Beratungstätigkeit wird alleine von weiblichen Mitarbeiterinnen ausgeübt“, erklärt Wagner. Seine Aufgabe bestehe auch darin, eine effektive Übergabe an seine Frau vorzubereiten.

Doch wie lässt sich angesichts der Kündigungen aktuell die Beratungstätigkeit bewerkstelligen? Die personellen Änderungen haben sich auf das Stundenkontingent ausgewirkt. „In den Monaten April bis Juli sind lediglich 50 Stunden für Beratung vorgesehen. Dabei ist unsere Kernaufgabe, von Gewalt betroffene Frauen, Kinder und Jugendliche zu beraten und zu begleiten, zu keiner Zeit gefährdet gewesen“, so Wagner.

Wagner: Engpässe lassen sich beheben

Zudem können nach ihren Worten Mehrarbeitsstunden der Mitarbeiterinnen vor Ort und Aushilfe durch die Fachberatungsstelle in Burghausen mögliche Engpässe in der Beratung beheben. Aus diesem Grund könnten von Gewalt betroffene Frauen, Kinder und Jugendliche auch zeitnah einen Termin für eine Erstberatung vereinbaren.

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„Gegenwärtig bereiten wir uns darauf vor, mit dem neuen Team auch unser erweitertes Angebot zu präsentieren“, sagt Wagner. Die Beratungsstelle wolle den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung tragen. Denn Gewalt werde nicht nur in Familie, Schule und Beruf erlebt, sondern zum Beispiel auch in sozialen Medien und in vielen anderen Lebenssituationen. „Wir bereiten uns darauf vor, die vielen Gesichter der Gewalt kompetent zu behandeln.“ Außerdem wird der Internet-Auftritt überarbeitet.

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