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FLUCHT, VERTREIBUNG, VERSÖHNUNG

Waldkraiburger Bilder für ein neues Berliner Museum

In welcher Waldkraiburger Straße sind die beiden Spaziergänger, vermutlich Vater und Sohn, hier vor 70 Jahren unterwegs? Selbst profunde Kenner der Stadtentwicklung werden einen Moment nachdenken müssen. Denn die Lederwarenfabrikation Krause gibt es nicht mehr, der Bunker ist überbaut und Teil einer Gastwirtschaft, dem Gasthaus Hubertus in der Graslitzer Straße. Stadtarchiv
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In welcher Waldkraiburger Straße sind die beiden Spaziergänger, vermutlich Vater und Sohn, hier vor 70 Jahren unterwegs? Selbst profunde Kenner der Stadtentwicklung werden einen Moment nachdenken müssen. Denn die Lederwarenfabrikation Krause gibt es nicht mehr, der Bunker ist überbaut und Teil einer Gastwirtschaft, dem Gasthaus Hubertus in der Graslitzer Straße. Stadtarchiv

In diesem Jahr soll in Berlin das Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung eröffnet werden. Es widmet sich dem Thema der Zwangsmigrationen in Europa im 20. Jahrhundert, dem Jahrhundert der Flüchtlinge. Auch Bilder aus Waldkraiburg werden in dem Museum zu sehen sein.

Waldkraiburg – In der künftigen Dauerausstellung über Flucht und Vertreibung der Deutschen im europäischen Kontext wird natürlich auch Waldkraiburg, die erste Vertriebenengemeinde in der Bundesrepublik Deutschland, vertreten sein.

50 historische Fotos

Wie Stadtarchivar Konrad Kern mitteilt, hat die Bundesstiftung dafür 50 historische Fotos aus der Nachkriegszeit bis in die 1960er-Jahre erhalten, mit Stadtansichten und Bildern aus der frühen Wirtschafts- und Alltagsgeschichte der Stadt. Die Fotografien wurden laut Kern für eine Medienstation in dem künftigen Museum angefordert. Hinzu kommen elf Luftbilder von Waldkraiburg.

In Bayern fünf Vertriebenenstädte

Bis zu 14 Millionen Deutsche aus Ost- und Ostmitteleuropa wurden infolge des Zweiten Weltkriegs vertrieben und in den Jahrzehnten danach in einer neuen Heimat integriert. Vereinzelt entstanden, meist auf dem Gelände ehemaliger Rüstungsbetriebe und Zwangsarbeiterlager, auch neue Gemeinden und Städte. In Bayern sind dies neben Waldkraiburg Traunreut, Geretsried und Neutraubling. Neugablonz, eine weitere Vertriebenengründung, ist heute der größte Stadtteil von Kaufbeuren. Auch die Aufbauleistung, die die Flüchtlinge und Vertriebenen vollbracht haben, zeigt das Museum auf.

Im Sommer soll die Ausstellung öffentlich zugänglich sein. Einen Eröffnungstermin für das 6000 Quadratmeter große Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung im ehemaligen Deutschlandhaus in Berlin-Kreuzberg gibt es noch nicht.

Das Stadtarchiv hat im vergangenen Jahr auch eine Reihe von zeitgeschichtlichen wissenschaftlichen Projekten mit Dokumenten und Fotos unterstützt, unter anderem ein Forschungsprojekt über den Nationalsozialistischen Lehrerbund, in dem Theo Keil, nach dem Krieg Lehrer und Rektor in Waldkraiburg, eine wichtige Rolle spielte. hg

Auch dieses Foto hat das Stadtarchiv an das Museum in Berlin weitergegeben. Es zeigt den Nähsaal der Firma Elaston im Jahr 1955. Der kunststoffproduzierende und -verarbeitende Betrieb setzte allein 1950 eine halbe Million Regenmäntel ab und wurde wenige Jahre später von dem Wormser Unternehmen Renolit aufgekauft. Die Näherei ging in die Firma Primus über.

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