Waldkraiburger Abiturienten: Ein Spitzenjahrgang – auch ohne 1,0

Bei der Zeugnisvergabe: Direktor Helmut Wittmann würdigte den guten Ruf des gesamten Abiturjahrganges. Das soziale Miteinander sei den jungen Leuten besonders am Herzen gelegen Fischer
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Bei der Zeugnisvergabe: Direktor Helmut Wittmann würdigte den guten Ruf des gesamten Abiturjahrganges. Das soziale Miteinander sei den jungen Leuten besonders am Herzen gelegen Fischer

Wohl denen, die eine Dreifachhalle besitzen! So konnten die 75 Abiturienten ihren Abschluss mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 2,17, deutlich besser als der bayernweite von 2,25, zwar maskiert, aber gemeinsam feiern.

Waldkraiburg – Landrat Maximilian Heimerl empfahl allen, ihren Erfolg „gscheid und mit Hirn“ zu feiern. „Das Jahr 2020 überschwemmte uns mit Begriffen wie Maskenzwang oder Hamsterkäufe“, resümierte Bürgermeister Robert Pötzsch. In mancher Hinsicht mussten alte Gewohnheiten angepasst werden, musste man Verantwortung übernehmen. Das aber mache das Leben erst interessant. Ihm schloss sich Elternbeiratsvorsitzender Dr. Helmut Rochlitz an, der den 16. März 2020 als Tag des Umbruchs, der Ungewissheit herausstellte. Ein Schnitt von 1,0 wie auf dem vielzitierten Abi-T-Shirt sei zwar erstrebenswert, doch „bessere Noten machen noch keinen besseren Menschen!“

Gemeinsame Erfahrungen lassen Verbindungen wachsen

Schülersprecherin Anna Mußner hob den besonderen, jafamiliären Charakter der Schule hervor. Die gemeinsamen Erfahrungen hätten Verbindungen wachsen lassen.

Die Vertreter der Absolventen, Katharina Lifka und Jan Gärtner, gaben einen Rückblick in Versform frei nach Goethe: „Habe nun, ach, Chemie und leider auch Mathematik durchaus studiert..!“ Sie wussten zu berichten, dass sie zwar die Hälfte der damaligen Fünftklässler auf dem Weg zum Abitur verloren hätten, dafür aber 27 Neuzugänge bekamen. Humorvoll analysierten sie ihre Lehrer, tadelten beispielsweise deren Zuspätkommen und bekannten sich zu eigenen Ablenkungsmanövern: „Könnten wir nicht etwas spielen?“

Schulleiter Wittmann: Zahlreiche schulische und gesellschaftliche Veränderungen

Nach musikalischen Beiträgen an Klavier und Hackbrett zeigte sich Schulleiter Helmut Wittmann froh, die Verabschiedung der Abiturienten wenigstens in diesem Rahmen feierlich begehen zu können. Als Rahmenthema für die Abiturrede hatte er sich die Jahre 1980, 2020 und 2060 vorgenommen, die ihn mit den Absolventen verbinden. Vor 40 Jahren saß er im Gymnasium Cham und freute sich auf das Abi-Zeugnis wie seine Schüler derzeit und 2060 „werdet ihr euch hoffentlich zum 40. Abiturjubiläum wieder hier treffen.“ Er ging auf zahlreiche schulische und gesellschaftliche Veränderungen ein: Nicht nur die Gleichberechtigung sei bei der Schulbildung inzwischen vollständig gegeben. Auch die Durchlässigkeit des Schulsystems hat sich erheblich erweitert. So haben zehn Schüler das Abitur bestanden, die über die Einführungsklasse ans Gymnasium gewechselt waren.

Soziales Miteinander des gesamten Jahrgangs gewürdigt

Ein weiterer wertvoller Aspekt sei der gute Ruf des gesamten Jahrgangs. Ne- ben allem Streben nach guten Leistungen war den jungen Leuten besonders das soziale Miteinander am Herzen gelegen. Eng verbunden ist dieser Jahrgang mit zwei großen Projekten der Werteerziehung: Die erneute Zertifizierung als Fair-Trade-Schule und die Ernennung zur „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“.

Zusammen mit der Abi- Zeugnismappe ehrte Helmut Wittmann 28 Abiturienten für überdurchschnittliches Engagement im sozialen, musisch-künstlerischen und sportlichen Bereich. Vier von ihnen, Katharina Lifka, Patricia Schulz, Dominik Gantenhammer und Jan Gärtner, erhielten einen „Sozialpreis“ für ihr herausragendes Gemeinschaftsverhalten. Dazu gab es besondere Auszeichnungen für Bestleistungen in den Abiturfächern Biologie, Physik, Chemie, Mathematik und katholische Religionslehre durch überregionale Institutionen.

Abschied mit einer Videoaufzeichnung

Und dann hieß es endgültig Abschied zu nehmen, zwar ohne Abi-Ball, aber mit einer von allen Absolventen gesungenen und eingespielten Video-Aufzeichnung ihres gefühlvollen Songs „Es ist so schwer, auseinanderzugehen...“

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