Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


„Wir-Gefühl“ gesucht

Waldkraiburg will zur Marke werden: Aber reicht das Geld?

Auf dem Weg zur Kernbotschaft möchte die Stadt auch die Mitbürger mitnehmen und einbinden.
+
Auf dem Weg zur Kernbotschaft möchte die Stadt auch die Mitbürger mitnehmen und einbinden.
  • Harald Schwarz
    VonHarald Schwarz
    schließen

Waldkraiburg möchte endlich eine Identität und Kernbotschaft entwickeln. Dabei sollen auch die Bürger mitsprechen. Ungeplante Mehrkosten könnten das Projekt jedoch stoppen.

Waldkraiburg – Waldkraiburg steht für Industriestadt, für Sportstadt, für Kulturstadt, steht für ein buntes Miteinander und Vielfalt. Waldkraiburg steht damit für vieles aber für nichts richtig. „Wer sind wir, und was sind wir“, diese Fragen stellt Bürgermeister Robert Pötzsch und hat auch gleich eine Antwort parat: „Wir wollen alles sein“ – und meint damit, wie die Stadt Waldkraiburg von außen wahrgenommen wird. Und genau die Vielfalt ist es, die die Außenwirkung von Waldkraiburg so schwammig macht. „Wir können nicht auf allen Hochzeiten tanzen, wir müssen für einen Wert stehen“, weiß Bürgermeister Pötzsch. Das habe unter anderem der ISEK-Prozess gezeigt.

Kernbotschaft ist entscheidend

Um die Außenwirkung Waldkraiburgs zu verbessern, sei es aber unabdingbar, „sich auf eine Kernbotschaft zu beschränken“. Doch wie soll die Kernbotschaft lauten? Um das herauszufinden, hat sich der Stadtrat professionelle Hilfe ins Boot geholt. Markenberater Karsten Klepper hat den Stadträten bereits in der Theorie vorgestellt, wie aus der Stadt eine Marke werden soll.

Ein Zuckerl auf diesem Weg ist, dass es für diesen Markenprozess Fördermittel gibt. Allerdings hat sich jetzt herausgestellt, dass die Fördermittel nicht so üppig sprießen wie bisher gedacht.

Markenprozess ist teuer als gedacht

Die Kosten für den Markenprozess belaufen sich laut Angebot der Klepper Markenberatung auf 131 611 Euro brutto. Erst ging die Stadt davon aus, dass 60 Prozent der Kosten gefördert werden. Dies hätte einer Förderung in Höhe von knapp 80 000 Euro entsprochen. Der Eigenanteil der Stadt Waldkraiburg hätte somit knapp 52 000 Euro betragen.

Doch jetzt zeigt sich, dass Städtebaufördermittel nur in Höhe von rund 65 000 Euro fließen. Der Eigenanteil der Stadt erhöht sich damit auf knapp 93 000 Euro. Die Mehrkosten muss die Stadt tragen.

Stadtrat muss sich entscheiden

Ob der Stadtrat dazu bereit ist, wird sich zeigen, wenn der Haupt- und Finanzausschuss in einer Sondersitzung den Haushalt für das Jahr 2022 beraten wird. „Das wird eine Herausforderung“, weiß Bürgermeister Robert Pötzsch.

Er macht keinen Hehl daraus, dass dieser Markenprozess für ihn „ein großes Anliegen ist. Wir brauchen eine Identität“, beschreibt er es drastisch. Das sei ganz wichtig, „damit man ein Wir-Gefühl entwickeln kann“.

Um das zu erreichen, ist es wichtig, die neue Marke Waldkraiburg „zusammen mit der Bevölkerung zu entwickeln“. Denn Stadtrat Anton Sterr (CSU) hatte bereits bei der Stadtratssitzung, als Klepper sein Konzept vorstellte, darauf hingewiesen, dass es bereits verschiedene Versuche in der Vergangenheit gegeben hat, die aber allesamt gescheitert sind.

Bürger sollen mitsprechen

Das weiß auch Bürgermeister Pötzsch: „Es darf nicht wieder passieren, dass ein Konzept in der Schublade verschwindet, dann werden wir unglaubwürdig“. Doch er erinnert daran, dass man beim ISEK-Prozess zur Entwicklung der Innenstadt bisher drangeblieben ist und die nächsten Schritte gemacht hat.

Dabei sei es unumgänglich, die Bürger bei diesem Prozess mitzunehmen. Eingebunden werden sollen dazu die Politik, Wirtschaft, Bürger und Vereine. Hiervon erhofft sich Markenberater Klepper Aussagen darüber, was die Masse sieht, wo die Stärken liegen. Darauf aufbauend könne man die Stadt positionieren.

Pötzsch ist sich bewusst, dass dabei ein ganz anderes Bild herauskommen kann. Er ist überzeugt, dass die Wahrnehmung Waldkraiburgs von außen ganz anders ist. Zudem sehen, das weiß er aus Gesprächen, Neuzugezogene in Waldkraiburg viele positive Dinge.

Die richtigen Fragen sind wichtig

Eine Problematik sieht Bürgermeister Pötzsch in der aktuellen Lage mit dem Krieg in der Ukraine und Corona. So hat er in der Stadt eine „angespannte bis negative Stimmung“ ausgemacht. Daher müsse Klepper und sein Team „die richtigen Fragen stellen“. Und aus den Antworten müssten die richtigen Schlüsse gezogen werden.

Wenn die Kernbotschaft oder Marke herausgearbeitet, muss man sich darauf fokussieren, ohne die anderen Waldkraiburger Eigenschaften aus den Augen zu verlieren, so Pötzsch.

Mehr zum Thema