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Planungsgrundlage für die Zeit bis 2035 gesucht

Waldkraiburg will ein neues Verkehrskonzept: Das fordern die Bürger

Bereits im September wurden an 30 Knotenpunkten in der Stadt und in den Ortsteilen die Verkehrsströme erfasst. In einem nächsten Schritt können sich nun die Bürger direkt beteiligen und ihre Vorschläge für den Verkehrsentwicklungsplan einbringen.
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Bereits im September wurden an 30 Knotenpunkten in der Stadt und in den Ortsteilen die Verkehrsströme erfasst. jetzt beteiligen sich die Bürger direkt.
  • Jörg Eschenfelder
    VonJörg Eschenfelder
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Waldkraiburg braucht ein umfassendes Verkehrskonzept. Das soll Mitte 2024 stehen und Grundlage für Planungen bis 2035 sein. Was die Bürger dazu jetzt den Politikern und Planern ins Stammbuch schrieben.

Waldkraiburg„Vernünftige Bürgersteigabsenkungen. Bitte überall auf den neuesten Stand bringen.“„Parkgebühren, um Anwohner zu nötigen, ihre Tiefgaragen-/Parkplätze zu nutzen“„Zone 30 Reichenberger und Erzgebirgsstraße“ – „Josef-Ressel-Weg in Daimlerstraße schlechte Einsicht!“

Das sind nur fünf, willkürlich ausgewählte Zettel von vielen, die am Dienstag um 21 Uhr im großen Saal des Hauses der Kultur an vier Stellwänden hingen.

Die Zukunft mitgestalten

Diese Zettel waren das konkrete Ergebnis der ersten Bürgerbeteiligung zum neuen Verkehrskonzept, das bis Mitte 2024 entstehen und Grundlage für die städtische Verkehrspolitik bis 2035 sein soll. An vier Stationen konnten die Besucher Kritik, Anregungen und Wünsche zum fließenden wie ruhenden Verkehr, zu „Fußgänger & Radfahrer“ sowie zu „ÖPNV / Sharing etc.“ anbringen. Und sie taten dies ausgiebig.

„Diese Beteiligung ist gut“, sagten die Besucher immer wieder. „Wir haben die Möglichkeit, die Zukunft mitzugestalten“, meinte Verena Wittmann und wünschte sich „noch mehr Mitwirkung“ seitens ihrer Mitbürger. Verkehrsreferent Harald Jungbauer (CSU) hätte vor allem gern noch mehr Jüngere begrüßt.

Dennoch, alle werteten die erste Bürgerbeteiligung als Erfolg: Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG), Verkehrsreferent Jungbauer, die anwesenden Stadträte und Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Das neue Verkehrskonzept soll – aufbauend auf einer umfassenden Bestandsanalyse – die Ziele und Maßnahmen der Waldkraiburger Verkehrspolitik bestimmen. Das soll nicht im luftleeren Raum entstehen. „Wir können das nicht allein machen“, sagte Pötzsch stellvertretend für die Kommunalpolitiker und die Fachplaner. „Wir müssen die Bürgerschaft mitnehmen. Gemeinsam mit ihnen.“

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Bauamtsleiter Schwunck ergänzte: „Je mehr Informationen wir bekommen, um so besser ist es.“ Und so sammelten die Planer von Schlothauer & Wauer und die Stadträte erste Eindrücke von den Nöten und Wünschen der Bürger: ganz konkret auf bestimmte Straßen bezogen, aber auch grundsätzlich.

„Radweg von Kreuzung Richtung St. Erasmus nach Aschau Kreisverkehr“„Fahrradspur auf den wichtigsten Straßen“„Rufbus für den Außenbereich“„Allgemein: Carsharing könnte organisiert werden“.

Die Anwesenden schrieben Zettel, markierten mit Fähnchen neuralgische Punkte auf den Stadtplänen und kamen ins Gespräch: mit Mitbürgern, mit Verkehrsplanern und Kommunalpolitikern. Da wurde manches Anliegen bereits geklärt, zum Beispiel warum aus rechtlichen Gründen ein Zebrastreifen wegmusste und manche Straßen für die Verkehrsspitzen eine bestimmte Breite haben müssen.

Nichts soll im Sand verlaufen

Alle schlenderten von Stellwand zu Stellwand, lasen die Zettel, verglichen sie mit ihren Erfahrungen, führten sich die Situationen vor Augen. „Da waren viele gute Anregungen dabei“, so Pötzsch. „Ich habe ein sehr gutes Gefühl.“ „Anfangs wollten wir nur ein Radwegekonzept“, erzählte Verkehrsreferent Jungbauer und freute sich, dass es jetzt ein umfassendes Verkehrskonzept wird. Er hofft, dass die Teilnehmer ihre Erfahrung in den Freundes- und Bekanntenkreis weitertragen.

Es gab viele Ideen und Vorschläge. „Ich hoffe, dass das umgesetzt wird und nicht im Sande verläuft“, meinte Erich Bleech vorsichtig. Bürgermeister Pötzsch versprach: Alles werde geprüft; was sinnvoll, finanzierbar und jetzt schon schnell zu machen sei, „wird auch schnell gemacht.“

Mit dem QR-Code schnell zum Online-Fragebogen.

Der weitere Fahrplan zum Verkehrskonzept

Bis zum 8. Januar 2023 läuft noch eine Umfrage zum Mobilitätsverhalten, an der alle teilnehmen können. Der Fragebogen ist im Rathaus oder online (siehe QR-Code) erhältlich und in gut fünf Minuten ausgefüllt. Nach einer Bestandsanalyse durch die Verkehrsplaner von Schlothauer & Wauer (bis April 2023), folgt im Juli eine weitere Bürgerbeteiligung. Anschließend erarbeiten, diskutieren und beschließen die Stadtpolitiker die Ziele der Waldkraiburger Verkehrspolitik bis 2035. Aus all dem entsteht das Realisierungskonzept. Eine dritte Bürgerbeteiligung (Mai 2024) und der Schlussbericht (Juli 2024) bilden dann den Abschluss für das neue Verkehrskonzept, das die Grundlage künftiger Planungen sein soll. esc

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