Innovation am Volksfestplatz

Waldkraiburg: Maroder Skaterplatz soll coole Anlage werden - Jugendliche starten Hilferuf

Patryk Zadworny (21/im Vordergrund) aus Waldkraiburg macht den Kickflip. Christoph Arz, Jugendreferent des Stadtrates (von links), Aleyna Günes (17) aus Waldkraiburg, Lucie Biebl (16) aus Kraiburg, Naemi Konrad (16) aus Zangberg und Janis Weise (17) aus Lohkirchen stehen ebenfalls hinter der Initiative für eine neue Skateranlage in der Stadt.
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Patryk Zadworny (21/im Vordergrund) aus Waldkraiburg macht den Kickflip. Christoph Arz, Jugendreferent des Stadtrates (von links), Aleyna Günes (17) aus Waldkraiburg, Lucie Biebl (16) aus Kraiburg, Naemi Konrad (16) aus Zangberg und Janis Weise (17) aus Lohkirchen stehen ebenfalls hinter der Initiative für eine neue Skateranlage in der Stadt.

Die Skateranlage am Volksfestplatz hat ihre besten Jahre schon gesehen. Sie ist längst kein Ort mehr, wo sich Jugendliche wohl fühlen. Eine Gruppe junger Leute will das ändern und hat einen Hilferuf an die Stadt gestartet.

Waldkraiburg – Vor allem eins ist Bürgermeister Robert Pötzsch und den Stadträten dabei positiv aufgefallen: Die jungen Skater stellen nicht nur Forderungen, sie wollen auch mitanpacken.

Die Kids auf dem Skater-Platz an der Adlergebirgsstraße fahren mit ihrem Board auf Rampen, machen Sprünge und Drehungen. Um richtig gut zu skaten, ist Körperbeherrschung und Beweglichkeit gefragt. Viele Erwachsene sehen im Skateboard nur ein Brett auf Rollen. Für die Freaks ist es Symbol für eine besondere Lebensart. Deshalb ist ihnen dieses Hobby und der Platz so wichtig. Hier treffen sie sich mit Freunden, skaten und tauschen sich aus. Auch BMX- und Scooter-Fahrer sind regelmäßig da. Obwohl der Platz nicht gerade einladend ist.

Mit Angebot für junge Leute unzufrieden

„In der Stadt gibt es gute Fußballplätze und eine gute Kletterhalle“, findet Patryk Zadworny (21). Ein guter Skaterpark fehlt dem jungen Waldkraiburger, der wie seine Mitstreiter aus Waldkraiburg und einigen umliegenden Gemeinden der Meinung ist: „Viel wird der Jugend in Waldkraiburg nicht geboten.“

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Ortstermin an der Skaterbahn

Ihr Urteil zum Skaterplatz fällt ziemlich kritisch aus: Die Anlage sei marode, die Betonplatten und der Asphalt unterschiedlich beschaffen und stark abgenutzt. Pflastersteine sorgen für eine erhöhte Verletzungsgefahr. Der Platz sei sehr klein. Höchstens drei bis vier Kids könnten zeitgleich dort fahren. Und: Es gibt keine Beleuchtung. Vor allem in den Wintermonaten, wenn es früh dunkel wird, haben sie keine Möglichkeit, dort ihren Outdoor-Sport zu betreiben.

Das soll sich ändern. Und weil sie das nicht allein schaffen, haben sie sich an die Verantwortlichen im Rathaus und Vertreter nahezu aller politischen Parteien gewandt.

Im Stadtrat positiv aufgenommen

Im Stadtrat wurde ihre Initiative durchaus positiv aufgenommen. Bürgermeister Robert Pötzsch gefällt besonders, dass die jungen Leute angekündigt haben, selber mitzuhelfen.

Doch es wird noch ein weiter Weg zu einer neuen Skateranlage. Christoph Arz, der Jugendreferent des Stadtrates, hat sich mit den jungen Leuten bereits getroffen. Die Frage der Finanzierung sei noch nicht geklärt. Zudem müsse geprüft werden, ob man den Platz am Standort vergrößern kann, ob die Pläne überhaupt so umsetzbar sind, wie es sich die Kids wünschen. Ganz wichtig ist Arz, dass die Jugendlichen bei der Planung des Projekts mitwirken können.

Alle eint das gleiche Ziel

Philipp Schmid, neuer Leiter des Haus der Jugend, wirkt ebenfalls unterstützend mit. Noch werde am Konzept gearbeitet, sagt er. Auch er freut sich über die Initiative. „Kids aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sind dabei. Alle haben das gleiche Ziel. Das verbindet.“ Und: Wenn was draus wird, sei das eine tolle Motivation und sicherlich ein Grund, achtsam mit der Anlage umzugehen.

Jeder kann an Konzept mitarbeiten

Die jungen Leute haben die Facebook-Seite „Lunacy - @religionoflunacy · Skateboard-Park“ gegründet. Und Schmid hat eigens ein OneNote-Notizbuch erstellt, in dem sich alle Jugendlichen, die beim Projekt „neuer Skaterpark“ mitwirken wollen, anmelden und Ideen einbringen können.

Sobald das Konzept steht, wollen sie sich mit der Stadtverwaltung in Verbindung setzen. Das wird noch eine Weile dauern. Schmid: „Wir haben geplant, mit den Jugendlichen und einem Profi-Skater verschiedene Skateparks in München zu besuchen, um uns inspirieren zu lassen und eine gute Lösung zu finden.“ Erwachsene, die das Projekt unterstützen wollen, können sich bei Philipp Schmid im Haus der Jugend, Telefon 0 86 38/8 33 00 melden.

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