Waldkraiburg: Stadt stützt Tiefgarage mit weiteren Baumstämmen ab

Ein unterirdischer Lärchen-Wald: 18 zusätzliche Baumstämme stützen die Tiefgaragen-Decke ab. Ein Monteur ist gerade noch damit beschäftigt, die Stämme mit Metallwinkeln an der Decke zu sichern. Zuvor wurden sie am Boden mit Quellbeton aufgefüllt. Lohmann

Die Stützpfeiler in der Tiefgarage haben zusätzliche Unterstützung bekommen. Damit auch auf Dauer die Standsicherheit der Tiefgarage gesichert ist, sind am Montag zu den bereits bestehenden Baumstämmen 18 weitere gesetzt worden. Damit verringert sich auch die Zahl der Parkplätze.

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – Wer jüngst in der Tiefgarage sein Auto abgestellt hat, hat es bereits gesehen. Im südlichen Teil der Tiefgarage wurden am Montag neue Baumstämme als Abstützung eingesetzt. Auf den ersten Blick ist damit für jeden ersichtlich, dass hier etwas nicht stimmt. Aber die Stadt gibt Entwarnung: Die Standsicherheit der Tiefgarage ist aktuell gesichert.

Schon lange sind die strukturellen Schäden und Mängel an der Stahlbeton-Konstruktion der Tiefgarage der Stadt bekannt, weshalb man vor knapp zehn Jahren auf eine unkonventionelle Lösung zurückgriff. Die Baumstämme als Notabstützung gehören seitdem zum Erscheinungsbild der Tiefgarage. Auch in den nächsten Jahren setzt die Stadt auf die massiven Baumstämme, die auf Dauer die Standsicherheit der Tiefgarage sichern sollen. Insgesamt stützen nun weitere 18 Baumstämme die Decke der Tiefgarage ab.

Stämme erfüllen Brandschutzklasse

Zwischen Boden und Decke wurden die 18 Baumstämme eingekeilt. Am Boden wurden die Stützen mit Quellbeton aufgefühlt, an der Tiefgaragen-Decke mit Metallwinkeln gesichert. Die Lärchen-Stämme haben alle einen Durchmesser von 20 Zentimetern. Entsprechend ihrer Größe und Baumart erfüllen sie die notwendige Brandschutzklasse. „Bei Stahlstützen erstellt man dies nur durch einen aufwendigen und teuren Anstrich“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Bislang stützten etwa 15 Baumstämme die Decke der Tiefgarage zusätzlich ab.

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Jedes Jahr überprüft ein Ingenieurbüro die Statik der Tiefgarage. Zuletzt im Dezember mit dem Ergebnis, dass weitere Baumstämme benötigt werden. Ein Großteil der 18 Stützen steht mittig auf der größeren Parkfläche direkt unterhalb des Pflanztrogs neben dem Rathaus. Enger beim Einparken wird es also nicht. Ein Teil der Stützen musste aus statischen Gründen allerdings so gesetzt werden, dass drei Parkplätze wegfallen.

Seit Jahren schiebt die Stadt die Sanierung der Tiefgarage vor sich her. Fest eingeplant war die Sanierung von Rathaus und Tiefgarage schon für 2014, wurde aber kurzfristig wegen eines Einbruchs bei der Gewerbesteuer verschoben. 2017 hätte die damals rund 3,7 Millionen Euro teure Sanierung der Tiefgarage starten sollen. Doch kurz vor Beginn der Ausschreibung wurde sie gestoppt. Anstatt Rathaus samt Tiefgarage zu sanieren, sollte es an neuer Stelle gebaut werden.

Doch den Plan hat der Stadtrat vor einem Jahr zu den Akten gelegt. Stattdessen einstimmig der Beschluss, das Rathaus am Stadtplatz neu zu bauen. Doch der Neubau ist noch immer nicht in trockenen Tüchern. Denn im Dezember hatte die SPD mit einem Antrag wegen der einbrechenden Gewerbesteuer die Sanierung des Rathauses noch einmal ins Gespräch gebracht.

Grundsatzbeschluss zum Neubau

Der Stadtrat hat den Antrag zwar mit großer Mehrheit abgelehnt und hält weiterhin am Grundsatzbeschluss zum Neubau fest. Eine Sanierung ist damit aber nicht endgültig vom Tisch. Eine knappe Mehrheit sprach sich aus Haushaltsgründen dafür aus, Neubau und Sanierung in den ersten Leistungsphasen parallel zu verfolgen.

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Noch mehr Baumstämme als Stützen

Solange beim Rathaus nichts vorwärtsgeht, werden die Baumstämme weiterhin ihre Pflicht erfüllen. Eine Lösung für die Ewigkeit ist es allerdings nicht. Denn die Schäden an der Tragkonstruktion schreiten nach Auskunft der Stadt weiter fort. „Eine genaue Beurteilung ist nur mit weiteren aufwendigen Untersuchungen möglich“, heißt es bei der Stadt.

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