Uneinsichtige Müllsünder

Waldkraiburg schlägt Alarm: Müllablagerungen an Wertstoffinsel nehmen überhand

Waschmaschine, Lattenrost oder ein alter Kinderstuhl: Immer wieder laden Unbekannte ihren Müll an der Wertstoffinsel in der Erzgebirgsstraße ab.
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Waschmaschine, Lattenrost oder ein alter Kinderstuhl: Immer wieder laden Unbekannte ihren Müll an der Wertstoffinsel in der Erzgebirgsstraße ab.
  • Hans Grundner
    vonHans Grundner
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Die wilden Müllablagerungen an der Wertstoffinsel in der Erzgebirgsstraße von Waldkraiburg nehmen überhand. Die Stadt spricht von „unhaltbaren Zuständen“. Insbesondere an und nach Wochenenden türmen sich dort mitunter Abfälle und Sperrmüll.

Waldkraiburg – „Mich ärgert das immer fürchterlich, fast jede Woche steht da was. Mal eine ganze Couch, zuletzt eine Waschmaschine“, sagt Thomas Augsten, der jeden Sonntag am Münchner Platz und damit an den Containern vorbei kommt. Am Wochenende sei es besonders arg, im Winter wie im Sommer.

Am Montag hat die Polizei den jüngsten Fall gemeldet: Besagte Waschmaschine, einen Lattenrost und weiteren Sperrmüll hat ein bisher unbekannter Täter auf einem Grünstreifen in der Nähe der Sammelcontainer zurückgelassen. Wann, ist nicht bekannt.

Schon vor diesem Vorfall hatte die Stadt das Problem öffentlich gemacht und sogar eine mögliche Auflösung des Container-Standorts, einem von insgesamt 21 im Waldkraiburger Stadtgebiet, ins Gespräch gebracht. Diese könnte nur in Abstimmung zwischen dem Landkreis, der für die Wertstoffinseln zuständig ist, und der Stadt erfolgen.

Zustände nicht mehr tragbar

Die Zustände seien „nicht mehr tragbar“, die Kosten die durch den Abtransport und die Entsorgung der Ablagerungen entstehen, sind erheblich. Das Landratsamt beziffert die Aufwendungen für die Beseitigung von wilden Müllablagerungen an den Containerstandorten und in der freien Natur sowie für Rama-Dama-Aktionen auf insgesamt rund 78 000 Euro im Jahr. Diese Kosten werden über die Abfallgebühren auf alle Bürger umgelegt.

Wer Müll wegwirft oder außerhalb einer dafür zugelassenen Anlage liegen lässt, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die zur Anzeige gebracht wird.

Zeugen gesucht

Im jüngsten Fall hat die Polizei einen Zeugenaufruf gestartet. Wer die Müllablagerung am Containerplatz beobachtet hat, soll sich bei der Inspektion unter Telefon 0 86 38/9 44 70 melden.

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Thomas Augsten schlägt vor, eine Belohnung für anonyme Zeugenhinweise auszusetzen. „Ich wundere mich immer, was da rausgeschleppt wird, Stühle, Couchen und andere Möbel. Das kann doch nicht sein, dass das niemand sieht.“

Müllsündern drohen Bußgelder

Wird ein Müllsünder erwischt, können saftige Bußgelder ausgesprochen werden. Vor einem Dreivierteljahr ist es bei einer wilden Ablagerung vor dem BRK-Shop in der Beethovenstraße gelungen, aus persönlichen Gegenständen, die sich in Müllsäcken fanden, den Urheber zu ermitteln.

Damals nannte das Landratsamt einen Bußgeldrahmen von 160 bis 170 Euro, der bei einer Menge von bis zu einem Kubikmeter oder 100 Kilogramm Sperrmüll vorgesehen sei, bei größeren Mengen liege der Rahmen zwischen 700 und 2500 Euro. Eine konkrete Festsetzung hänge von den Umständen des Einzelfalls ab.

Das Meiste wäre kostenlos zu entsorgen

Eine ordnungsgemäße Entsorgung der Abfälle und Altstoffe, die an der Wertstoffinsel in der Erzgebirgsstraße abgelagert werden, wäre eigentlich gar nicht so schwer. Viele Gegenstände, etwa Altholz, Grüngut, Elektrogeräte, Metallschrott, mineralischer Bauschutt, Kunststoffgegenstände aus Hartplastik wie Kinderspielzeug, Wäschekörbe, Schüsseln, Blumenkästen und ähnliches, könnten in haushaltsüblichen Mengen im Wertstoffhof kostenlos entsorgt werden. Darauf macht die Stadt aufmerksam.

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Für Sperrmüll, wie Polstermöbel, Matratzen, Teppiche und andere sperrige Gegenstände kann ein sogenannter Sperrmüllscheck für 15 Euro gekauft werden. Dafür werden bis zu drei Kubikmeter sogar von zu Hause abgeholt.

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