"Waldkraiburg reiht sich hinten ein"

Präsentiert heuer sein 20. Kommunalkabarett: der "Saftladen". "Wision: Mausgrau" heißt der Titel und der fordert Waldkraiburg im Endeffekt auf, das Tiefstapeln sein zu lassen und endlich durchzustarten.
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Präsentiert heuer sein 20. Kommunalkabarett: der "Saftladen". "Wision: Mausgrau" heißt der Titel und der fordert Waldkraiburg im Endeffekt auf, das Tiefstapeln sein zu lassen und endlich durchzustarten.

Waldkraiburg - Die vom Saftladen nehmen kein Blatt vor den Mund. Auch nicht bei ihrem 20. Kommunalkabarett. Titel: "Wision: Mausgrau".

"Wenn Waldkraiburg Ideen hat, geht ein Ruck durch die Stadt. Erst gute Ansätze und dann endet das Ganze eher recht mausgrau", sagt Hans Langbauer. "Waldkraiburg reiht sich zu leicht hinten ein", so sein Fazit. Daher der Titel. "Wision" mit "W" wie Waldkraiburg.

Der Saftladen bereitet derzeit sein 20. Kommunalkabarett vor. Die Premiere am 10. Mai im Haus der Vereine ist bereits ausverkauft; für den 11. und 12. Mai, ebenfalls im Haus der Vereine, gibt es noch Restkarten. Die Aufführungen im Haus der Kultur finden am 24., 25. und 26. Mai im Großen Saal statt. Hier ist die Platzauswahl noch größer.

Über den Titel "Wision: Mausgrau" sagt Hans Langbauer Waldkraiburg habe immer wieder tolle Ansätze. "Dann geht ein Ruck durch die Stadt - und das endet dann immer recht mausgrau". Dabei spricht er die "großen Visionen" an, etwa den Herzogshart. "Und am Ende ist die größte Baumaßnahme die Toilettensanierung in der Tiefgarage", fasst es Charly Ebenbichler zusammen.

Oder das Thema Kunst, wie etwa die "Glaskästen am Satrouvilleplatz". Man habe den Eindruck, man soll die gar nicht sehen. Und daher ist Langbauer überzeugt, Waldkraiburg reihe sich im Vergleich zur "Macher-Stadt" Mühldorf immer weiter hinten ein, "ein bissl mausgrau eben". Die Stadt nehme sich zu sehr zurück.

Bei aller Kritik wollen die Kabarettisten ein versöhnliches Ende in ihrem Programm, das zum Großteil wieder ein Nummernkabarett wird, erarbeiten.

Behandelt werden folgende Themen: Vision Herzogshart, die Demo gegen Rechts in Mühldorf, Geothermie, die Bürgermeisterkandidaten der CSU und SPD, der Bäckerei-Skandal bei Müller-Brot und seine lokalen Auswirkungen, die Hundesteuer, das "Stadtratsfernsehen", die fehlenden Toiletten im W.11, Aschau und das liebe Geld, Kraiburg braucht "Stütze", Probleme mit dem Ehrenamt, die Verhüllung des Bahnhofes, die Schulnamen und das Thema "unsere Politiker gehen in Rente: Klika, Knoblauch und Co." Der halbe Stadtrat gehe in Ruhestand, "also machen wir auch was zur Rente".

Die Szenen entstehen beim "rumspinnen und blödeln", erklärt Charly Ebenbichler. Der Rest komme von allein und dann heißt es, einen Text auszuarbeiten. Der Szenenaufbau wird beim Durchspielen oft umgestellt und "feinjustiert". Die verschiedenen Versionen werden sogar dokumentiert und aufbewahrt. "Heute am PC ist das kein Problem mehr. Früher mit der alten Schreibmaschine war das ein Massaker", schmunzelt Langbauer.

Derzeit werden fleißig die Lieder getextet, denn gesungen wird auch, wenn der Saftladen sein 20. Kommunalkabarett präsentiert und damit den ein oder anderen ins "Wadl beißt".

Im Oktober 2013 gibt es die Truppe bereits seit 30 Jahren. Die ersten Aktivitäten des G12, aus dem der "Saftladen" hervorging, starteten 1982; die Vereinsgründung war 1983.

Das Ensemble besteht aus 14 Leuten, dem Stamm-Team. Nachwuchs oder neue Leute gebe es leider nicht.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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