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Barmherzige Brüder

Gelebte Inklusion: Neue Förderstätte in Waldkraiburg eingeweiht

Der Schlüssel gehört jetzt den Teamleiterinnen Sibylle Reischl (links) und Melanie Falk. Daneben Frater Provinzial Rudolf Knopp.
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Der Schlüssel gehört jetzt den Teamleiterinnen Sibylle Reischl (links) und Melanie Falk. Daneben Frater Provinzial Rudolf Knopp.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Der Umzug ist schon vor einiger Zeit über die Bühne gegangen, jetzt war die Einweihung der neuen Wohnanlage und Förderstätte für Menschen mit Behinderung der Barmherzigen Brüder - im Herzen der Stadt.

Waldkraiburg – Eigentlich hätte Weihbischof Dr. Bernhard Haßlberger den neuen Standort der Barmherzigen Brüder an der Duxer Straße 6 segnen sollen. Aufgrund gesundheitlicher Probleme konnte der Weihbischof jedoch nicht anreisen. Daher übernahm Dekan Ulrich Bednara aus Gars die Segnung des Wohngebäudes und der Förderstätte für Menschen mit Handicap.

Unterstützung für die Schwachen

Ary Witte-Kriegner, Geschäftsführer der Behindertenhilfe der Barmherzigen Brüder in Algasing, begrüßte anlässlich der Segnungsfeier Frater Provinzial Rudolf Knopp, Architekt Stefan Ackermann, Vertreter aus Politik und Gesellschaft sowie Angestellte und Bewohner des Hauses. „Wir reden nicht von Inklusion, wir leben sie“, hob Witte-Kriegner gleich zu Beginn des Festaktes hervor.

Der Orden der Barmherzigen Brüder geht auf das Wirken des heiligen Johannes von Gott (1495 bis 1550) zurück, der im spanischen Granada Kranke und Hilfsbedürftige in sein Hospital aufnahm. In Bayern ist die Gemeinschaft seit 1622 tätig. Neben dem Standort Algasing bauen die Barmherzigen Brüder ein Netz von dezentralen, gemeindenahen Hilfen auf. So soll für Menschen mit Behinderung ein hohes Maß an Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben erreicht werden. Die Förderstätte in Waldkraiburgs Mitte sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.

Dekan Ulrich Bednara, sprach bei der Segnung vom ersten Brief des Apostel Paulus an die Thessalonicher. Darin stehe, dass man auf die Schwachen achten solle. „In dieser Einrichtung erfahren die Schwachen in unserer Gesellschaft genau diese wichtige Unterstützung und Betreuung“, lobt der Dekan das Wirken der Barmherzigen Brüder. Die Tatsache, dass sich das Wohnhaus in der Duxer Straße nicht am Rande, sondern mitten in der Stadt befindet, begrüßt Ulrich Bednara. „Da bekommt die normale Bevölkerung mit, dass es Menschen gibt, die umfassende Hilfe benötigen, um am Leben teilzuhaben.“

Auf dem Grundstück des ehemaligen Aldi-Marktes entstand in den vergangenen Jahren der neue Standort der Barmherzigen Brüder in Waldkraiburg. Das Haus besteht aus einem Wohngebäude mit 24 Wohnplätzen, einem Verbindungsbau mit Gemeinschaftsflächen sowie einer Förderstätte mit 24 Plätzen. Das Wohngebäude beherbergt drei Wohngruppen mit jeweils acht Bewohnern.

Außenansicht der neuen Förderstätte in der Duxer Straße.

Im Förderstättengebäude befinden sich vier Gruppen mit jeweils sechs Plätzen. Die Wohnangebote verstehen sich als ein Ort, an dem Menschen mit Behinderung ein Zuhause finden können. Im neuen Wohnhaus geht es um die Integration der Bewohner in ihr soziales Umfeld. Losgelöst von den Strukturen einer Großeinrichtung gilt es, den Alltag mit Unterstützung zu bewältigen, Kontakte zur Nachbarschaft und in die Gemeinden aufzubauen und zu pflegen.

Eine Teilnahme der Bewohner am öffentlichen Leben wünscht sich auch Waldkraiburgs zweiter Bürgermeister Anton Kindermann, der als offizieller Vertreter der Stadt Glückwünsche überbrachte.

Acht Millionen Euro in Projekt investiert

Der Festakt ging mit einer symbolischen Schlüsselübergabe einher. Architekt Stefan Ackermann übergab den Schlüssel an Frater Provinzial Rudolf Knopp, der diesen wiederum an die Teamleiterinnen Melanie Falk und Sibylle Reischl weiter reichte. Die Kosten des Objekts belaufen sich auf rund acht Millionen Euro. Der Freistaat Bayern förderte die Maßnahme mit gut 4,6 Millionen Euro, und der Bezirk Oberbayern unterstützte den Bau mit 769 000 Euro. Als Eigenmittel werden etwa 2, 62 Millionen Euro angegeben.

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