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Ab 65 Quadratmeter Wohnfläche braucht es zwei Stellplätze

Keine Lösung für alte Parkprobleme: Das sagen Waldkraiburger Bauträger zur Stellplatzänderung

Je nach Wohnungsgröße schreibt die neue Stellplatzsatzung vor, wie viele Stellplätze errichtet werden. Der Schlüssel ist überdimensioniert, schon heute werden viele Parkplätze nicht genutzt, wissen Georg und Christian Duschl (rechts) von der Baubetreuungsgesellschaft Duschl.
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Je nach Wohnungsgröße schreibt die neue Stellplatzsatzung vor, wie viele Stellplätze errichtet werden. Der Schlüssel ist überdimensioniert, schon heute werden viele Parkplätze nicht genutzt, wissen Georg und Christian Duschl (rechts) von der Baubetreuungsgesellschaft Duschl.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Mit Unverständnis reagieren Waldkraiburger Bauträger auf die beschlossene Stellplatzsatzung. Denn warum jetzt bei Neubau-Projekten mehr Stellplätze einplanen, wo es in der jüngsten Vergangenheit nie zu wenige waren? Von „überdimensioniert“ und „an der Realität vorbei“ ist die Rede.

Waldkraiburg – Den tatsächlichen Bedarf sicherstellen – das soll Ziel der neuen Stellplatzsatzung sein. Doch schießt die Stadt damit nicht über‘s Ziel hinaus? Nach Meinung von Bauträger Christian Duschl jedenfalls hätte es die Änderung der Stellplatzsatzung nicht gebraucht. „Das war bisher gut geregelt. Stellplätze in der Menge werden nicht gebraucht.“ Künftig braucht jede Wohnung größer als 65 Quadratmeter zwei Stellplätze. Zuvor waren die erst ab einer Größe von 75 Quadratmetern nötig. Ab 150 Quadratmetern werden es drei Stellplätze.

Tiefgarage nur zu 70 Prozent ausgelastet

Die CSU-Fraktion hatte voriges Jahr einen Vorstoß zur Änderung der Stellplatzsatzung unternommen, mit dem Argument: Die Zahl der Autos pro Haushalt steige ständig. Diese Aussage wollen pauschal weder Christian Duschl noch Werner Meisenecker, Geschäftsführer der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft, bestätigen. Deren Erfahrung zeigt: Die Tiefgaragenplätze sind nicht alle belegt. „Die Tiefgarage am Iserring ist nur zu 70 Prozent ausgelastet“, sagt Werner Meisenecker. Auch die Tiefgarage in der Berliner Straße ist nicht komplett belegt. Allein durch die Mieter ist es nicht zu schaffen, die Tiefgarage zu füllen. Mitten in der Stadt. Das hängt für ihn auch damit zusammen, dass gegen Dauerparker, die ihre Autos tagelang in der Stadtmitte parken, vonseiten der Stadt nichts unternommen wird.

WSGW-Geschäftsführer Werner Meisenecker.

Im geförderten Wohnungsbau braucht es für Wohnungen über 75 Quadratmeter künftig zwei Stellplätze. Für Meisenecker zu hoch gegriffen: „Selbst ein Schlüssel von 1,0 ist zu hoch. Das ist nicht an die Zukunft ausgerichtet, der Schlüssel geht an der Realität vorbei.“ Schon heute besitzt nicht jeder Mieter ein Auto, Familien teilen sich oft ein Fahrzeug.

Gleiche Erfahrungen hat auch die Baubetreuungsgesellschaft Duschl gemacht. Größere Wohnungen werden teilweise von Singles bewohnt, die nur ein Auto haben, aber für die es zwei Stellplätze braucht. „Man sollte sich vielleicht besser an der Anzahl der Zimmer orientieren als an der Quadratmeterzahl“, sagt Duschl. Mit der neuen Stellplatzsatzung lassen sich jedenfalls die Parkprobleme in manchen Straßen allerdings nicht lösen.

In der neuen Stellplatzsatzung sieht Duschl ein Mittel, die Nachverdichtung einzuschränken. Aber: „Wenn es innerstädtisch nicht viele freie Flächen gibt, warum sollte man die dann für Parkplätze verbrauchen?“ Es wäre doch besser, stattdessen mehr Freiflächen auf den Grundstücken zu schaffen.

Den Bau zusätzlicher Stellplätze werden auch Mieter und Käufer in der Geldbörse spüren. Denn der Bau kostet Geld. „Das verteuert das Bauen, und die Kosten werden am Schluss auf Käufer und Mieter umgelegt“, sagt Werner Meisenecker. Teurer wird es auch dadurch, dass druch die Satzung erstmals Besucherparkplätze vorgeschrieben sind. „Das ist übertrieben, die stehen die meiste Zeit leer. Man kann nicht immer vom Maximum ausgehen“, sagt Duschl. Besucherplätze werden zum Teil von nicht befugten Autofahrern genutzt, erklärt Meisenecker.

Stellplätze mit Ladefunktion für E-Autos sind zwar ein Blick in die Zukunft gerichtet, für Duschl und Meisenecker aber in manchen Punkten noch nicht zu Ende gedacht. „Bei entsprechender Nachfrage, können wir Stellplätze mit einer Ladesäule nachrüsten. Aber im Vorfeld generell zu entscheiden, welcher Stellplatz eine Ladesäule hat und welcher nicht, ist nicht praktikabel“, sagt Duschl. Bei zu vielen Ladesäulen sieht er auch das Problem, dass die Strom-Infrastruktur entsprechend angepasst werden muss. „Dann müssen die Mindestkapazitäten von Hausanlagen erhöht werden.“

Keine Nachfrage nach Ladepunkten

Auf Ladepunkte in der Tiefgarage verzichtet die WSGW aus Brandschutzgründen, sondern errichtet sie oberirdisch. So wie an dem Garagenhof in der Egerländer Straße. „Wir haben dort in Kooperation mit den Stadtwerken sechs Stellplätze mit Ladepunkten ausgestattet. Ein Service für alle unsere Mieter“, sagt Werner Meisenecker. Aber bislang habe es noch keine Nachfragen von den Mietern nach einem Ladepunkt gegeben.

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