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Jeder Ü14 darf wählen

Jugendparlament in Waldkraiburg: „Stimme der Jugend“ steht vor Neuwahlen

Niklas Renner und Lia Mayer engagieren sich im Jugendparlament. Huckemeyer
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Niklas Renner und Lia Mayer engagieren sich im Jugendparlament. Huckemeyer.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Das Jugendparlament soll Jugendlichen der Stadt über alle Schulformen hinweg eine Möglichkeit geben, sich lokalpolitisch zu engagieren. Trotz Corona und anstehender Ferien sollen demnächst Neuwahlen stattfinden. Eine wichtige Entscheidung - auch für den Stadtrat in Waldkraiburg.

Waldkraiburg – Niklas Renner war noch gar nicht geboren, als sich in Waldkraiburg 1997 erstmals ein Jugendparlament (JuPa) formierte.

Heute ist der 22-jährige Vorsitzender des Parlaments. Christian Knapp ist dagegen ein „Mann der ersten Stunde„: Er war bei der ersten Sitzung am 21. September 1997 dabei. Laut Knapp ist es vor allen Dingen Michael Seidel aber auch Susanne Engelmann zu verdanken, dass sich Jugendliche zu einem Parlament zusammenschlossen. Später übernahm Inge Schnabl die Begleitung der Gruppe.

Tolle Idee - jahrelange Mitarbeit

Der heute 38-jährige Knapp erinnert sich: „Das JuPa sollte den Jugendlichen der Stadt ab zwölf Jahren über alle Schulformen hinweg eine Möglichkeit geben, sich gemeinschaftlich lokalpolitisch zu engagieren und Gehör beim Waldkraiburger Stadtrat zu finden“.Knapp fand die Idee großartig. Daher engagierte er sich mehrere Jahre als Schatzmeister und Schriftführer im Vorstand. Heute arbeitet er als leitender Entwickler in München.

Projekte statt Ziele

Welche Ziele wurden anfänglich verfolgt? „Ich würde weniger von Zielen, sondern eher von Projekten sprechen“, so Knapp. „Wir mussten uns bekannt machen und zwar an der Basis bei den Jugendlichen. Wir versuchten es mit Veranstaltungen im Haus der Kultur, mit Ständen am Christkindlmarkt und mit einer Rama-Dama-Aktion.“

Am liebsten erinnert er sich an das Zeitzeugenprojekt: „Mit einer Videokamera in der Hand sprachen wir mit Menschen, die die Waldkraiburger Stadtgründung miterlebten. Wir erfuhren von Krieg, Flucht und Vertreibung und vom Ehrgeiz neu anzufangen. Es ging auch um die Angst, wenn Fremde plötzlich nebenan wohnen. Uns war es wichtig, dass die Stadtgeschichte nicht verloren geht“.

Neuwahlen sollen alle ansprechen

Das JuPa ist mittlerweile relativ bekannt, doch Renner und seine Kollegin Lia Mayer kämpfen momentan mit ganz anderen Problemen. Corona legte die Arbeit des Parlaments ziemlich auf Eis. Und das, obwohl demnächst Neuwahlen anstehen.

Hier hoffen Renner und seine Vorstandsmitglieder auf die Mithilfe der Stadt. Angedacht ist, so der Vorsitzende, dass Jugendliche unter 18 Jahren einen persönlichen Brief mit Informationen über das Parlament erhalten. Renner hofft, die Wahlen im Frühjahr durchführen zu können, da erfahrungsgemäß während der Sommermonate viele junge Leute durch Ferien und Urlaub nur schwer erreichbar wären.

Dazu sagt Jugendreferent Christoph Arz (Grüne): „Die Neuwahlen werden dieses Mal auf jeden Fall zum größten Teil von der Stadt finanziert und auch organisiert, da die Wahl nach dem Vorbild der JuPa-Wahl in Mühldorf auch mit einer Online- und Briefwahl verknüpft wird. Damit erreichen wir als Stadt alle Jugendlichen und haben somit eine höhere Wahlbeteiligung. Jedoch ist dieser Prozess aufwendig, sodass zuvor erst die Haushaltsdebatten und das Jugendforum stattfinden, um dann in die Planungen für die Wahlen zu gehen“.

Vernetzung ist das nächste Ziel

Generell zeigt sich Arz erfreut über das Parlament. „Es ist jedoch wichtig, dass wir auch außerhalb des JuPas das demokratische Verständnis der Jugend stärken, damit sich mehr junge Menschen für diese Arbeit interessieren und sich für ihre Probleme einsetzen“. Geplant seien in diesem Zusammenhang größere Veranstaltungen, bei denen alle achten und neunten Klassen der fünf Waldkraiburger Schulen mitmachen und gemeinsam diskutieren können. So soll auch die Möglichkeit entstehen, dem Bürgermeister und den Stadträten Ideen vorzustellen.

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Niklas Renner will seine bisherigen Erfahrungen weiter einbringen. Er stellt sich daher voraussichtlich wieder zur Wahl. Was sich der 22-Jährige für die Zukunft wünscht? Eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem JuPa in Mühldorf, mit dem Kreisjugendring sowie mit der Landjugend Erasmus-Pürten. Darüber hinaus steht noch etwas auf Renners Wunschliste: Das Haus der Jugend soll wieder aktiviert werden.

Das Jugendparlament

Das Jugendparlament (JuPa) vertritt die Interessen der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen und unterstützt die Stadträte sowie die Verwaltung bei Angelegenheiten in diesem Bereich. Dazu treffen sich die Parlamentarier im Normalfall monatlich, aber mindestens alle drei Monate. Die Aktivitäten des Jugendparlaments werden von der Stadt finanziert.

Alle Kinder und Jugendlichen im Alter von 14 bis 25 Jahren, die ihren Lebensmittelpunkt in Waldkraiburg haben, dürfen alle zwei Jahre die Mitglieder des JuPa wählen. Das JuPa hat mindestens fünf, höchstens zwanzig Mitglieder. Diese wählen dann aus ihrer Mitte einen Vorstand, der aus einer weiblichen und einem männlichen Vorsitzenden sowie aus einem Beisitzer und einem Schriftführer besteht. esc

Ein Mann der ersten Stunde: Christian Knapp

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