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Schneller Einsatz dreier Helfer

Waldkraiburg: Bub fällt in Innkanal - drei Helfer greifen beherzt ein und retten ihn vor dem Ertrinken

Lebensretter: (von links) Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier haben am Mittwochnachmittag einen Jungen aus dem Innkanal gezogen, nachdem dieser in das Wasser gestürzt war.Fib
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Lebensretter: (von links) Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier haben am Mittwochnachmittag einen Jungen aus dem Innkanal gezogen, nachdem dieser in das Wasser gestürzt war.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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  • Max Darga
    Max Darga
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Dank der schnellen Hilfe dreier Männer ist ein Bub am Mittwochnachmittag vor dem Ertrinken gerettet worden.

Waldkraiburg - Der Achtjährige war zuvor beim Spielen mit Freunden an der Bootseinlassstelle bei St. Erasmus ins Wasser gefallen. Weil Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier auf die Schnelle keinen Rettungsring sahen, behalfen sie sich anderweitig.

„Wir haben Schreie von Kindern gehört“, erzählt Marco Schmid am Tag nach der Rettungsaktion. Er war am Innkanal mit Mäharbeiten beschäftigt, als er und sein Kollege kurz Pause machten, um mit einem Freund zu reden.

Lautes Geschrei machte die Männer aufmerksam

Das Geschrei der Kinder war so laut, auch bei laufendem Mähfahrzeug hätten sie es wohl gehört. Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier reagieren sofort und laufen los. Am Innkanal sehen sie, was passiert ist:

Der achtjährige Junge war ins Wasser gefallen. Er drohte in die Mitte des Kanals zu treiben und von dessen enormer Fließgeschwindigkeit sowie der hohen Sogwirkung erfasst zu werden. Marco erinnert sich daran, dass sein Kollege Kilian Huber gleich die Rettung gerufen hat. Sein erster Gedanke: „Wir brauchen einen Rettungsring.“ Doch der Nächste war zu weit weg.

Warnschilder weisen auf die Gefahr hin.

Die drei Männer reagieren scharfsinnig und kurzentschlossen, wie die Polizei schreibt. Jede Sekunde zählt, denn der Bub war bereits mehrere Male unter Wasser geraten. Marco Schmid schnappt sich von einer Baustelle, die knapp 20 Meter entfernt war, ein Verkehrsschild. „Das hab ich herausgezogen und ihm hingehalten“, erklärt der 29-Jährige. Es ging alles sehr schnell: „Wir haben ihn gerade noch erwischt, bevor er ganz reingezogen wurde.“

Marco Schmid, Kilian Huber und Helmut Maier haben mit klaren Kopf reagiert. „Ich habe mir nur noch Gedanken darüber gemacht, was wir machen, wenn wir den Jungen nicht zu fassen bekommen.“ Denn der Innkanal mit seiner schnellen Strömung ist nicht zu unterschätzen und kann auch für erfahrene Schwimmer zur Gefahr werden.

Bub kann sich an Schild festhalten

Doch bevor der Bub weiter weg vom Kanalufer gezogen wird, bekommt der Bub das Schild zu fassen. Gerade noch rechtzeitig: „Eine halbe Minute länger hätte das nicht mehr dauern dürfen“, sagt Marco Schmid. Während er das Schild noch festhält, packt Helmut Maier den Jungen und zieht ihn aus dem Wasser. „Der Junge hat sich gleich bei uns bedankt. Das hat uns so viel gegeben“, schildert Marco Schmid den Augenblick. Der Achtjährige schien selbst stark mitgenommen zu sein. „Man hat ihm die Todesangst angesehen.“

Immer mehr Menschen und weitere Kinder kamen in Folge der Rettungsaktion an die Stufe herunter. Die drei Männer versuchten noch, sie vom Wasser fernzuhalten. Kurz nach der Rettung kam laut Polizei die Tante des Achtjährigen zum Unfallort. Die Schwangere erlitt einen Schock und brach zusammen.

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Dem Jungen habe man angesehen, wie viel Wasser er geschluckt hat: „Der hat direkt einen Bauch gehabt“, erinnert sich der Landschaftspfleger. Er wird nachdenklich bei dem Gedanken daran, wie gefährlich die Situation war: „Wenn wir nicht da gewesen wären, hätte er das wohl nicht überlebt.“

Der Junge kam unterkühlt mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus.

Wie die Polizei bestätigte, fiel der Junge beim Spielen in den Innkanal. Seine Schuhe hatte er vorher ausgezogen, die standen noch da, erzählt Schmid. Seiner Einschätzung nach rutschte der Junge aus und stürzte in den Innkanal. Dies hält auch die Polizei für wahrscheinlich.

Erst später realisiert Marco Schmid so wirklich, was dort am Innkanal passiert ist. „Wenn man sieht, wie ein Kind um sein Leben kämpft, das steckt man nicht einfach so weg.“ Einen kühlen Kopf bewahren kann er, aber: „Ich hätte nicht gedacht, dass ich irgendjemandem das Leben rette. Krass, wie man da reagiert. Ich war in dem Moment ganz klar. Zum Glück haben wir ihn lebendig herausgebracht.“

Der Bub kam unterkühlt ins Krankenhaus. Der Achtjährige hat sich bis gestern dort befunden haben, sollte aber im Laufe des Tages wieder nach Hause dürfen.

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