Training im Schichtbetrieb

Waldkraiburg: Beim Hallensport müssen sich Sportler einschränken

Die VfL-Handballer, im Vordergrund Markus Winkler beim Wurf, können seit Schulbeginn wieder in den Hallen trainieren. Auch bei Punktspielen müssen sie aktuell auf Duschen und Umkleiden verzichten. Die hohen Infektionszahlen im Landkreis machen das nötig.
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Die VfL-Handballer, im Vordergrund Markus Winkler beim Wurf, können seit Schulbeginn wieder in den Hallen trainieren. Auch bei Punktspielen müssen sie aktuell auf Duschen und Umkleiden verzichten. Die hohen Infektionszahlen im Landkreis machen das nötig.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Seit Schulbeginn sind auch die Hallen für den Vereinssport in Waldkraiburg wieder geöffnet. Ob Handballer, Turner oder Karatekas – nach und nach kommen wieder alle in die Hallen zurück. Damit der Trainingsbetrieb aber auch in Corona-Zeiten funktioniert, gibt es einiges zu beachten.

Waldkraiburg –Die entscheidendsten Änderungen: Trainingseinheiten sind auf 60 Minuten begrenzt und pro Hallenteil sind nur 15 Sportler zugelassen. Training im Schichtbetrieb, der Flexibilität erfordert: „Wir haben die Belegungslisten abgeändert und alle Zeiten so eingeplant, dass alle wieder Platz haben“, sagt VfL-Geschäftsführer Hubert Kamrad. Manche Teams hätten nun im Vergleich zum Vorjahr frühere Trainingszeiten, um den Hallenbetrieb zu entzerren. Auf diese Weise könnten zumindest alle bedient werden. Doch: „Die Kapazitäten werden knapp.“

60 Minuten Training sind knapp

Die Handballer des Vfl Waldkraiburg sind froh, dass sie in der Halle spielen können, dennoch bezeichnet Abteilungsleiter Fritz Stamp die Situation als „sehr schwierig“. Gerade für Teamsportarten sind 60 Minuten knapp, dann muss eine halbe Stunde gelüftet und desinfiziert werden. Die Trainingsgruppen dürfen sich untereinander nicht mischen. Ein Aufwand, den man aber gerne auf sich nimmt, um wieder zu spielen.

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Vorsicht hat bei den Jugendmannschaften Priorität, weshalb nicht alle Mannschaften zum Spielbetrieb angemeldet sind. „Geplant ist, dass die restlichen Mannschaften erst zur Rückrunde einsteigen.“ Nicht ganz einfach: „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen im Sport haben und die wiederum wollen gegen andere Mannschaften spielen“, sagt Fritz Stamp.

Vorsichtig zurückhaltend sind die Teilnehmer des Reha-Sports. „Unsere Mitglieder zählen zur Risikogruppe, weshalb sich viele einfach nicht trauen“, sagt zweiter Vorsitzender Wolfgang Eibert. Zu den Stunden der Herzgruppe würden bislang nur etwa 50 Prozent der Leute kommen. In dieser Gruppe macht sich die zeitliche Einschränkung deutlich bemerkbar. „Die Trainingszeit ist eine halbe Stunde kürzer als gewohnt.“ Zusätzlich fehlt Zeit für die Vorbereitungen der Übungsleiter, weil die Halle erst zu Trainingsbeginn betreten werden darf. Zeit für einen Plausch mit anderen Teilnehmern oder Blutdruckmessen vor dem Training, bleibe nicht mehr.

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Das macht nun jeder Teilnehmer selbst bereits zuhause. Keine Partnerübungen und kein Ausdauer-Part: Auf bestimmte Teile des Trainings verzichte man coronabedingt, was Zeit einspart. „Unser abschließendes Gruppengespräch ist nicht möglich, dazu fehlt die Zeit und es wäre viel zu viel Aufwand“, sagt Eibert. Trotz aller Einschränkungen hätten die Teilnehmer aber mittlerweile Routine entwickelt.

Stadträtin Stephanie Pollmann hatte die schwierige und teils unübersichtliche Hallensituation kürzlich im Stadtrat angesprochen. Ob denn Veränderungen möglich seien, so wie es auch schon in anderen Gemeinden passiert sei.

Bürgermeister Robert Pötzsch sagte zu möglichen Verbesserungen: „Das ist ein laufender Prozess, Veränderungen müssen immer wieder den örtlichen Gegebenheiten angepasst werden. Jede Turnhalle ist anders, jedes Lüftungssystem ist anders. Es findet ein ständiger Austausch der Stadt mit den Sportvereinen über diese Fragen statt. Die Vereine werden regelmäßig informiert.“

Bei Rot bleiben die Kabinen geschlossen

Wie schnell es zu einer ganz neuen Situation kommt, zeigt sich jetzt. Den Sportvereinen war es ein Anliegen, dass Duschen und Kabinen wenigstens bei Punktspielen benutzt werden können. Das Thema konnten sie mit der Stadt klären: „Jede Sparte kann das bei der Stadt für die nächsten Spiele beantragen“, erklärt Hubert Kamrad. Doch weil die Corona-Ampel aktuell auf rot steht, bleiben Duschen und Kabinen vorerst wieder geschlossen.

Zu groß ist das Risiko, entschied der Krisenstab der Stadt Anfang der Woche. So lange im Landkreis die Corona-Ampel auf rot ist, ändert sich daran nichts, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Springt sie wieder auf ‚Grün‘ um, können Duschen und Kabinen nach vorherigem Antrag genutzt werden. Noch nicht entschieden ist, wie bei ‚Gelb‘ verfahren wird.

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