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Rettung von Mensch, Hund und Katz‘

Wenn es im Tierheim brennt: So bereiten sich Waldkraiburgs Feuerwehren auf Ernstfälle vor

Rauch dringt aus dem Gebäude, aus dem Inneren sind Explosionsgeräusche zu hören: Die Übung am neuen Tierheim sollte möglichst unter realen Bedingungen stattfinden. Fib/eß
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Rauch dringt aus dem Gebäude, aus dem Inneren sind Explosionsgeräusche zu hören: Die Übung am neuen Tierheim sollte möglichst unter realen Bedingungen stattfinden. Fib/eß
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Noch ist das Tierheim Pürten im Bau, doch bereits vor dem Einzug kommt es hier zum ersten Einsatz für die Waldkraiburger Feuerwehren. Jeder Handgriff muss sitzen, Fehler gilt es zu vermeiden – auch unter Stress. Mögliche Fehler blieben diesmal jedoch ohne Konsequenz.

Waldkraiburg – Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude, vom Inneren sind Explosionsgeräusche zu hören und Tiergeschrei: kein leichter Einsatz für die Aktiven der Waldkraiburer Feuerwehren, denn der Einsatz am neuen Tierheim ist keine alltägliche Situation – und zum Glück auch kein Ernstfall. Noch bevor das Tierheim von seinen Bewohnern bezogen wird, hat die Feuerwehr auf dem Gelände unter realen Bedingungen eine Großübung abgehalten.

36 Räume, dazu noch zwei Wohnhäuser – da schadet ein Überblick nicht, falls es im neuen Tierheim in der Zukunft zu einem Einsatz kommen könnte. Thomas Zacherl, Gerätewart und Vorstandsmitglied bei der Feuerwehr Pürten, war es daher ein Anliegen, das neue Objekt vor einem möglichen Ernstfall zu begutachten. Am besten unter realen Bedingungen.

Dichter Nebel wabert im Gebäude

Sechs Personen wurden in dem weitläufigen Gebäude vermisst, dazu noch die ganzen Tiere, die in den vielen Zimmern untergebracht sind. Der dichte Nebel erschwerte den Einsatz: „Drei Atemschutztrupps waren in dem Gebäude, um den Brandherd und die Personen zu finden. Der Nebel war so dicht, dass sie gerade noch die Hand vor den Augen erkennen konnten“, beschreibt Übungsorganisator Thomas Zacherl die Situation.

Draußen derweil ging es darum, die Wasserversorgung vom Innkanal her sicherzustellen. Insgesamt 70 Aktive der Feuerwehren aus Pürten, St. Erasmus, Ebing und Waldkraiburg waren an diesem Abend im Übungseinsatz. Eine Übung, die Antworten liefern soll: Wo kommt das Wasser her? Wie viele Leute braucht es bei einem möglichen Einsatz? Wie ist das Gebäude aufgebaut? „Es war eine gute Praxisübung“, sagt Zacherl. Denn neben dichtem Nebel und der Geräuschkulisse waren auch Stolperfallen im Gebäude verbaut.

Nur schwer brennbares Material

Nachdem der Brandherd gefunden und das Gebäude belüftet war, konnte die Suche im Inneren weitergehen. Fünf Erwachsene und ein Kind – allesamt Puppen – wurden vermisst. Nachdem alle Personen gefunden waren, das Tierheim evakuiert war, wurde ein letztes Mal noch einmal jeder Raum kontrolliert. Kein Zimmer auslassen und keines doppelt überprüfen.

Bei einem möglichen Einsatz muss es schnell gehen: (von links) Einsatzleiter Daniel Schmidhuber, Manuela Gyimes und Thomas Zacherl gehen die Baupläne durch.

Abschlussbesprechung nach der Übung, das Fazit fällt positiv aus. „Ein paar Punkte werden wir noch mit aufnehmen, das sind aber Kleinigkeiten.“ Wie Türmarkierungen oder zusätzliche Fluchthauben für die Personenrettung. Auch ein Lob in Richtung Tierschutzverein gibt es: „Bei der Planung wurde darauf geachtet, dass mit Beton nur schwer brennbares Material verbaut wird“, sagt Zacherl.

Vorbereitet für den schlimmsten Fall

Bis zum Einzug sollen mehr Rauchmelder im Gebäude verbaut werden. „Die Melder werden mit unseren Handys verbunden, um frühzeitig gewarnt zu sein“, sagt Manuela Gyimes, Leiterin des Tierheims. Auch für das Team des Tierschutzvereins war die Übung wertvoll, gab sie noch Denkanstöße für den Fall des Falles. Bei Manuela Gyimes stieß deshalb die Anfrage auf offene Ohren: „Es schadet nicht, für den schlimmsten Fall vorbereitet zu sein.“ Sollte es tatsächlich zu einem Brand kommen, können die Tiere über eine Klappe aus den jeweiligen Räumen in ein umzäuntes Gelände freigelassen werden. Bei Inbetriebnahme des Tierheims wird es auch noch einen Hydranten geben, für die Wasserversorgung. Versorgt wurden die Aktiven nach der Übung noch mit einer Brotzeit, die ein Sponsor möglich gemacht hatte. Ein Dank geht am Ende auch in Richtung Stadt, die die Feuerwehren bei der Ausrüstung und Ersatzbeschaffungen immer unterstützt.

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