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Mit Tränen und vielen Erinnerungen

Endgültiges Aus für Waldkraiburgs „Holzkirche“: St. Johann Nepomuk ist entweiht

Auch für sie war die Holzkirche etwas Besonderes: (von links) Diakon Christian Losbichler, Pater Walter Kirchmann und Domkapitular Thomas Schlichting beim Verlesen des erzbischöflichen Dekrets zur Profanierung.
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Auch für sie war die Holzkirche etwas Besonderes: (von links) Diakon Christian Losbichler, Pater Walter Kirchmann und Domkapitular Thomas Schlichting beim Verlesen des erzbischöflichen Dekrets zur Profanierung.
  • Erika Fischer
    VonErika Fischer
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Die sogenannte „Holzkirche“, die St. Johann Nepomuk-Kirche, ist Geschichte. Sie wurde jetzt offiziell profaniert. Der abschließende Gottesdienst war noch einmal Anlass für Rückblicke und für so manche Träne.

Waldkraiburg – Ihre Tage waren schon Ende 2021 gezählt, als am 6. November die Nepomukkirche als sakraler Raum aufgegeben werden sollte. „Zwar hält sich bekanntlich nichts länger als ein Provisorium, aber alles hat seine Zeit.“ So formulierte es Pater Walter Kirchmann in seinen Abschiedsworten, die nun endgültig sind. Noch nicht entschieden ist, was auf dem Gelände der Holzkirchen passieren soll.

Ein besonderer Ort der Gemeinschaft

Der Holzbau zwischen Aussiger Straße, Veilchenweg und Enzianstraße war für viele Christen ein besonderer Ort des Gebets und der Gemeinschaft. Nicht wenigen sind die Gottesdienste und besonders die Christmette in lebhafter Erinnerung. Auch die Sakramente hatten viele bis 2021 in dieser besonderen Kirche empfangen, die bis zu 200 Leuten Platz bot. Annähernd so viele waren gekommen, auch aus einigen umliegenden Gemeinden, um sich in einem Dankgottesdienst von „ihrer“ Kirche zu verabschieden.

Domkapitular Monsignore Thomas Schlichting, Leiter des Seelsorgereferats im Erzbischöflichen Ordinariat, hielt die Heilige Messe, die der Kirchenchor Christkönig und das Ensemble Messa di voce unter Leitung von Martin Nyquist musikalisch umrahmten.

Wichtige Brückfunktion im Gemeindeleben

Schlichting erinnerte an seine Zeit von 1992 bis 1993 als junger Kaplan in Waldkraiburg. Auch habe er Waldkraiburg damals als Klein-Russland empfunden. Dazu seien noch die eben zugezogenen Banater aus Rumänien gekommen. Doch bald war ihm vieles lieb geworden in dieser „reichhaltigen Kirchengemeinde“.

Anknüpfend an das Lukas- Evangelium vom armen Samariter hob er heraus: „St. Johann-Nepomuk hatte gerade damals eine Brückenfunktion. Denn kirchliche Gemeinschaft ist immer da, wo Menschen einander helfen.“ Durch die Vollendung der Messe, die er zusammen mit Pater Kirchmann feierte, gehe ihm auch nichts mehr ab.

Altar und Tabernakel sind sicher verstaut

Ein denkwürdiger Augenblick kam, als Diakon Christian Losbichler das Dekret von Kardinal Reinhard Marx zur Profanierung vorlas: „Als Gründe dafür sind zu nennen die sinkende Zahl der Gottesdienstbesucher, der Priestermangel und unübersehbare Schäden am Bauwerk. Altar und Tabernakel werden, wie auch alles weitere Inventar, an einem sicheren Ort bis zur Weiterverwendung aufbewahrt.“

Als anschließend Pater Kirchmann seinen Dank aussprach, war vielen Besuchern die Rührung anzusehen: „Dieser Dank gilt allen, die seit 1969 da waren, die großteils bis heute ihren Dienst getan haben und mithalfen, dass St. Johann-Nepomuk eine Gemeinschaft wurde. Unter ihnen weilt heute sogar Pfarrer Hans-Joachim Quasbarth.“

Bei Besuchern gibt es Tränen

Der Abschied fiel so Manchem schwer. Lektorin Christine Bernsteiner hatte Tränen in den Augen: „30 Jahre lang war ich hier voller Überzeugung tätig. Mir fehlt Johann-Nepomuk jetzt schon.“ Helene Püschels ergänzte: „Bei unserer Trauung standen wir unter dem großen Wandkreuz. Damals war es noch in der Bunkerkirche aufgestellt und wechselte dann seinen Platz hierher.“

So hoffen viele unter den Besuchern, dass von der Ausstattung das Meiste erhalten bleibt, vor allem auch die wertvollen geschnitzten Kreuzwegtafeln.

Die Holzkirche steht auf einem städtischen Grundstück, wofür die Kirchengemeinde jedes Jahr Pacht aufbringen musste. Was nach dem Abriss des Gebäudes passieren wird, welche Pläne an dieser Stelle verfolgt werden sollen, dazu gibt es laut Stadt noch keine Pläne.

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