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Zu grosse Wasserverluste

Countdown für letzte Waldbad-Saison in Waldkraiburg: Zwei Becken bleiben geschlossen

Das Sportbecken im Waldbad ist bereit für die Saison, erste Proben hat Schwimmmeister Michael Spierling (rechts) bereits gezogen. Mit Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner freut er sich auf die letzte Saison.
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Das Sportbecken im Waldbad ist bereit für die Saison, erste Proben hat Schwimmmeister Michael Spierling (rechts) bereits gezogen. Mit Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner freut er sich auf die letzte Saison.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Noch knapp eine Woche, dann startet das Waldbad in seine Saison. Doch in der voraussichtlich letzten Saison zeigen sich die technischen Mängel noch einmal sehr deutlich.

Waldkraiburg – Ein letztes Mal alles nach dem Winter reinigen, ein letztes Mal die Becken mit Wasser befüllen, und ein letztes Mal vor Saisonstart alles auf mögliche Schäden überprüfen: Im Waldbad geht es knapp eine Woche vor der Saisoneröffnung seinen gewohnten Gang, aber auch mit einem weinenden Auge. Denn es soll die letzte Saison im Waldbad in seiner bestehenden Form sein.

Blumen werden noch gepflanzt, das Pflaster neu eingesandet, aber die Becken sind bereits startklar. „Wir haben die ersten Proben schon gezogen und warten nur noch auf die Ergebnisse“, sagt Schwimmmeister Michael Spierling. Noch sind die Wassertemperaturen mehr als nur angenehm frisch. Maximal 16 Grad sind bislang erreicht.

Zu großer Wasserverlust

Aber bis nächste Woche, wenn die ersten Badegäste kommen, haben die Becken ihre Normaltemperatur erreicht. Frieren muss dieses Jahr keiner, weil am Gasverbrauch gespart wird. „Wir nutzen die Geothermie, und damit bleiben die Wassertemperaturen auch in diesem Jahr angenehm warm“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner.

Noch ein letztes Mal wird das Waldbad in seiner bestehenden Form ausgewintert. Als hochmodern galt das Waldbad, als es 1971 eröffnet worden ist. Doch vom Glanz alter Tage ist heute kaum noch etwas übrig. Das Waldbad ist ein Sanierungsfall, das nach dem Ende dieser Saison an gleicher Stelle neu gebaut werden soll. Die Technik überaltet, die Sanitäranlagen sanierungsbedürftig und viel zu viele abgeplatzte Fliesen in den Becken. Das zeigt sich auch in seinem voraussichtlich letzten Bestandsjahr noch einmal sehr deutlich. Das Planschbecken bleibt wie schon in den vergangenen beiden Jahren geschlossen wegen der Wasseraufbereitung, die nicht mehr auf dem Stand der Technik ist.

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Doch emotional schmerzt der Anblick des abgesperrten Wellenbeckens viel mehr. Bereits zum Ende der vergangenen Saison wurde es gesperrt wegen abgeplatzter Fliesen, heuer macht es erst gar nicht auf. „Das Wellenbecken verliert täglich einfach zu viel Wasser“, erklärt Stadtwerke Geschäftsführer Herbert Lechner. Jeden Tag 60 000 Liter, wie Schwimmmeister Michael Spierling erklärt. Pro Jahr hat das Waldbad einen Wasserverbrauch von 35 000 Kubikmetern. Der Verlust müsse täglich ausgeglichen werden: Wasser wieder neu aufbereiten und das Becken stärker heizen. „Das ist einfach zu viel. Das jetzige Waldbad ist an seinem Lebensende angekommen“, sagt Lechner.

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Spierling stimmt dies zwar traurig, aber da lässt sich nicht viel machen. „Wir haben alles gemacht, was möglich ist, aber nur noch das Nötigste.“ Größere Investitionen wollte man im letzten Jahr des Bestehens nicht mehr tätigen. Damit sind heuer nur Nichtschwimmer-, Sport- und das Sprungturmbecken geöffnet.

Nach dieser Saison soll dann für alle Becken Schluss sein. Denn an gleicher Stelle soll das Waldbad neu gebaut werden. Ist eine Sanierung angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage nicht vielleicht doch sinnvoller? Lechner und Spierling haben darauf eine klare Antwort. „Eine Sanierung ist keine wirkliche Alternative.“ Die Technik ist für heutige Anforderungen zu klein dimensioniert, das Technikgebäude damit zu klein.

Vorarbeiten für den Neubau

Auch die Aufsichtssituation würde sich bei einer Sanierung nicht verbessern, eine Barrierefreiheit nicht gegeben. „Eine Sanierung wird nicht günstiger, eventuell sogar teurer. Und man hat die Risiken einer Sanierung“, sagt Lechner. Erste Vorarbeiten wie die Abbruchplanung und Bodenguteachten für den Neubau laufen bereits.

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2025 soll das neue Waldbad in Betrieb gehen. Modern, mit neuem Aussehen und neuer Technik. „Das wird die Betriebskosten deutlich senken“, sagt Lechner. Die liegen bei rund einer Million Euro, abzüglich der Einnahmen bleibe ein Verlust von rund 800 000 Euro. Für die letzte Saison hoffen Lechner und Spierling nun auf schönes Wetter, damit die Badegäste die letzte Saison genießen können. Ganz ohne Corona-Beschränkungen oder Anmeldungen wie in den vergangenen beiden Jahren.

Vorverkauf für Saisonkarten

Ab 14. Mai hat das Waldbad in Waldkraiburg wieder geöffnet. Das Bad ist an Schultagen jeweils von 10 bis 20 Uhr, an schulfreien Tagen sowie an Sonn- und Feiertagen von 9 bis 20 Uhr. Dieses Jahr gibt es wieder Saisonkarten, deren Vorverkauf vom 11. bis 13. Mai von 12 bis 18 Uhr möglich ist. Weil zwei Becken heuer geschlossen bleiben, werden alle Eintrittspreise um die Hälfte reduziert. Die Schulschwimmhalle hat noch bis zum Freitag, 13. Mai, geöffnet, das letzte öffentliche Schwimmen der Saison ist am Samstag, 7. Mai. Letzter Öffnungstag ist am 11. September.

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