Waldkraiburg: BUND Naturschutz befürchtet Siedlungsbrei

Wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten kann laut BUND Naturschutz nicht durch Aufforstung ersetzt werden.
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Wertvoller Lebensraum für Vögel und Insekten kann laut BUND Naturschutz nicht durch Aufforstung ersetzt werden.

Der Stadtrat Waldkraiburg hat die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 82 für den Bereich „Waldkraiburg West“ beschlossen, um in dem Bereich neuen Wohnraum zu schaffen.

Waldkraiburg – Das Plangebiet liegt nördlich der Staatsstraße 2352 „Inntalstraße“ und umfasst den derzeit noch unbebauten Bereich am westlichen Stadtrand Waldkraiburgs.

Der BUND Naturschutz befürchtet, dass durch die Bebauung zwischen Aschau und Waldkraiburg ein „Siedlungsbrei“ entsteht.

In seiner Stellungnahme im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange kritisiert der Verband, dass die Planung nicht die „natürliche“ Grenze, also den vorhandenen Waldrand aufgreift, sondern dass sich die Bebauung weiter nach Norden auf die Ackerflächen ausdehnen soll. Dies lehnt der BUND Naturschutz ab. Denn die Gemeinde Aschau plant unmittelbar daneben ein Gewerbegebiet, sodass eine Trennung zwischen den Siedlungsbereichen der Stadt Waldkraiburg und der Gemeinde Aschau kaum noch zu erkennen wäre.

Positiv sieht der Verband, dass als Ausgleich für die Rodung des Waldes in den Innauen bei Kraiburg eine Aufforstung erfolgt. Allerdings bedauert der Verband, dass ein wertvoller Lebensraum bei der Planung unter den Tisch gefallen ist.

Große Teile des Baugebiets wurden schon vor Jahren abgeholzt und Bäume immer wieder zurückgeschnitten. Dadurch ist ein artenreicher „Niederwald“ mit einem Brom- und Himbeerdickicht entstanden, ein Lebensraum für Vögel und Insekten.

Gerade für Wildbienen spielen die Sträucher eine äußerst große Rolle. Die geplante Aufforstung bietet keinen Ersatz, so der Verband und ein Ausgleich für den Verlust dieses speziellen Biotoptyps sei nicht vorgesehen. Bei der Stadt Waldkraiburg kennt man bereits die Einwände des Bund Naturschutz. Die Einwände abzuwägen, sei schwierig, erklärt Bauamtsleiter Carsten Schwunck.

Es brauche Ersatz für die Flächen und damit für die Tiere in diesem speziellen Biotop. „Wir sind gerade dabei, hierfür ein Konzept zu erstellen.“

Das betrifft auch den Einwand, dass die Planung nicht den vorhandenen Waldrand als natürlich Grenze aufgreift, sondern dass sich die Bebauung weiter nach Norden auf die bestehenden Ackerflächen ausdehnen soll.

Hier kann die Stadt zwar nur für die Flächen tätig sein, die innerhalb der Gemarkungsgrenze der Stadt liegen, aber: „Wir sind dabei, die Einwände aufzugreifen und eine Lösung zu finden.“

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