Waldkraiburg: Bürgerantrag zum Erhalt des Daimlerwalds ist nicht vom Tisch

Warum ist den Anwohnern der Wald an der Schilcherlinie so wichtig? Darüber diskutierten die Mitglieder der Bürgerinitiative „Waldkraiburg – Stadt im Grünen“ mit mit Vertreter verschiedener Organisationen und Parteien. lohmann

Der Waldstreifen östlich der Schilcherlinie soll 20 Meter breit werden. Doch damit will sich die Bürgerinitiative nicht abspeisen lassen: Sie hält weiter an ihrem Bürgerantrag zum Erhalt des kompletten Waldgebiets fest. Damit geht der Streit in die nächste Runde.

Waldkraiburg – Der Konflikt um die geplante Erweiterung des Industriegebiets nördlicher der Daimlerstraße ist auch nach einer Verbreiterung des Grünstreifens östlich der Schilcherlinie noch nicht beendet. Denn die Bürgerinitiative „Waldkraiburg – Stadt im Grünen“ um Irmy Pöschl-Moser machte bei einer Waldbegehung mit Vertreter verschiedener Organisationen und Parteien klar: Sie hält weiter an ihrem Bürgerantrag fest.

Mehr als 20 Leute sind an diesem Vormittag zur Schilcherlinie gekommen. Mit warmen Schuhen, Mützen und Anoraks geht es die Schilcherlinie entlang in den Wald hinein, weg vom Straßenlärm. Genau darum geht es den Initiatoren: Zu zeigen, warum dieses Waldstück so wichtig ist, warum es nicht nur für die Anwohner so viel Wert hat. Lebensraum für Tiere, Naherholung für die Anwohner und eine Abtrennung zum bereits bestehenden Industriegebiet.

Bürgerinitiative hält an Forderung fest

Damit das größer werden kann, soll ein Teil des Waldes weichen. Industrie und Wohnbebauung würden damit näher zusammenrücken – getrennt von der rund 50 Meter breiten Schilcherlinie und östlich davon nochmals 20 Meter Wald. Doch für die Bürgerinitiative ist das nicht genug: „20 Meter sind wie ein kleines Bonbon.“ Daher will die Initiative weiter an ihrer Forderung festhalten: Die geplante Erweiterung des Industriegebiets nördlich der Daimlerstraße soll gestoppt werden, das gesamte Waldgebiet muss wegen seiner besonderen Bedeutung für den lokalen Klima-, Immissions- und Lärmschutz erhalten bleiben. „Die Seite der Stadt ist gehört. Jetzt wollen wir zeigen, warum der Wald so wichtig für die Bürger ist“, sagte anfangs Irmy Pöschl-Moser.

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Im Gegensatz zu einem nebligen Tag im November sei hier im Sommer viel los: Spaziergänger mit oder ohne Hund, Jogger und Radfahrer sind auf dem Hauptweg, aber auch auf vielen kleinen Trampelpfaden unterwegs. Aber auch Angestellte der umliegenden Betriebe würden die Schilcherlinie für ihre Mittagspause nutzen. „Viele Bürger haben keinen eigenen Garten. Wo sollen die hin?“, tauchte die Frage auf. Die Schilcherlinie diene vielen als Naherholungsgebiet. „Waldbaden – hier wird das praktiziert“, ist Irmy Pöschl-Moser überzeugt. Deshalb sei die ganze Fläche notwendig.

Der Wunsch nach Naherholung einerseits, andererseits der Wunsch der Industrie nach weiteren Flächen. Anwohner und Mitglieder der Bürgerinitiative stellten bei der Waldbegehung aber genau das infrage: Brauchen die Firmen die Flächen jetzt tatsächlich? „Die Firmen drohen immer wieder damit, dass sie abwandern. Soll die Stadt den Betrieb doch gehen lassen. Wir haben jetzt die Autobahn, andere Firmen werden schon kommen“, macht ein Anwohner seinen Unmut Luft.

Ganz so einfach ist es aber nicht: Denn verliert die Stadt einen Betrieb, gehen damit Einnahmen aus Gewerbesteuern und Arbeitsplätze in der Stadt verloren. Firmen sollten effektiver bauen. „Es braucht ein Umdenken bei der Flächenverschwendung“, lautet eine andere Meinung.

Umweltgedanke mehr berücksichtigen

Den Anwohnern fehlt ein Blick auf das große Ganze, einen „Fünf-Jahres-Plan“ soll die Stadt im Kopf haben. Doch die Rahmenbedingungen in Waldkraiburg sind nicht einfach: Entwicklungsmöglichkeiten gibt es nur noch in Waldgebieten. Daher soll der neue Stadtrat einen neuen Stadtentwicklungsplan auf den Weg bringen, bei dem auch der Umweltgedanke mehr berücksichtigt werde, lautete ein Wunsch.

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Wie geht es nun für die Bürgerinitiative weiter? Die Bürgerinitiative will nun abwarten, wie der Stadtrat über den eingereichten Bürgerantrag entscheidet. Abhängig davon soll das weitere Vorgehen dann geklärt werden.

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