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Waldkraiburg bekommt Hoheitszeichen

Im Festakt zur Fünf-Jahr-Feier am 11. Juni 1955 wurde das amtliche Gemeindewappen im Gasthaus "Weißer Hirsch" vorgestellt (Bild links). Am Rathaus wurde es 30 Jahre später angebracht, flankiert vom Wappen der eingemeindeten Ortsteile Pürten (links), dessen Wappen 1972 wenige Jahre vor der Eingemeindung genehmigt wurde, und von Fraham-St. Erasmus (rechts), das sich 1964 als eine der ersten Landgemeinden im Landkreis Mühldorf ein Gemeindewappen zulegte. Das Bild unten zeigt das alte Waldkraiburger Gemeindewappen, das Bürgermeister Hubert Rösler entworfen hatte.  Fotos hg/STadtarchiv
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Im Festakt zur Fünf-Jahr-Feier am 11. Juni 1955 wurde das amtliche Gemeindewappen im Gasthaus "Weißer Hirsch" vorgestellt (Bild links). Am Rathaus wurde es 30 Jahre später angebracht, flankiert vom Wappen der eingemeindeten Ortsteile Pürten (links), dessen Wappen 1972 wenige Jahre vor der Eingemeindung genehmigt wurde, und von Fraham-St. Erasmus (rechts), das sich 1964 als eine der ersten Landgemeinden im Landkreis Mühldorf ein Gemeindewappen zulegte. Das Bild unten zeigt das alte Waldkraiburger Gemeindewappen, das Bürgermeister Hubert Rösler entworfen hatte. Fotos hg/STadtarchiv

Goldenes Zahnrad und goldener gewurzelter Baum auf blauem Grund. So sieht es aus, das Hoheitszeichen der Stadt Waldkraiburg.

Im Mai 1955, vor 60 Jahren also, hat es das Bayerische Innenministerium genehmigt. Fünf Jahre nach der Gründung der jungen Vertriebenengemeinde hatte damit auch Waldkraiburg ein offizielles Wappen.

Waldkraiburg - Mit dem Vorgänger des heutigen Stadtwappens waren die Heraldiker vom Bayerischen Hauptstaatsarchiv so gar nicht zufrieden. Den Fachleuten für Wappenkunde fehlte an diesem Emblem die Farbgebung, sie bemängelten zudem zu viele verschiedene Symbole, wie Stadtarchivar Konrad Kern in einem Aufsatz für das historische Stadtbuch schreibt.

Bei der Version von 1950 hatte kein Heraldiker oder Designer Hand angelegt. Auf Hubert Rösler selbst, den Ersten Bürgermeister Waldkraiburgs, geht diese Gestaltung zurück. Drei Elemente waren Rösler wichtig:

• Drei Nadelbäume (oben) sollten für den Hochwald stehen, dem die Gemeinde ihren Namen verdankt und der viele Vertriebene aus dem Sudetenland an ihre waldreiche und gebirgige Heimatregionen erinnern sollte.

• Eine Fabrik (Mitte) mit vier Sched-Dächern, einem Schornstein und einem Turm sollte auf die herausragende Bedeutung der Industrie in diesem neuen Gemeinwesen hinweisen.

• Vier Wohnhäuser (unterhalb der Fabrik) sollten die wachsende Zahl der Gemeindebürger verdeutlichen.

Als die Gemeinde 1952 neue Amtssiegel anschaffte, beanstandete das Hauptstaatsarchiv die Form dieses Wappens. Drei Jahre später legte der Gemeinderat deshalb ein neues Wappen fest: Von den drei Bäumen blieb einer, statt einer Fabrik sollte nun ein Zahnrad die industrielle Kraft Waldkraiburgs versinnbildlichen. Das von der Gemeinde gewünschte Haus unter dem Zahnrad fiel dem Widerspruch der staatlichen Archivverwaltung zum Opfer. Und so kam es zu der Lösung, die bis heute gültig ist: auf blauem Grund ein goldenes Zahnrad und ein goldener gewurzelter Nadelbaum.

Zehn Jahre wurde im Stadtrat eine neue Idee diskutiert: Das Zahnrad sollte ein Achsloch bekommen, damit es technikgerecht aussieht. Das Archiv in München war wieder dagegen, die Wappenänderung zu teuer. Es blieb alles wie gehabt.

Seit der Stadterhebung 1960 hat Waldkraiburg zudem eine eigene Fahne in den Farben Gold-Blau-Gold mit aufgelegtem Stadtwappen.

Vielen Bürgern ist das Stadtwappen heute gar nicht mehr präsent. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es seit Ende der 1990er-Jahre fast vom modernen, dynamischen Waldkraiburger W, abgelöst worden. Auch wenn die Funktion dieses Logos als Erkennungszeichen durchaus in eine ähnliche Richtung geht, als offizielles Hoheitszeichen kann es dem Stadtwappen nicht den Rang ablaufen. hg

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