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Vor 50 Jahren eröffnet

Vom Kühlbecken zum modernen Bad: Waldkraiburger Waldbad feiert Jubiläum

Wellenbecken, Großwasserrutsche und Nichtschwimmerbecken – ab 1971 war das Waldkraiburger Freibad eines der modernsten in ganz Süddeutschland.
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Wellenbecken, Großwasserrutsche und Nichtschwimmerbecken – ab 1971 war das Waldkraiburger Freibad eines der modernsten in ganz Süddeutschland.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Sprungturm, Schwimmerbecken und nicht zuletzt das Wellenbecken machen das Waldbad zu etwas Besonderem. Auch wenn es mittlerweile etwas in die Jahre gekommen ist, man muss es ihm nachsehen: Heuer feiert das Waldbad seinen 50. Geburtstag und blickt dabei auf größere Veränderungen.

Waldkraiburg – Das Waldbad war nicht das erste Bad in der damals noch jungen Stadt Waldkraiburg. Bereits 1948 wurden die beiden ehemaligen Kühlbecken der Kraftanlagen zum Schwimmen genutzt. Erst 1969 begann der Bau zum Waldbad in seiner heutigen Form. Am 30. Juni 1971 wurde es nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht, 1972 kam die Sprungturmanlage hinzu.

Als Sportstätte geschätzt

Noch im Eröffnungsjahr führen Deutschland, Großbritannien und die Niederlande einen Dreiländer-Schwimmwettkampf durch, 1972 trainieren hier Mannschaften aus Großbritannien und den Niederlanden vor den Olympischen Spielen. Das Waldbad hat sich als Sportstätte einen großen Bekanntheitsgrad erworben.

Dass es gerade für Wettkämpfe so attraktiv ist, dazu hat Wolf Jürgen Elger viele Ideen einfließen lassen. Denn der Architekt war selbst aktiver Schwimmer: „Bei Wettkämpfen hatte ich schon viele andere Bäder gesehen. Ich wollte, dass das Waldbad etwas Besonderes wird.“

In der Vergangenheit war das Waldbad immer wieder Wettkampfstätte.

Es war das erste und einzige Freibad, das er geplant hat. Mit Sprungturm und Wellenbecken wird es schnell zu einer Attraktion im ganzen süddeutschen Raum. Und noch heute schätzen Schwimmer das Waldbad als Sportstätte.

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„Es ist einmalig in seiner Art und Weise“, sagt Jan Hoffmann, Spartenleiter der Piranhas. Ausreichend Platz und eine gute Sicht von den Tribünen auf das vertiefte Becken machen die Anlage für Schwimmer und Zuschauer zu „etwas Tollem“. Ob zum Training oder Wettkampf – die Schwimmer der Piranhas kommen gerne hierher. „Wir lieben das Bad. Es ist ideal für den Sport“, sagt Hoffmann. Dieser Charakter soll in Zukunft erhalten bleiben.

Noch vor knapp fünf Jahren war ungewiss, wie diese Zukunft aussehen könnte. Gesperrte Becken, abgeplatzte Fliesen, eine veraltete Technik und sanierungsbedürftige Sanitäranlagen – das Waldbad war längst in Jahre kommen. Architekt Elger spricht davon, dass es „stark vernachlässigt wurde. Das hätte nicht sein dürfen“.

Neubau an anderer Stelle

Plötzlich gab es die Idee, das Waldbad an anderer Stelle in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aschau zu errichten. „Wir hätten uns nicht träumen lassen, dass das passiert“, sagt Jürgen Zabelt, der Mitinitiator für den Förderverein Waldbad war. Ging es ursprünglich darum, das Bad wieder auf Vordermann zu bringen, stand plötzlich ein Neubau zur Debatte. „Wir hatten nach einer Möglichkeit gesucht, dagegenzuhalten, und das Ganze nahm dann eine Eigendynamik an“, sagt Zabelt. Bürgerbegehren, Bürgerentscheid – ohne die vielen Mitstreiter wäre dies nicht möglich gewesen.

Inzwischen steht längst fest, dass das Waldbad am Standort neu gebaut wird. Im Herbst wird über die Vorschläge der Architekten entschieden. „Wir fiebern dem entgegen und sind gespannt, welche Ideen der Wettbewerb bringt“, sagt Zabelt. Mitglieder des Fördervereins waren eingebunden in eine offene Projektarbeit zur Zukunft der Anlage. „Bei all den hitzigen Diskussionen: Wir hatten alle ein Bad für Waldkraiburg als Ziel erkannt.“ Wichtig für den Verein ist nun, dass Sprungturm und Schwimmerbecken erhalten bleiben. „Dass das Wellenbecken nicht zu halten ist, ist ein Kompromiss, der wehtut.“

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Dass das Waldbad dort bleibt, wo es seit 50 Jahren seine Heimat hat, freut auch Fritz Schmidt. Er ist ein langjähriger Unterstützer, der ab 1954 in der Schwimmsparte des VfL Mitglied war. Der Bau des modernen Schwimmstadions mit Sprunganlage und Wellenbecken war für ihn eine „wahre Perle unter allen Bädern der Region“. Noch immer ist er dem Waldbad mit vielen schönen Erinnerung verbunden und wünscht sich diese auch für die Besucher. „Mich freut es sehr, dass der Waldkraiburger Stadtrat sich nach 50 Jahren für den Erhalt des Standortes entschieden hat“, sagt Schmidt.

Keine großen Veränderungen

Das war allen Vier wichtig: Das Waldbad soll in der Stadt bleiben. Dass es erst 50 Jahre nach dem Bau sein Äußeres ändert, überrascht sogar den Architekten: „Es ist verwunderlich, dass es sich so lange ohne größere Veränderungen gehalten hat.“ Ein Freibad sollte zwar keinen Trendbewegungen unterworfen sein, aber heutzutage brauche es eben Höhepunkte, um Besucher anzulocken.

Weit hinab geht es bei der Sprungturmanlage. Einen Zehn-Meter-Turm haben nicht viele Freibäder.

Eine Kombi aus Sport und Schwimmen, in die Moderne gehoben, das wünscht sich Jan Hoffmann für die Zukunft der Anlage. „Es wäre schade, wenn das Waldbad als Sportstätte verloren gehen würde.“ Auch für den Förderverein wird die Arbeit mit dem Neubau nicht vorbei sein. „Wir wollen weiterhin ein größtmögliches Angebot erhalten, und auch so gibt es immer wieder Kleinigkeiten zu tun“, sagt Zabelt. Das geht am Wochenende bereits los: Dann wird erst einmal der runde Geburtstag groß gefeiert.

50 Jahre Waldbad – ein Grund zum Feiern

Für Samstag und Sonntag, 24. und 25. Juli, organisieren der Förderverein Waldbad, die Schwimmsparte Piranhas des VfL Waldkraiburg und die Stadtwerke ein Jubiläumsfest. Der Badebetrieb startet am Samstag regulär um 9 Uhr. Ab 13 Uhr beginnen die Aktionen der Aqua-Gaudi für die Gäste. Eine durchlaufende Karibikwelle, Airbrush-Tattoos, ein Cycling-Marathon und Aqua-Gymnastik sorgen für Abwechslung. Der Höhepunkt ist ab 15 Uhr die Splash-Diving-Show mit Raini Riede und Freunden. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Schwimmabzeichen zu machen. Bis 22 Uhr ist das Waldbad geöffnet, eine Cocktailbar wird auf der Musikwiese aufgebaut.

Am Sonntag geht es ab 9 Uhr mit dem Waldbadfest weiter. Blasmusik gibt es am Sportbecken zu hören, nachmittags spielt eine Band am Kiosk. Außerdem stellen sich die einzelnen Sparten des VfL Waldkraiburg vor. Der Eintritt kostet 50 Cent. Das Bad schließt am Sonntag um 20 Uhr.

Das gesamte Programm ist unter www.50jahrewaldbad.de zu finden.

Die Plätze sind coronabedingt an beiden Tagen begrenzt. Vorab kann man sich über das Buchungssystem der Stadtwerke einen Platz im Bad sichern.hi

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