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Nach jahrelangen Diskussionen um die Zukunft

Es ist entschieden: Das ist der Siegerentwurf für das Waldkraiburger Waldbad

Wellenbecken, Großwasserrutsche und Nichtschwimmerbecken – ab 1971 war das Waldkraiburger Freibad eines der modernsten in ganz Süddeutschland.
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Das Waldbad in Waldkraiburg: diese Ansicht wird bald Geschichte sein. Alle Entwürfe für den Neubau ändern das Gesicht des Bades komplett.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Nach mehrstündigen Diskussionen steht der Sieger im Wettbewerb für den Neubau des Waldbads fest. Die Jury hat sich für den Entwurf des Regensbürger Architekturbüro Dienzinger in Zusammenarbeit mit adlerolesch Landschaftsarchitekten entschieden. Am Mittwoch wurden die Preisträger vorgestellt. Damit ist klar, dass das Waldbad ein komplett neues Erscheinungsbild bekommen wird.

Waldkraiburg – Sprungturm, das Schwimmerbecken und nicht zuletzt das Wellenbecken machen das Waldbad zu etwas Besonderem. Doch es besteht Handlungsbedarf. „Es ist am Lebensende angekommen. Wir müssen etwas tun, sonst müssen wir das Waldbad zusperren“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch eingangs bei der Vorstellung der eingereichten Entwürfe im Haus der Kultur.

Seinen 50. Geburtstag hat das Waldbad heuer gefeiert, mit den Neubauplänen hat es wieder eine Zukunft. Noch vor fünf Jahren war diese ungewiss: Gesperrte Becken, abgeplatzte Fliesen, eine veraltete Technik und sanierungsbedürftige Sanitäranlagen – es kam die Idee auf, das Waldbad an anderer Stelle in interkommunaler Zusammenarbeit mit der Gemeinde Aschau zu errichten. Doch die Pläne stießen in den Gemeinden auf Kritik. Zuletzt beriet eine ergebnisoffene Projektgruppe, ein Realisierungswettbewerb zur Sanierung/Neubau folgte.

Der Sieger des Realisierungswettbewerbs zum Waldbad steht fest. Für Bürgermeister Robert Pötzsch (links) und Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner geht es jetzt mit Hochdruck weiter, denn nur, wenn alles rechtzeitig fertig ist, ist mit einer finanziellen Förderung zu rechnen.

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Die Diskussion um die Zukunft des Waldbads hatte in der Vergangenheit zwar hohe Wellen geschlagen. Wie das Waldbad aber in eine neue Zukunft geführt wird, das interessierte jetzt aber kaum jemanden. Nur etwas mehr als 20 Zuhörer wollten im Haus der Kultur die Wettbewerbs-Entwürfe sehen. 

Architektenwettbewerb: Der Siegerentwurf für das neue Waldbad Waldkraiburg ist gekürt

Ein Blick auf die Beckenlandschaft: Das eingeschossige Gebäude grenzt zur Straße hin ab, das Nichtschwimmer- und Babybecken im Hintergrund liegen nah zum Kiosk. Für Familien ein Vorteil.
Wo jetzt Sprungturm und Sportbecken sind, sollen später Parkplätze sein. Die Becken rutschen weiter in das Gelände hinein, Liegewiese und Beckenlandschaft gehen ineinander über.
Der Entwurf sieht vor, dass auf der Ostseite neue Parkplätze entstehen. Wer das Waldbad betrifft, hat den Zehn-Meter-Turm sofort im Blick.
Der Arena-Charakter am Sportbecken bleibt annähernd erhalten. Zusätzliche Liegeflächen entstehen auf dem Dach des Hauptgebäudes. Ob sich dieser Entwurf für die gesetzten 12,6 Millionen Euro umsetzen lassen, schien der Jury aber fraglich. Am Ende entschied sich die Jury mit 5:4 dagegen und landete auf dem zweiten Platz.
Architektenwettbewerb: Der Siegerentwurf für das neue Waldbad Waldkraiburg ist gekürt

Großes Augenmerk legte die Jury bei der Bewertung der Entwürfe auf die möglichen Kosten. Denn: „Wir wollen von den hohen Unterhaltskosten von rund 800 000 Euro jährlich runterkommen“, sagte Pötzsch. Die Parkplatzsituation mittels Tief- oder Hochgarage zu lösen, spart zwar Platz, aber nicht an Kosten. „Das hätte die Kosten gesprengt“, sagte Pötzsch. 12,6 Millionen Euro sind für das Waldbad eingeplant.

Das Waldbad bekommt in allen Entwürfen ein ganz neues Gesicht

Zu den Kosten lässt sich bislang nicht viel sagen. Die Wirtschaftlichkeit des neuen Waldbads hat zwar eine große Rolle gespielt, Detailkosten sind aber in diesem Stadium noch nicht üblich. „Die Jury hat Kernwerte ausgerechnet, die Rückschlüsse möglich machen, sagte Jakob Oberpriller, der als Architekt den Wettbewerb begleitete. Dass die Architekten in ihren Entwürfen auf einen Neubau setzen, hat für Bauamtsleiter Carsten Schwunck einen Grund: „Ein Komplettbau ist wohl finanziell und funktionell der bessere Weg.“

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Die Anordnung der Becken, der überbaute Raum oder die Abstände zwischen den Becken – die Jury ließ viele Faktoren in die Bewertung einfließen. Was bei fast allen Entwürfen gleich ist: Das Waldbad ändert sein Erscheinungsbild von Grund auf. Nur in einem Entwurf bleibt das Sportbecken mit seinem Arena-Charakter an der jetzigen Stelle.

Nächstes Jahr ist die letzte Saison

Der Siegerentwurf rückt Becken und Liegewiese enger zusammen als bisher (siehe unten), ein Aspekt, der die Jury überzeugt hat. Die Nähe vom Baby- und Nichtschwimmerbecken zum Kiosk bewertete Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner als positiv: „Diesen Komfort kann man als Eltern genießen.“

Aber auch die Anordnung der Becken war wichtig. „Sie sind zentral um den Aufsichtsbereich und alle auf einem Niveau“, sagte Lechner. Dadurch brauche man weniger Aufsichten als bisher, was Personalkosten einsparte.

Die Entscheidung fiel am Ende knapp aus. Mit 5:4 stimmte die Jury knapp für den Siegerentwurf. Der Zweitplatzierte – Glaser Architekten und Lex Kerfers Landschaftsarchitekten – erhielt in seinem Entwurf annähernd den Arenacharakter, den das Waldbad heute hat. Die Liegeflächen auf der Tribüne werden ergänzt durch Liegeterassen auf den Dachflächen mit Blick auf die Becken. Doch die Frage nach der Finanzierbarkeit gab am Ende dem anderen Entwurf den Vorzug.

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Viel Zeit zu verlieren gibt es nach dem Wettbewerb nicht. Bereits in der nächsten Stadtratsitzung wird das Gremium über den Siegerentwurf diskutieren und den finalen Startschuss für die konkrete Planung geben. Mit den Architekten wolle man nun die Gespräche suchen, um kleinere Bedenken auszuräumen. „Wir dürfen keine Ehrenrunde drehen, sondern müssen Vollgas geben“, sagte Bürgermeister Pötzsch. Denn durch eine finanzielle Förderung ist man zeitlich unter Druck.

Nächstes Jahr soll das Waldbad noch einmal in seiner alten Form öffnen, bevor es 2023/2024 wegen des Neubaus geschlossen ist.

Das sieht der Siegerentwurf vor

Einen langen eingeschossigen Gebäudekomplex im Eingangsbereich sieht der Siegerentwurf vom Architekturbüro Dienzinger aus Regensburg und den Landschaftsarchitekten adlerolesch aus Nürnberg vor. In einem Teilbereich ist dieser nach oben hin offen, wo eine kleine Tribüne in das Gebäude integriert werden soll.

Wer das Waldbad betritt, hat gleich den Blick auf die Becken im Waldbad. Auf der einen Seite die sportlichen Angebote (das Schwimmerbecken und den Sprungturm), auf der anderen Seite das Nichtschwimmerbecken samt Rutschenanlage, das Babybecken und ein Spraypark. Das Nichtschwimmerbecken ist ausgestattet zum Beispiel mit Sprudelliegen und Massagedüsen. Die Nähe zwischen Nichtschwimmer- und Babybecken zum Kiosk könne für Familien von Vorteil sein. Den Besucher bietet nach Aussage der Jury der Entwurf „viel attraktive Fläche“.

Großzügiger Parkplatz geplant

Parkmöglichkeiten direkt vor dem Gebäude soll es künftig nicht mehr geben. Die sollen zugunsten eines attraktiveren Eingangsbereiches weichen, wo man aber Personen ein- und aussteigen lassen kann. Ein großzügiger Parkplatz an der Ostseite soll die Parksituation rund um das Bad verbessern. Saisonkartenbesitzer können von dort durch einen Nebeneingang den Weg zum Bad abkürzen.

Direkt an die Beckenlandschaft schließt sich die Liegewiese an, an deren westlichen Ende Platz ist für ein Beachvolleyball- oder Beachsoccerfeld. Holzdecks entlang der Becken und die Tribüne bieten weitere Liegemöglichkeiten. Umkleiden sind angrenzend zum Hauptgebäude geplant.

In dem eingeschossigen Gebäude mit einem begrünten Dach sind auch der Kiosk und Vereinsräume geplant, von denen es künftig auch mehr als bislang geben soll. Am Ende des Gebäudes besteht die Möglichkeit, bei Bedarf eine Ganzjahressauna in das Waldbad zu installieren.

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