Ab ins Waldbad

„Komm, lass uns baden gehen, 36 Grad, und es wird noch heißer“ – na ja, ganz so heiß war es diese Tage zwar nicht, wie es das deutsche Pop-Duo „2Raumwohnung“ besingt.

Trotzdem heiß genug, dass man lieber im Waldbad schwitzen möchte als am Arbeitsplatz. Aber wer in Zeiten von Corona baden gehen will, muss schnell sein. Denn die 800 freien Plätze im Waldbad stehen Hoch im Kurs.

Noch mehr Schweißtropfen vergießen, weil man auf dem heißen Asphalt an der Kasse warten muss, darauf hat nun wirklich keiner Lust. Muss aber auch nicht sein, denn die Stadtwerke haben sich was einfallen lassen: Ein Besucherzähler auf der Homepage soll die Badegäste am besten dann ins Waldbad locken, wenn es noch freie Kapazitäten gibt. Wer zu spät kommt, der sieht zumindest, wie viele bereits vor einem warten.

„Pack die Badehose ein“ – egal ob im Büro, beim Einkaufen oder griffbereit im Hausflur: Die Badetasche gehört im Sommer zur Standardausrüstung – jetzt mehr noch als sonst. Denn wer früh genug ins Waldbad kommt, braucht nicht warten. Spontanität ist Trumpf.

Mit Spontanität kennt sich auch die Pürtener Feuerwehr aus. Die schüttelt wohl schneller eine Fahrzeugweihe aus dem Handgelenk, als so mancher seine Badetasche gepackt hat. Da wollten sie grade eben noch die geplante Weihe mit 50 geladenen Gästen absagen und keine Stunde später war das Fahrzeug geweiht. Sogar das Festessen ließ sich auf die Schnelle organisieren: Der Pizzabote brachte Pizza zum Feuerwehrhaus. Spontaner geht’s kaum.

Wenn‘s nur auch so schnell für die Bewohner vom Stadtplatz 16 vorwärtsgehen würde. 30 Menschen haben nach dem Brandanschlag im April ihr Zuhause verloren. Aus Wochen wurden Monate und jetzt ist nicht einmal gewiss, dass sie bis Ende des Jahres in ihre Räume im Brandhaus am Sartrouvilleplatz zurückkehren können. Ein „Wiedereinzug als Weihnachtsgeschenk“ heißt es, aber so recht will daran keiner glauben – auch wenn jetzt erst der Sommer richtig startet.

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