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Seit 25 Jahren Seelsorger

Wahlheimat Waldkraiburg: Pfarrer Schmidt übernimmt 1. Pfarrstelle der evangelischen Kirche

Hier sitzt Lars Schmidt beim „blühenden Kreuz“, das im Rahmen des „Grünen Gockels“ angelegt wurde.
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Hier sitzt Lars Schmidt beim „blühenden Kreuz“, das im Rahmen des „Grünen Gockels“ angelegt wurde.
  • VonUrsula Huckemeyer
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Seit 15 Jahren ist Lars Schmidt evangelischer Seelsorger in Waldkraiburg. Jetzt hat er die 1. Pfarrstelle übernommen und hofft, dass die vakante 2. Pfarrstelle so bald wie möglich besetzt werden kann.

Waldkraiburg – „Unsere Stadt ist bunt, vielfältig und wunderbar“, so schwärmt der evangelische Pfarrer Lars Schmidt von seiner Wahlheimat. Was er aber bedauert: Waldkraiburg werde von Außenstehenden oftmals verkannt. Und diese Tatsache, so befürchtet Schmidt, könnte negativen Einfluss auf die jetzt neu zu besetzende zweite Pfarrstelle mit sich führen.

Oft würden aus Personalmangel sogar Pfarrstellen inmitten schöner Landschaften nicht mal termingerecht besetzt. Jedenfalls drehte sich das Personalkarussell der evangelischen Kirchengemeinde in den letzten Monaten ziemlich schnell: Pfarrer Simon Stritar wechselte am 1. April nach Neuötting. Seine Frau, Pfarrerin Anita Leonhardt, hat zum 1. August ihren Wirkungskreis Waldkraiburg zugunsten einer Pfarrstelle in Mühldorf aufgegeben. Das Ehepaar teilte sich eine Pfarrstelle. Auch die ehemalige Vikarin Inga Seidel verabschiedete sich von der Kirchengemeinde. Lars Schmidt, bisher auf der zweiten Pfarrstelle tätig, hat die erste Pfarrstelle übernommen.

Die zweite Pfarrstelle liegt Pfarrer Schmidt

Der 56-Jährige kam im Oktober 2006 nach Waldkraiburg. „Die Aufgaben einer zweiten Pfarrstelle entsprechen eigentlich ganz meinen Interessen“, so Lars Schmidt, der ergänzt: „Gerade die Seelsorge, die Gottesdienste sowie die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen verrichtete ich immer mit großer Begeisterung“. Weil aber Veränderungen zum Leben gehören bewarb sich Lars Schmidt nun für die erste Pfarrstelle, die zahlreiche Verwaltungsaufgaben beinhaltet. Einige Bereiche wie den Konfirmandenunterricht wird der Pfarrer daher abgeben müssen. Um das Thema Ökumene will sich der gebürtige Berliner aber weiterhin kümmern. Auch der „Grüne Gockel“, das Umweltmanagement der Kirche, liegt Lars Schmidt besonders am Herzen. Schließlich wurde die evangelische Kirche Waldkraiburg bereits vor Jahren damit zertifiziert.

„Wir fühlen uns hier bestens aufgehoben“

Wie der Familienvater erzählt, wären der Kirchenvorstand, die Landeskirche sowie Dekan Peter Bertram sofort hinter seinem Wunsch gestanden, sich für die erste Pfarrstelle zu bewerben. In der evangelischen Kirche ist es üblich, nach zehn oder 15 Jahren die Stelle beziehungsweise die Kirchengemeinde zu wechseln.

„Ich bin Vater eines fünfjährigen Sohnes und einer zweijährigen Tochter. Meine Frau Nadine und ich möchten in Waldkraiburg bleiben. Wir fühlen uns hier bestens aufgehoben. Die Familie spielte daher eine Rolle bei meiner Bewerbung“, gibt Lars Schmidt offen zu.

Zweite Pfarrstelle ist derzeit nicht besetzt

Da die zweite Pfarrstelle nun frei ist, muss sich Pfarrer Schmidt mit Kolleginnen und Kollegen absprechen, um die anfallenden Arbeiten zu stemmen. „Ich bin zwar ein bisschen aufgeregt, aber die Freude über meinen neuen Aufgabenbereich überwiegt. Außerdem begleitet mich ein hervorragendes Team“, betont der 56-Jährige.

Vakanz soll im Februar 2022 aufgehoben werden

Und Dekan Peter Bertram vom Dekanat Traunstein führt aus: „Die Vakanz bewältigt Pfarrer Schmidt mit Diakon Fred Keilhammer, einem aktiven Kirchenvorstand und nicht zuletzt mit Pfarrerin Dr. Sabrina Hoppe“. Es schaut allerdings so aus, als ob Pfarrerin Hoppe nur bis November in Waldkraiburg aushelfen könnte. „Die Stelle ist eine sogenannte Springerstelle und zeitlich befristet“, so Dekan Bertram.

Die Stellenausschreibung für die zweite Pfarrstelle ist bereits angelaufen. Das Besetzungsrecht liegt beim Kirchenvorstand. Dekan Bertram hofft, die Vakanz im Februar 2022 für beendet erklären zu können. Lars Schmidt ist nicht ganz so optimistisch. Er stellt sich auf eine längere Zeit ein. Der Pfarrer ist auf dem Gebiet „Vakanz“ erprobt. Immerhin ist es die dritte Vakanz während seiner Zeit in Waldkraiburg.

Nach der letzten Vakanz erlitt der 56-Jährige einen Herzinfarkt. „Ich muss wohl ein bisschen mehr auf mich achten“, meint Schmidt, der mit seiner Familie derzeit auf Erholungsurlaub ist. Es geht zuerst nach Mecklenburg-Vorpommern und später auf die Insel Krk.

Der Wein ist seine Leidenschaft

Ein bisschen Entspannung im Alltag gewährt außerdem des Pfarrers große Leidenschaft; der Wein. Wein sei wie der Mensch, ganz unterschiedlich und spannend, so seine Analyse. Pfarrer Schmidt sammelt besondere Wein-Jahrgänge. Was ihm jedoch gar nicht schmeckt: 1965, sein Geburtsjahrgang, ging als schlechtes Weinjahr in die Geschichte ein.

Stichwort: Der Grüne Gockel

Der Grüne Gockel ist das Zertifikat für ein Umweltmanagementsystem in evangelischen Kirchengemeinden, kirchlichen und diakonischen Einrichtungen. Ziel ist es, die Arbeit vor Ort umwelt- und klimafreundlicher zu gestalten. Gemeinden mit dem Grünen Gockel legen Umweltschwerpunkte in der Bildungsarbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, bei Anschaffungen oder bei Neubau und Sanierung ihrer Gebäude. Zertifizierten Gemeinden gewährt die Landeskirche Zuschüsse zu allen Bau- und Sanierungskosten.

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