Trotz Hygienekonzept

Vorweihnachtsstimmung im Keller: Waldkraiburger Jugendparlament muss „Adventsweg to go“ absagen

Ein Bild aus schöneren – Corona-freien – Adventstagen: Der Waldkraiburger Christkindlmarkt wurde schon vor Wochen abgesagt. Jetzt ist den hohen Infektionszahlen im Landkreis auch eine Light-Version des Jugendparlaments mit Hygienekonzept und einigen wenigen Ständen zum Opfer gefallen.
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Ein Bild aus schöneren – Corona-freien – Adventstagen: Der Waldkraiburger Christkindlmarkt wurde schon vor Wochen abgesagt. Jetzt ist den hohen Infektionszahlen im Landkreis auch eine Light-Version des Jugendparlaments mit Hygienekonzept und einigen wenigen Ständen zum Opfer gefallen.

Der „Adventsweg to go“ sollte vorweihnachtliche Stimmung in Waldkraiburg verbreiten, wenn schon der Christkindlmarkt ausfallen muss. Doch die wochenlangen Vorbereitungen des Jugendparlaments (JUPA) waren für die Katz.

Waldkraiburg – Seit Dienstag wissen die jungen Leute vom Landratsamt: Trotz Hygienekonzept wird es nichts mit dem Mini-Budenzauber to go. Die Veranstaltung, die am dritten Adventswochenende geplant war, verträgt sich nicht mit der 9. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung, die seit 1. Dezember in Kraft ist.

Alles war vorbereitet, Flyer und Plakate gedruckt

Niklas Renner, der Vorsitzende des Jugendparlaments, ist enttäuscht. Er und seine Mitstreiter hatten sich so drauf gefreut, den Leuten im Rahmen der ohnehin eng gesteckten Corona-Bedingungen doch ein bisserl was Vorweihnachtliches bieten zu können. Auf dem Außengelände des Hauses der Jugend sollte in U-Form, mit Einbahnregelung, Abstand, Maskenpflicht und Kontaktdatenregistrierung ein Mini-Weihnachtsmarkt aufgebaut werden: drei bis fünf Buden mit alkoholfreien Getränken, Waffelinis, die das JUPA beim Christkindlmarkt anbietet, und anderen Leckereien. Es war angerichtet, Flyer und Plakate schon gedruckt.

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Hygienekonzept ausgearbeitet

Unterstützt wurden die jungen Leute vom Team des Jugendzentrums K 5, dem Haus der Jugend. Wie Philipp Schmid, der Leiter des K 5, mitteilt, liefen die Vorbereitungen in enger Abstimmung mit der Stadt und den Behörden. Das Hygienekonzept war vom Gesundheitsamt abgesegnet. Die hohen Infektionszahlen, die in den letzten Wochen nicht wirklich sinken wollten, machten die Vorbereitungen für die Veranstaltung nach seinen Worten aber zunehmend zur Zitterpartie.

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Am Dienstag früh war sie vorbei. Das Landratsamt sorgte für Klarheit. Den Veranstaltern wurde mitgeteilt, dass außerschulische Bildungsangebote in Präsenzform untersagt seien. Das betrifft sämtliche Formen der Jugendarbeit in ganz Bayern. Selbst die aufsuchende Sozialarbeit seiner Kollegin, Streetworkerin Wagma Ansari, sei derzeit untersagt, bestätigt Philipp Schmid.

Kontaktbeschränkungen nochmals verschärft

Mit dieser Verordnung werden laut Landratsamt die Kontaktbeschränkungen nochmals verschärft. „Zusätzlich gelten weitere verschärfte Regelungen bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 200, wie wir sie im Landkreis verzeichnen.“

Demnach sind laut Paragraf 25 der Verordnung Märkte zum Warenverlauf untersagt. Ausgenommen ist nur der Verkauf von Lebensmitteln im Rahmen regelmäßig stattfindender Wochenmärkte zur Versorgung der Bevölkerung.

Veranstalter wollen keine Risiken eingehen

Dieser Passus bedeutete das Aus für den Adventsweg. Selbst bei drei Ständen entstehe ein gewisser Marktcharakter, lässt das Landratsamt die Veranstalter wissen. Die Veranstaltung sei „leider nicht zulässig“.

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Schmid: „Wir haben über Alternativen nachgedacht.“ Die Stehtische sollten entfernt werden. Es habe auch die Überlegung gegeben, nur einen Stand aufzubauen und die Leckereien auszuliefern. Am Ende fiel die Entscheidung gegen den „Adventsweg“ in jeder Form. „Wir wollten die Veranstaltung nicht auf Biegen und Brechen durchziehen. Wir haben eine gewisse Vorbildfunktion und eine gesellschaftliche Verantwortung“, begründet Schmid diesen Schritt, der im Einvernehmen mit der Stadt erfolgte. Auch das Jugendparlament steht trotz aller Enttäuschung dahinter, wie Niklas Renner sagt. „Wir sehen selbst, dass die Infektionszahlen sehr hoch sind. Wenn man Veranstaltungen dieser Größe sein lässt, hilft es, wieder zur Normalität zurück zu kehren.“

Auch Adventsmarkt in Mühldorf abgesagt

Der Adventsweg des JUPA ist nicht die einzige Christkindlmarkt light-Version, die im Landkreis kurzfristig abgesagt wurde. Auch der Adventsmarkt am Terrassencafé am Inn in Mühldorf, der am Samstag/Sonntag, 5./6. Dezember, geplant war, scheitert Corona-bedingt.

Dagegen findet in Rosenheim der Christkindlmarkt light mit acht Essens- und Getränkeständen in der Innenstadt statt. Auch dort hat es eine 7-Tage-.Inzidenz von deutlich über 200.

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