Vor 50 Jahren: Waldkraiburger Firma erhöht Löhne vor Tarifeinigung um 15 Prozent

Die Realschule hat nach mehreren Erweiterungen heute eine ganz andere Dimension. In der Woche vor 50 Jahren wurde die Schule, die Keimzelle des Schulzentrums Süd war, offiziell eingeweiht.
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Die Realschule hat nach mehreren Erweiterungen heute eine ganz andere Dimension. In der Woche vor 50 Jahren wurde die Schule, die Keimzelle des Schulzentrums Süd war, offiziell eingeweiht.

Keine FakeNews hat die Heimatzeitung in der Woche vor 50 Jahren verbreitet, auch wenn es aus heutiger Sicht unglaublich klingt: Noch vor einer Einigung im Tarifstreit der bayerischen Metallindustrie erhöht die Waldkraiburger Pumpenfabrik Dickow alle Tariflöhne ab 1. November 1970. Um nicht weniger als 15 Prozent.

Waldkraiburg und die Welt – Dies geschehe „nach eingehenden Verhandlungen mit dem Betriebsrat“, so die Geschäftsführung des nicht tarifgebundenen Unternehmens. Damit wolle man der allgemeinen Tarifentwicklung vorgreifen. Bayernweit sieht es nach einer Konfrontation zwischen den Tarifparteien aus. Die Zeichen stehen auf Streik.

Gummiwerk gewährt Zuschüsse für Wechsel an höhere Schule

Ein weiterer erfolgreicher Industriebetrieb schafft Anreize auf einem anderen Gebiet: Das Gummiwerk unterstützt künftig jedes Kind eines Mitarbeiters, das eine weiterführende Schule besucht mit einem jährlichen Zuschuss von 200 Mark. Für Kinder, die mehr als zehn Kilometer von der Schule entfernt wohnen, erhöht sich der Betrag auf 300 Mark.

Für 363 Grundschulkinder aus dem westlichen Stadtgebiet wird der Schulweg kürzer. Sie ziehen in die neue Grundschule an der Graslitzer Straße ein.

Große Pläne für Schulzentrum Süd

100 Klassen und rund 3500 Schüler sollen einmal im Schulzentrum Schulzentrum Süd Platz finden, für das die Stadt rund 60 000 Quadratmeter Grund sichert. Neben der bereits bestehenden neuen Realschule (16 Klassen), die in der Woche vor 50 Jahren offiziell eingeweiht wurde, soll auch die Grundschule auf eine Kapazität von 16 Klassen erweitert werden. Außerdem geplant sind ein Gymnasium (24 Klassen), eine Hauptschule (26), die Förderschule (15) und eine Fachoberschule (4). Dazu kommt ein katholischer Kindergarten, eine Kirche, eine Vorschule und eine Tagesheimschule, so die ehrgeizigen Pläne.

Stadt will Hallenbad mit 50-Meter-Becken

Mitte der 1970er-Jahre soll zudem ein Hallenbad mit 50 Meter-Becken entstehen, das der Stadtrat in einem Grundsatzbeschluss einstimmig befürwortet.

Der 17 000. Waldkraiburger ist da

Der 17 000. Bürger Waldkraiburgs ist da. Das berichtet das Meldeamt. Auch dieser neue Erdenbürger bekommt ein Geschenk der Stadt: 17 000 Pfennige.

Bei der Ausweisung von Kurzparkzonen am Stadtplatz rudert der Bauausschuss nach Protesten aus der Bürgerschaft zurück. Am Ende bleiben nur zwölf Stellplätze vor der Sparkasse, die höchstens eine Stunde belegt werden dürfen.

Immer mehr Lebensmitteleinzelhändler schließen sich einer Initiative des Gewerbeverbands an, am Mittwochnachmittag die Geschäfte in Waldkraiburg geschlossen zu halten. 21 Geschäftsinhaber stekllen sich bei einer Versammlung hinter eine einheitliche Regelung am Ort.

Stallmist aus Garten gestohlen

Vor manchen Leuten scheint nichts sicher zu sein: In einer Nacht- und Nebel-Aktion wird aus einem Garten in der Stadt frischer Stallmist gestohlen.

„Kein Platz für Experimente“, so der Titel eines Artikels, in der die Zeitung beklagt, dass ausgerechnet in der jungen Stadt Waldkraiburg der Bauausschuss so gar keine ungewöhnlichen Bauprojekte zulassen will. Ein junger Architekt, der ein Wohnhaus mit Studiocharakter errichten wollte, kam mit der Idee im Rathaus nicht durch. Die Dachkonstruktion müsse wenigstens von der Straßenseite her einem Satteldach ähneln, so der Ausschuss. hg

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