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Paukenschlag im Prozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße in Rosenheim

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Von Mega-Attraktion zu Sanierungsfall: Waldkraiburger Waldbad feiert rundes Jubiläum

Florian Mittermeier von der Stadtbau ist schon an der Arbeit. Etwa 30000 Euro werden die Fliesenarbeiten heuer kosten. Doch trotz der anstehenden Generalsanierung sind die Arbeiten unumgänglich.
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Florian Mittermeier von der Stadtbau ist schon an der Arbeit. Etwa 30000 Euro werden die Fliesenarbeiten heuer kosten. Doch trotz der anstehenden Generalsanierung sind die Arbeiten unumgänglich.
  • Hans Grundner
    VonHans Grundner
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Einst war das Waldbad eine Attraktion, die Menschen von weit her nach Waldkraiburg lockte. Ein halbes Jahrhundert nach der Eröffnung ist aus der Sportstätte zum Vorzeigen ein Sanierungsfall geworden. Im Jubiläumsjahr 2021 trifft die Erinnerung an die große Vergangenheit auf große Pläne für die Zukunft.

Waldkraiburg – Es wird ganz im Zeichen des Waldbads stehen: das Jahr 2021. Vor 50 Jahren wurde die damals hochmoderne Sport- und Freizeitanlage eröffnet, in der sich Olympiateilnehmer ebenso wohl fühlten wie Freizeitschwimmer. Und genau ein halbes Jahrhundert später läuft der Architektenwettbewerb zur umfassenden Neugestaltung des Bades, das von der Mega-Attraktion der 1970er-Jahre zum Sanierungsfall der 2020er-Jahre geworden ist.

Mit einem Fest, einer Jubiläumszeitschrift und einer großen Ausstellung wollen die Stadtwerke als Betreiber, die VfL-Schwimmabteilung Piranhas und der Förderverein Waldbad dem Jubiläum Rechnung tragen.

Am Anfang zwei Kühlwasserbecken

In zwei Kühlwasserbecken der Kraftstromanlage des Rüstungswerks hatte die Waldkraiburger Bädergeschichte kurz nach dem Krieg begonnen. Kaum waren die ersten Heimatvertriebenen angekommen, funktionierten sie die beiden Teiche zum Schwimmbad um. Die 1950 gegründete Gemeinde verband die Becken zu einem und bauten das Bad aus.

Trainingsstätte für olympische Topathleten

Doch das zwei Millionen Mark teuere neue Waldbad, das 1971 am selben Standort eröffnet wurde, hatte mit der alten Anlage nicht mehr viel zu tun. Da war ein 50-Meter-Sportbecken mit Tribüne für 1500 Zuschauer, das ein Jahr später für die britische und niederländische Nationalmannschaft zum Trainingszentrum für die Olympischen Spiele in München werden sollte. Da kam später ein Zehn-Meter-Sprungturm hinzu. Und da gab es das Wellenbecken, das wie erwartet zur Mega-Attraktion werden sollte. Zusammen mit den anderen Becken bot das insgesamt gut 22 000 Quadratmeter große Gelände fast 3000 Quadratmeter Wasserfläche zum Sporteln, Planschen, Ausspannen.

Bis zu 6000 Besucher? – Polizei schlägt Alarm

Kein Wunder also, dass das Bad noch vor der Eröffnung zu einem Fall für die örtliche Polizei wurde, wie die Zeitung in der Eröffnungswoche kurz vor Pfingsten berichtete. Dienststellenleiter Asam schlug in einem Brief an die Stadt Alarm, weil er an heißen Wochenendtagen mit einem Verkehrschaos rechnete. 5.000 bis 6.000 Besucher erwartete die Stadt an solchen Tagen – und 1500 Autos, die irgendwo parken mussten.

Platz für 250 Autos und 800 Fahrräder war für das Bad geschaffen worden. Das Szenario, mit dem der Polizeichef die Stadtväter schockte: Von der Berliner Straße bis zur Enzian- und Birkenstraße und von der Bahnlinie bis zur Graslitzer Straße werde alles zugeparkt sein. Auf Bitten der Stadt stellten Unternehmen wie Konen und Haldenwanger, die damals noch in Waldbad-Nähe ihre Werke hatten, an den Wochenenden ihr Gelände zur Verfügung, auch Geschäfte und die Großgastronomie Zappe.

Das Eröffnungswochenende fiel dann komplett ins Wasser. Und trotzdem kamen am Pfingstsonntag und Pfingstmontag rund 2000 Besucher, um endlich das Waldbad unter die Lupe zu nehmen – die meisten mit Regenschirm statt Badehose.

Einen solchen Besucherandrang wird das Waldbad im Jubiläumsjahr sicherlich nicht erleben. Aufgrund des hohen Alters und des Zustands der Anlage muss Robert Kratzenberg, der bei den Stadtwerken für die Sportanlagen zuständig ist, schon froh sein, wenn das Waldbad wieder mit allen Becken an den Start gehen kann. Im Moment sieht es nach seinen Worten nicht danach aus, dass heuer die Technik aussetzt.

Das Auswintern hat schon begonnen

„Das Auswintern des Bades hat schon begonnen. Wir haben schon am 15. März los gelegt“, sagt Kratzenberg. Einen Öffnungstermin gibt es bereits, Donnerstag, 13. Mai. Schon am 1. Mai soll das Sportbecken den Betrieb aufnehmen können. „Wir wären dann so weit, wenn das Infektionsgeschehen und die Politik es zulassen“, sagt Kratzenberg. Doch auch er weiß, dass eine Öffnung zu diesem Zeitpunkt vor dem Hintergrund der aktuellen Corona-Entwicklung sehr unwahrscheinlich ist.

Diesmal soll Söder die Stadtwerke nicht überraschen

So wie im Vorjahr, als die Staatsregierung sehr kurzfristig grünes Licht gab und auch die Waldkraiburger Stadtwerke damit kurzzeitig überforderten, soll es auf keinen Fall laufen. „Wir hoffen, dass wir etwas früher aufmachen können als 2020.“ Damals öffneten sich die Tore des Waldbads erst Mitte Juni.

Die Vorbereitungen sind schon in vollem Gange. Wie jedes Jahr muss repariert und hergerichtet werden. Allein für die Fliesenarbeiten sind laut Kratzenberg rund 30.000 Euro aufzubringen. „Da kommen wir nicht drum rum, auch im letzten Jahr vor dem Umbau wird das so sein“, sagt Kratzenberg im HInblick auf die beschlossene Neugestaltung, beziehungsweise Generalsanierung, für die der Stadtrat ein Kostenbudget von 12,6 Millionen Euron bewilligt hat.

Und das steht auf dem Programm: Förderverein sammelt Waldbad-Geschichten

Der Architektenwettbewerb für die Neugestaltung/Sanierung des Waldbads, den der Stadtrat kürzlich endgültig gestartet hat, wirft bereits sein Licht voraus. Bis zum Herbst sollen die Wettbewerbsbeiträge vorliegen und die Sieger feststehen.

Sämtliche Beiträge werden dann am letzten November-Wochenende im Haus der Kultur öffentlich präsentiert werden.

Die prämierten Pläne werden danach weiter in einer Ausstellung zu sehen sein, die auch die Geschichte des Waldbades in Waldkraiburg dokumentiert. Die Ausstellung wird von Museums- und Galerieleiterin Elke Keiper vorbereitet.

Für das Wochenende vom 23. bis 25. Juli kündigt Jürgen Zabelt vom Förderverein zudem ein Jubiläumsfest an, bei dem das jährliche Waldbadfest und die Aqua-Gaudi miteinander verbunden werden. Geplant ist ein Galaabend, ein Tag für junge Leute und ein Programm für Senioren, Kinder und Familien. Wie gefeiert wird, hängt letztlich von der Entwicklung der Pandemie ab.

Zum Jubiläum soll auch eine Zeitschrift entstehen. Der Förderverein ruft alle Waldbad-Freunde auf, ihre schönsten, beeindruckendsten oder emotionalsten Waldbaderlebnisse dazu beizutragen.

Auch Exponate und Bilder zur Waldbad-Geschichte werden gesucht.

Wer etwas beitragen kann und möchte, sollte sich bis Mitte April per Mail unter 50jahre@waldbad-waldkraiburg.de melden.

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