Volksmusik: Gefühl für Tradition und Kultur ist in der nächsten Generation angekommen

Das gemeinsame Musizieren in großer Runde war ein Höhepunkt beim Seminar. amprecht

Das zwölfte Jugendvolksmusikseminar „Volksmusi måg i“ im Haus Sudetenland bedeutete für alle Beteiligten, besonders aber für die 43 jungen Musikanten wieder ein spannendes Wochenende rund um die traditionelle Volksmusik.

Waldkraiburg – Veranstalter war der Bayerische Landesverein für Heimatpflege, unterstützt von dem Mühldorfer Kreisheimatpfleger Dr. Reinhard Baumgartner, der diese Fortbildung 2008 initiierte. Wie in jedem Jahr wurden unter Anleitung erfahrener Referenten, heuer Organisator Günter Schatz, Simon Doser, Sepp Eibelsgruber, Martin Lamprecht, Michaela Lederer, Veronika Schulz und Verena Zeiser, in kleinen Gruppen verschiedene Stückl einstudiert, welche sowohl in einer besinnlichen Andacht mit Diakon Manfred Scharnagl als auch am samstäglichen „Festabend“ erfolgreich präsentiert wurden.

In Gruppen mehrere Stücke einstudiert

Höhepunkt war auch dieses Mal wieder das gemeinsame Singen und Tanzen in großer Runde, welches über den Tag verteilt in Abwechslung zu den Gruppenstunden stattfand. Hier entfalteten die jungen Volkmusikanten ihre ganze Energie, die selbst bis in die frühen Morgenstunden hinein nicht enden wollte.

Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr das Thema „Landler“. Als äußerst interessant und aufschlussreich erwies sich der Gastvortrag von Martin Burgstaller aus Mehrnbach (Ried im Innkreis) zu der wohl eigenwilligsten Form dieses Genres, dem „Innviertler Landler“.

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Die ursprüngliche Kraft und Authentizität dieser kulturellen Tradition, die „drent“, auf der anderen Seite des Inns im benachbarten Oberösterreich gewachsen ist, beeindruckte alle Zuhörer.

Darüber hinaus rundeten zahlreiche Videobeispiele der weit über die Grenzen hinaus bekannten Familie Burgstaller sowie praktische Einblicke in Singen und Musizieren die Geschichte und Geschichten rund um diesen Landler ab.

Eine weitere Bereicherung brachte der Besuch der „Jetz auf Glei Muse“ am Sonntagvormittag, die spontan einige Tanzrunden aufspielte. Diese junge Geigenmusi mit Sophia Strasser, Isabella Rompf, Agnes Jackel (Geige), Magdalena Geiger (Harfe), Maria Haupt (Bass) und Michael Wiefahrn (Harmonika) hat sich 2018 bei „Volksmusi måg i“ gefunden und seitdem so erfolgreich musiziert, dass sie heuer den Volksmusikpreis „Wasserburger Löwe“ gewannen.

Zum Schluss: Tanzen im Freien

Ein toller Erfolg, der auch für dieses Seminar spricht, denn die Intention, gemeinsames Musizieren anzuregen und anzuleiten, trägt mittlerweile Früchte und beweist, dass das Gefühl für Tradition und Kultur in der nächsten Generation angekommen ist.

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Den Abschluss bildeten die „Münchner Francaise“, die bei herrlich sonnigem Herbstwetter im Freien getanzt werden konnte und das emotionale Schlusslied „Freinderl, wann gehn ma hoam“, welches noch einmal zeigte, wie stark diese Gruppe engagierter junger Menschen an diesem Wochenende zusammengewachsen war.

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