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Vier Tage Zombie sein

Zombies unter sich: Andi Klinger (links) aus Töging und Mike Sobotka (rechts) aus Mühldorf.
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Zombies unter sich: Andi Klinger (links) aus Töging und Mike Sobotka (rechts) aus Mühldorf.

Waldkraiburg - Das gesellschaftskritische Lied "Zombie Nation" der Band "Adams Apple" hat ein passendes Video bekommen und ist dabei zu einem regionalen Projekt mit rund 30 Mitwirkenden geworden.

Die aus der Umgebung stammende Punkrock-Band hat mit dem Waldkraiburger Filmemacher Sebastian Harrer und seinem Team, Schauspielern aus Mühldorf und Töging sowie Freunden und Fans einen originellen Genre-Streifen geschaffen, der erzählt, worum es in dem Lied "Zombie Nation" geht: Die Gesellschaft ist zu grauen Zombies abgestumpft, die tumbe vor sich hin leben und sich anpassen. Der Apell: Wenn ihr nicht aufpasst, werdet ihr auch so.

Zu finden ist das Stück auf dem neuen Album "Booze Almighty", das kürzlich bei "sn-punx records" erschienen ist. Die Band - das sind Sabrina Morawek, Christoph Janda, Flo Harrer und Tom Bauer - ist deutschlandweit bekannt und streckt gerade ihre Fühler nach Südeuropa aus. Ab Mitte des Jahres beginnt für die vier das Touren wieder; "wir sind gerade in der Bookingphase", so Christoph Janda. So lange müssen sich ihre Anhänger mit dem Zombie-Video begnügen, das sie auf "hcworldwide", einem Youtube-Channel, anschauen können.

Nach einer Vorbereitungsphase von etwa einem halben Jahr, in der die Musiker zusammen mit Filmemacher und Regisseur Harrer an einem Konzept tüftelten, folgten vier Drehtage in Waldkraiburg: in Harrers Garten, im Wald und etwa einem Büro in der Stadtmitte. Kameramann war Markus von Kleist, um das Effekt-Make-up kümmerte sich Harrers Frau Sissi. Rund 30 Personen aus Waldkraiburg und der Umgebung haben mitgewirkt. Das Video ist narrativ gehalten, erzählt also, worum es in dem Lied geht, erklärt Harrer.

Die Hauptfigur, Schauspieler Mike Sobotka aus Mühldorf, ist ein "netter Zombie", also nicht tumb und hirnlos dargestellt. Harrer spricht über die Schwierigkeit, in diesem Genre eine Identifikationsfigur zu schaffen. Mit Erfolg, denn der Betrachter entwickelt ein Mitgefühl für den Protagonisten, denn er ist eine Art "Mr.-Bean-Zombie". Mit Klischees zu spielen, gehört dazu; so kommt ein Lynchmob vor, der sich aus "braven Durschnittsbürgern" zusammensetzt.

Die Musik zu "Zombie Nation" ist laut und schnell, die Geschichte baut sich langsam dazu auf - ein bewusst gewählter Kontrast, auf schnelle Schnitte hat der Regisseur verzichtet. Markant ist Sabrina Moraweks kraftvolle Stimme, die Energie ihres Gesanges ist eine Art Markenzeichen der Band, die nicht in eine musikalische Schublade gesteckt werden will.

Der Zombie-Song ist fast so alt wie die Band selbst, ja eigentlich ihr bekanntestes Stück, das seit 2006 bei hunderten von Konzerten in Clubs in Deutschland und Europa immer wieder gespielt wird. "Und es lässt sich wunderbar visuell umsetzen", findet Christoph Janda.

Der "Lynchmob", bestehend aus Fans, Freunden und Band, mit dem Filmteam um Sebastian Harrer (vorne Mitte).

Inspirieren ließen sich die Musiker und Sebastian Harrer beim Drehbuch von Filmen wie "Metropolis" oder etwa "The Island", in denen Menschen funktionieren wie Ameisen oder Maschinen. "Fritz Lang und George Orwell sahen schon vor 100 Jahren kommen, dass sich die Gesellschaft in diese Richtung entwickelt", erklärt Harrer.

Daher soll das Lied zu einem Umdenken anregen, so Janda und spricht die Botschaft am Ende des Liedes an: Wenn ihr zusammensteht, könnt ihr es anders machen.

Mehr Fotos und das Video auf www.innsalzach24.de

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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