An vier Abenden in Aschau vom Anfänger zum „Schafkopf-Ass“

Zu Beginn wird offen gespielt. Kursleiterin Petra Mariel aus Grünthal (ganz links) bringt den Schafkopf-Anfängern die Grundregeln dieses beliebten bayerischen Kartenspiels bei. Meier
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Zu Beginn wird offen gespielt. Kursleiterin Petra Mariel aus Grünthal (ganz links) bringt den Schafkopf-Anfängern die Grundregeln dieses beliebten bayerischen Kartenspiels bei. Meier

Schafkopf ist eines der beliebtesten Kartenspiele Bayerns. Im Pfarrheim Aschau zeigte Petra Mariel aus Grünthal 20 Kursteilnehmern, wie man das Kartenspiel von Grund auf richtig erlernt. Die christliche Frauengemeinschaft hatte den Anfängerkurs organisiert.

Aschau – An vier Abenden vom Anfänger zum richtigen Schafkopfass – das war das Ziel. Dass sich dieses Kartenspiel großer Beliebtheit erfreut, sah man bereits bei der Anmeldung. Nach 20 Anfragen konnten keine weiteren Teilnehmer mehr aufgenommen werden. Schließlich sollte die Veranstaltung übersichtlich bleiben.

Schafkopfen ist nicht nur Männersache

Michaela Bock und Regina Werner von der Frauengemeinschaft Aschau hatten vor einiger Zeit die Idee mit dem Schafskopf-Einführungskurs. Die Leitung des Kurses hat Petra Mariel aus Grünthal übernommen, die ein echter Profi bei diesem Spiel ist.

Das oberste Gebot gleich zu Beginn: „Schummeln verboten! Das ist ein absolutes NoGo beim Schafkopfen“, ermahnte die Kursleiterin, die seit ihrem zehnten Lebensjahr leidenschaftliche Schafkopferin ist. 20 Männer und Frauen standen um den großen Tisch im Pfarrheim, wo Mariel erst einmal alles Schritt für Schritt erklärte – angefangen bei den Grundregeln. Nach einer Einweisung gehts los mit dem gemeinsamen Probezocken. Die Teilnehmer legten ihre jeweils acht Karten erst einmal offen auf den Tisch, damit Petra Mariel den Spielablauf erklären konnte. Die Expertin verriet strategisch sinnvolle Schritte. Neugierig horchten die Teilnehmer zu, brachten ihre Fragen an: „Darf ich diese Karte ausspielen?“ oder „welche Karte ist am taktisch klügsten, um zu gewinnen?“ Mariel gab den Spielern den guten Tipp „achtet genau darauf, welche Karten nicht mehr im Spiel sind. Mitzählen und sehr aufmerksam sein, was bereits gespielt wurde.“

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Die Kursleiterin ist seit ihrem zehnten Lebensjahr leidenschaftliche Schafkopferin. Die besten Spielstrategien sind ihr daher vertraut. Die 20 Männer und Frauen verschiedenen Alters, die anfangs um den großen Tisch im Pfarrheim standen, konnten sich nach der zweiten Stunde bereits an verschiedene Tische verteilen und Vierer-Gruppen bilden. Nachdem jeder Teilnehmer mit den Grundkenntnissen vertraut war, sollte jeder für sich spielen, jedoch weiterhin unter Anleitung. Gespielt wurde das „Sauspiel“, was als gängigste Spielvariante gilt.

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Auch beim Schafkopfen gilt es Regeln zu beachten. „Man muss Farbe bekennen. Wenn Gras ausgespielt wird, muss man Gras zugeben, wenn man eins hat“, erklärt die Kursleiterin. „Und ganz wichtig, der Spieler, der die gesuchte Sau hat, muss diese zugeben, wenn sie gesucht wird.“

Die Teilnehmer waren durchweg begeistert und schmiedeten schon Pläne für künftige Spieleabende innerhalb der Familie und im Freundeskreis. Wenn man erst einmal die Regeln beherrscht, dann fliegen die Karten nur so über den Tisch: „Nach vier Veranstaltungen seid ihr alle fit im Schafkopfen“, versicherte Petra Mariel.

Anfänger werden schnell immer fitter

Und sie soll Recht behalten: Anfangs muss sie noch alles genau erklären, doch mit der Zeit prägen sich die Spielregeln immer mehr ein, die Karten werden immer schneller ausgespielt. Die neuen Schafkopf-Spieler werden immer fitter. Sie konzentrieren sich auf ihr Spiel und das, was sie in den Stunden zuvor gelernt hatten. „Man lernt es schnell und vor allem kann es jeder lernen“, ist sich die Grünthalerin sicher. Ihre erste Veranstaltung dieser Art hatte Mariel vor etwa zehn Jahren in einer Gaststätte in Gars gemacht. Ursprünglich war es als eine Veranstaltung nur für Frauen geplant, doch wie man sieht, beherrschen nicht alle Männer dieses bayerische Kartenspiel.

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