„Morgen sind wir tot“: Der Film eines Waldkraiburgers kommt in die Kinos in der Region

Bereits seit Ende 2019 sind die Szenen zu „Morgen sind wir tot“ im Kasten. Auf die Premiere musste Filmemacher Mark Lohr (Mitte) aber drei Monate länger warten als geplant. Die Corona-Pandemie hat die Pläne kurz vorher durchkreuzt.
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Bereits seit Ende 2019 sind die Szenen zu „Morgen sind wir tot“ im Kasten. Auf die Premiere musste Filmemacher Mark Lohr (Mitte) aber drei Monate länger warten als geplant. Die Corona-Pandemie hat die Pläne kurz vorher durchkreuzt.
  • Raphaela Lohmann
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Das lange Warten hat ein Ende: Mit seinem zweiten Kinofilm „Morgen sind wir tot“ feiert der Waldkraiburger Mark Lohr am Wochenende endlich Premiere. Die hätte eigentlich schon im März sein sollen, doch die Corona-Pandemie hat den Filmemacher kurz vorher ausgebremst.

Waldkraiburg – Mehr als ein Jahr hatte Mark Lohr nur ein Ziel vor Augen: den zweiten Kinofilm „Morgen sind wir tot“ auf die Beine stellen. Drehbuch schreiben, die Filmcrew koordinieren und der Schnitt des fertigen Filmmarerials. Bis zuletzt waren die Drehtage anstrengend. Während noch gedreht wurde, wurden die fertigen Sequenzen bereits geschnitten und vertont. Parallel dazu entstand innerhalb von nur zwei Wochen der Soundtrack zu dem Film. „Wir waren rund um die Uhr im Tonstudio“, sagt Mark Lohr.

Lebensgefühl passt besser zum Film

Denn bis zum Einsendeschluss der Berlinale sollte alles fertig sein. Das hat Mark Lohr auch geschafft, großer Höhepunkt aber sollte die Premiere im Cinewood Waldkraiburg sein. Alles war vorbereitet, die After-Show-Party organisiert und dann kam kurz vorher die Absage: Die Corona-Pandemie machte eine Kinopremiere schlichtweg unmöglich. „Die Premiere war der letzte Schritt, auf den wir drei Monate gewartet haben. Das war ein harter Schlag“, sagt Mark Lohr.

Eine große Enttäuschung für alle Beteiligten, im Nachhinein betrachtet war es aber besser. „Es hätte nicht in die Zeit gepasst, außerdem wäre der Film anschließend völlig untergegangen.“ Der Film passe mehr zu dem aktuellen Lebensgefühl, in eine Zeit, in der wieder alles hochgefahren werde, das Leben wieder Fahrt aufnimmt.

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Der Film dreht sich um die Geschichte von sechs Freunden, unter ihnen der erfolgreiche Jungunternehmer Paul (Luca Garnreiter). Er fängt gerade erst an, die Früchte des Lebens kennenzulernen, als ihm das Leben einen Strich durch die Rechnung macht: Klimawandel, Überbevölkerung – das Ende der Welt droht. Die womöglich letzte Nacht steht bevor. Wie wird er sie nutzen?

Mit einem Budget von nur 1000 Euro hat Mark Lohr das Filmprojekt realisiert. Lohrs erster Film „Easy Raver“ kam mit null Euro Budget ins Kino. Dieses Mal gab es wenigstens einen kleinen Etat. Nicht nur das Budget, sondern auch die Erfahrung aus dem ersten Film machen große Unterschiede aus. „Wir haben uns in jedem Teilbereich unglaublich gesteigert“, sagt er. Im Vergleich zum ersten Film habe sich viel getan, die Zuschauer werden überrascht sein.

Vorteil für kleine Filmproduktionen

Die Premiere von „Morgen sind wir tot“ fällt nun in eine Zeit, in der erst vor Kurzem die Kinos wieder ihre Säle geöffnet haben. Ein großer Vorteil für eine kleine Filmproduktion: „Kinos nehmen jetzt eher einen kleinen Film ins Programm, weil es noch keine Neustarts gibt“, sagt Lohr. In der zweiten Jahreshälfte sei vermehrt mit Blockbustern im Kino zu rechnen, deshalb: „Jetzt oder nie.“

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Doch bei der Premiere am Samstag muss Mark Lohr angesichts der Situation Abstriche machen. „Es wird keine After-Show-Party geben, so wie wir sie für März geplant hatten.“ Alles wird unter den aktuell geltenden Hygiene-Vorschriften ablaufen. „Trotzdem soll aber kein Gefühl von Getrenntheit entstehen.“ Eine letzte, herausfordernde Aufgabe zu diesem Film. Karten für die Premiere gibt es nicht mehr, aber ab 2. Juli ist der Film im Cinewood Waldkraiburg zu sehen.

Zusage für Münchner Autokino

Wo der Film noch zu sehen sein wird, ist bislang unklar. Die Zusage für das Münchner Autokino hat Lohr schon, mit weiteren Kinos ist er in Kontakt. „Wir konzentrieren uns auf Kinos der Region. Maximal eine Stunde im Umkreis von Waldkraiburg.“ Viele Kinos würden nichts riskieren wollen, deshalb gelte es, flexibel zu sein. „Vieles ist in den Kinos noch ungeplant.“

Das lange Warten auf die Premiere von „Morgen sind wir tot“ hat Mark Lohr genutzt und das Drehbuch für seinen dritten Kinofilm entwickelt. „Der Film geht in eine ganz andere Richtung und wird eine Actionkomödie.“ Mark Lohr hat nichts von seinen Ambitionen eingebüßt. Obwohl es noch kein Budget gibt, sollen im Spätsommer, Herbst die Dreharbeiten beginnen. „Wir haben jetzt etwa zwei Monate Zeit, um die maximalen Einnahmen aus dem zweiten Film auszuschöpfen.“ Mark Lohr ist optimistisch.

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