Versorgung in Corona-Zeiten: Stadtwerke Waldkraiburg im Krisenmodus

Die Stadtwerke Waldkraiburg haben auf den Krisenmodus umgeschaltet, um auch während der Corona-Pandemie zuverlässig die Versorgung sicherzustellen. Klemm
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Die Stadtwerke Waldkraiburg haben auf den Krisenmodus umgeschaltet, um auch während der Corona-Pandemie zuverlässig die Versorgung sicherzustellen. Klemm

Noch bis mindestens Ende der Woche sind viele Geschäfte und Einrichtungen aufgrund der Corona-Pandemie geschlossen. Wie aber lässt sich in diesen Zeiten die Versorgung der Bürger mit Strom, Wasser und Trinkwasser zuverlässig garantieren. Die Stadtwerke Waldkraiburg haben längst auf einen Krisenmodus umgeschaltet und entsprechend reagiert.

Von Raphaela Lohmann

Waldkraiburg – „Die Strom-, Wärme- und Trinkwasserversorgung sowie die Abwasserentsorgung sind auch in der aktuellen Pandemie gesichert“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner. Dazu hätten die Stadtwerke einen umfangreichen Maßnahmenplan aktiviert.

Eine der wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen betrifft den persönlichen Parteienverkehr. Dieser wurde gleich zu Beginn vorübergehend ausgesetzt. Für die Kunden sind die Stadtwerke dennoch erreichbar – telefonisch und schriftlich, teilweise auch aus dem Homeoffice. Ein Schritt, der bei Kunden auf viel Verständnis stößt. „Derzeit erreichen uns statt der vielen persönlichen Besuche im Innenstadtbüro sehr verständnisvolle Kunden per E-Mail oder am Telefon“, schildert Harald Lechner.

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Nicht die einzige Maßnahme, welche die Stadtwerke während der Corona-Pandemie umsetzt. Über mehrere, strikt voneinander getrennte Monteur-Teams stellt das Unternehmen den Netzbetrieb in den technischen Ver- und Entsorgungssparten sicher. „Das Schlüsselpersonal wurde in voneinander unabhängige Teams aufgeteilt, um die Versorgung der Stadt zuverlässig aufrechterhalten zu können.“ Auch ein Bereitschaftsdienst stehe bei Versorgungsstörungen rund um die Uhr zur Verfügung. Allerdings habe man einige geplante Unterhaltsmaßnahmen sowie den Wechsel von Zählern verschieben müssen. Dass das Trinkwasser durch Corona-Viren beeinträchtigt ist, darüber müsse sich keiner sorgen. „Laut Umweltbundesamt ist eine Übertragung über das Trinkwasser sehr unwahrscheinlich.“ Eine Vielzahl an weiteren Maßnahmen sichert in der aktuellen Situation die Aufrechterhaltung des Betriebs, sodass die Kunden der Stadtwerke keinerlei Einschnitte in der Versorgung erfahren.

Zehn Prozent weniger Strom bei den Industriekunden

Schulen und Kindergärten sind geschlossen, Betriebe haben zum Teil Kurzarbeit angemeldet, viele Geschäfte sind wegen der Corona-Pandemie aktuell geschlossen. Wie wirkt sich das auf die Verbrauchszahlen aus? „Die Stromverbräuche sind durch die Ausgangsbeschränkung deutlich zurückgegangen. Aktuell sehen wir einen Rückgang von rund zehn Prozent bei den Industriekunden im Strombereich. Im Tarifkundenbereich trifft es vor allem Restaurants und weitere Betriebe, die ihren Geschäftsbetrieb schließen mussten“, erklärt Lechner. Ein Mehrverbrauch bei Privatkunden gleicht dieses Minus allerdings nicht aus. „Die erwarteten Verbrauchssteigerungen durch Home-Office gleichen diesen Rückgang bei Weitem nicht aus. Auch bei der Wärmeversorgung sowie der Trinkwasserversorgung gehen die Stadtwerke von einem Verbrauchsrückgang aus.“ Geschlossene Schule verbrauchen weniger Wärme, auch beim Trinkwasser sind Rückgänge durch die vorgenommenen Schul- und Betriebsschließungen und durch die Produktionsrückgänge in der Industrie zu erwarten.

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