ABSAGEN ODER DURCHFÜHREN?

Vergnügungspark, aber kein Bierzelt: Waldkraiburg geht alternativen Weg beim Volksfest

Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen sind die Planungen nicht einfach. Dennoch verfolgt die Stadt ein alternatives Format für ein Volksfest in diesem Jahr.
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Angesichts der wieder steigenden Infektionszahlen sind die Planungen nicht einfach. Dennoch verfolgt die Stadt ein alternatives Format für ein Volksfest in diesem Jahr.
  • Raphaela Lohmann
    vonRaphaela Lohmann
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Auch in diesem Jahr wird es ein Volksfest wie 2019 wegen der Corona-Pandemie nicht geben. Abgesagt ist es jedoch nicht, stattdessen laufen in der Stadt schon die Vorbereitungen für ein alternatives Format. Die Reaktionen darauf fielen in der jüngsten Situng des Stadtrats positiv aus.

Waldkraiburg – Angesichts der zuletzt wieder steigenden Infektionszahlen glaubte wohl ohnehin kaum einer daran, dass es heuer wieder ein Volksfest geben kann. Bereits vergangenes Jahr wurde das Volksfest abgesagt, stattdessen gab es ein „Volksfest dahoam“. Die Stadt hatte dazu auf den Social-Media-Kanälen Tipps für das perfekte Volksfest daheim gegeben und ein Video veröffentlicht.

Ohne zu wissen, wie sich die Infektionszahlen in den nächsten Monaten entwickeln, für Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) steht aber jetzt schon fest: „Ein Volksfest wie 2019 wird es heuer sich nicht geben.“ Große Festzelte und Alkoholausschank werde es nicht geben können. Denkbar stattdessen sei ein Vergnügungspark, mit den Schaustellern sei auch bereits gesprochen.

Rahmenbedingungen noch klären

Masken, Schnelltests, Kontaktnachverfolgung – die genauen Rahmenbedingungen müssten allerdings noch geklärt werden. „Hier sind wir im Stand-by-Modus.“ Ganz sicher sei jedenfalls, dass ein großes Zelt nicht kommen werde und das Volksfest nicht wie gewohnt aufgebaut werden würde. „Wir arbeiten an einem Alternativprogramm, das dann auch nicht Volksfest heißen wird“, sagt Pötzsch.

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Richard Fischer (SPD) sprach der Stadt, vor allem dem Ordnungsamt, ein großes Kompliment aus, ein Alternativprogramm für 2021 auf die Beine zu stellen. Dem schloss sich auch Hans Vetter (UWG) an: „Man sollte vielleicht etwas weiter denken und das Fest auf Ende Juli, Anfang August schieben. Viele Familien sind wirtschaftlich betroffen und werden dieses Jahr wohl nicht in Urlaub fahren.“Vorstellbar für ihn war auch, Eintritt inklusive Schnelltest zu verlangen. Der Vergnügungspark könne auch eine Chance für die Gastronomie sein, wenn die Besucher dort anschließend noch einkehren können. „Die Gastronomie ist froh, wenn wieder was möglich sein wird.“

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Sollte ein Alternativprogramm zum Volksfest durchführbar sein, kommt es für Tatjana Zapp (AfD) einem Alleinstellungsmerkmal gleich. Aber mit Maske aufs Volksfest innerhalb eines abgesperrten Bereichs? „Das sollte man lieber dezentral aufziehen.“ Auf einen Eintritt sollte man ihrer Meinung nach verzichten, denn „die Leute sind finanziell gebeutelt.“

Wie es weitergeht, darüber will die Stadt die Bürger auf dem Laufenden halten. Fest steht: Bis Mitte Mai müsste über eine endgültige Absage entschieden werden.

Freischankflächen statt großem Bierzelt

Durchziehen oder absagen? Durchführen unter noch unbekannten Corona-Bedingungen oder das Volksfest absagen? Diese Frage hat Ordnungsamtleiter Norbert Meindl für den Stadtrat beleuchtet. Die Corona-Pandemie verbietet aktuell noch größere Ansammlungen und Festivitäten. Doch wie ist die Lage im Juli, wenn normalerweise das Waldkraiburger Volksfest stattfindet?

Regulärer Betrieb undenkbar: Eine Voraussage ist nur schwer möglich: „Eine solide, verlässliche Planung zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht möglich. Aus heutiger Sicht ist ein regulärer Bierzelt- und Partybetrieb nicht denkbar“, schreibt Norbert Meindl. Bis Juli könnten aber erste Veranstaltungen wieder möglich werden. Doch ein Volksfest in der gewohnten Form wird es sicherlich nicht geben können.

Wirtschaftlich nicht möglich: Einbahnregelungen und Abstand im Festzelt – wirtschaftlich betrachtet wird der Betrieb des Zelts nicht möglich sein. Stattdessen will die Stadt auf überdachte Freischankflächen und einen Vergnügungspark setzen. Ein umfangreiches Programm könne aber nicht geplant werden, dazu würde der Kostenaufwand in einem Missverhältnis zu einer möglichen Absage stehen.

Alternative fordert Mehraufwand:Die Alternative zum Volksfest braucht Zutritts- und Hygienekonzepte, mehr Sicherheitskräfte, gegebenenfalls müsse das Gelände eingezäunt werden und es gebe nur mit einem aktuellen Schnelltest Zutritt zum Gelände, schreibt Meindl zu den coronabedingten Mehraufwand. Die Schausteller jedenfalls haben nach den Volksfest-Absagen im vergangenen Jahr Bereitschaft signalisiert, nach Waldkraiburg zu kommen. Erforderliche Hygienemaßnahmen seien umsetzbar. Die Stadt will die Planungen jetzt weiter verfolgen, eine endgültige Absage muss bis spätestens Mitte Mai 2021 getroffen sein.

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