Verein „Frauen helfen Frauen“ hat ein breites Hilfsangebot

Die neue Vorstandschaft des Vereins „Frauen helfen Frauen“ mit der Vorsitzenden Irmgard Wagner, ihrer Stellvertreterin Charlotte Konrad (vorne von links), Schriftführerin Kristina Otte, Kassiererin Sabine Lechner, Beisitzerin Anne Markt (mittlere Reihe von links), Dr. Eva Loserth, Rita Herdegen-Hümmrich und Margarethe Hübner (hinten von links).
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Die neue Vorstandschaft des Vereins „Frauen helfen Frauen“ mit der Vorsitzenden Irmgard Wagner, ihrer Stellvertreterin Charlotte Konrad (vorne von links), Schriftführerin Kristina Otte, Kassiererin Sabine Lechner, Beisitzerin Anne Markt (mittlere Reihe von links), Dr. Eva Loserth, Rita Herdegen-Hümmrich und Margarethe Hübner (hinten von links).

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ startet mit einer neuen Mannschaft aus der Corona-Krise. Unter erschwerten Bedingungen fanden die Neuwahlen statt. Unter Beachtung sämtlicher Schutzmaßnahmen wurde Irmgard Wagner zur Vorsitzenden gewählt.

Waldkraiburg –Als Stellvertreterin stellte sich Charlotte Konrad zur Verfügung. Schriftführerin ist Kristina Otte und das Amt der Kassiererin übernimmt Sabine Lechner. Als Beisitzer fungieren: Anne Markt, Dr. Eva Loserth, Rita Herdegen-Hümmrich und Margarethe Hübner. Die Prüfung der Kasse liegt in den Händen von Christine Blaschek und Maris Luise Hellwig.

Fördermittel für Zusatzstunden

Vor den Neuwahlen stellte die Vorsitzende die neue hauptamtliche Kraft Manuela Christ-Gerlsbeck vor, die wieder ihre Tätigkeit in der Beratung aufgenommen hat. Aufgrund eines Zuschusses für das Jahr 2019 für Zusatzstunden in der Prävention konnte ab April auch eine 450-Euro-Stelle geschaffen werden. Hier wurde die Sozialpädagogin Tanja Schneider eingestellt.

Da das Familienministerium im Sommer 2019 ein Angebot für den bayernweiten Ausbau der Beratungsstellen machte, bemühte sich der Verein darum, die Vorbedingungen für die Förderung zu erfüllen. Viele Gespräche mit den damit verbundenen Institutionen waren notwendig, bis der Kreistagsbeschluss im Oktober die Finanzierung sicherte und die Antragsstellung möglich machte. Die Regierung übernimmt 50 Prozent der Kosten, der Landkreis 40 Prozent, und der Rest wird aus Eigenmitteln des Vereins aufgebracht.

In Coronazeiten stellt sich der Verein neu auf

Die Gewährung von zwei Vollzeitstellen plus Stunden für Prävention und Geschäftsführung erfolgte im Dezember 2019. Bei den Bewerbungsgesprächen mit möglichen Bewerberinnen ergaben sich zwei Mitarbeiterinnen mit jeweils 30 Stunden und eine mit 15 Stunden, sodass man zusammen mit der bisherigen hauptamtlichen Kraft, auf die erforderliche und geförderte Stundenzahl komme.

Die größere Anzahl der Mitarbeiterinnen macht auch ein größeres Büro notwendig. Das hat der Verein nun im Februar am Stadtplatz 5, in Waldkraiburg, gefunden. Durch die Entscheidung der kompletten Vorstandschaft, ihre Ämter aufzugeben, startete die Suche nach einer neuen Vorstandschaft. Außerdem zwang die Corona-Krise den Verein zu einer Veränderung in der Art der Beratung. Im Moment laufen überwiegend telefonische und Mail–Beratungen. In ihren Bericht gab Manuela Christ-Gerlsbeck an, derzeit beschäftigt zu sein, das Netzwerk wieder zu aktivieren. „Das ist sehr wichtig, damit Polizei, Ämter und andere Einrichtungen den Verein kennen und uns in ihre Arbeit mit einbeziehen können, denn viele Frauen kommen erst, wenn sie von anderen Stellen zugewiesen werden, zum Beispiel von der Polizei, dem Kindergarten, dem Sozialpsychiatrischen Dienst oder Fachstellen“, so Christ-Gerlsbeck

Verein steht finanziell auf gesunden Füßen

Die Beratungsstelle ist im Moment durchgängig von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr telefonisch erreichbar. Aktuell gibt es im Jahr 2020 schon 35 Fälle. Die Beratungen finden wegen Corona und der Nichtbenutzbarkeit des Büros (Brandschaden) meist telefonisch oder per Mail statt, oder es wird ein Hausbesuch notwendig.

Kassiererin Marieluise Hellwig stellt fest, dass der Verein auf gesunden finanziellen Füßen steht. Die Einnahmen für 2019 (Mitgliedsbeiträge, Spenden, Zuschüsse vom Staat, Landkreis, Waldkraiburg, Mühldorf und Landkreisgemeinden) betrugen 53  199 Euro. Dem stehen Ausgaben in Höhe von 50 847 Euro gegenüber (Personalkosten, Miete/Raumkosten, Rücklage, und Ähnliches). Trotzdem konnten wieder Rücklagen gebildet werden.

Frauen und Mädchen erleben in ihrem Alltag immer wieder sexualisierte Gewalt in unterschiedlichen Situationen und Zusammenhängen. So zum Beispiel in der Familie, Ehe oder Partnerschaft; in Schule und Ausbildung und am Arbeitsplatz; in der Pornoindustrie, in den Medien, auf der Straße, in der Therapie, aber auch auf der Flucht. Sie werden von ihrem Lebenspartner misshandelt, gedemütigt, kontrolliert. Sie werden von ihrem Mann zum Sex gezwungen, vergewaltigt oder sexuell missbraucht. In solchen Situationen bietet der Verein „Frauen helfen Frauen“ Begleitung, Beratung und Unterstützung.

Mitarbeiter sind professionell geschult

Die Mitarbeiter in der Beratungsstelle besitzen professionell erworbene Fachkenntnisse im Bereich sexualisierter und anderer Gewalt gegen Frauen und Mädchen.

Betroffene Frauen und Mädchen sowie Bezugspersonen werden telefonisch und persönlich so oft als nötig, unabhängig von der sozialen, kulturellen und ethnischen Herkunft kostenfrei und auf Wunsch anonym beraten. Sie werden dabei unterstützt, Gewalterfahrungen anzusprechen, Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln und selbstbestimmt zu handeln.

Der Verein unterstützt und begleitet Frauen

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ vermittelt für Betroffene Informationen zu weiterführenden Fachdiensten und Organisationen. Er begleitet die Frauen oder Mädchen im Bedarfsfall auch zu Polizei, Anwältinnen und Gericht oder ähnlichen Einrichtungen.

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ engagiert sich aber auch in der Prävention und der Öffentlichkeitsarbeit.

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