Verein „Frauen helfen Frauen“: Ausbau des Frauennotrufs nur mit Hilfe der Kommunen

Der Frauennotruf ist für Frauen oft die letzte Anlaufstelle. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ hofft auf einen Ausbau ihrer Beratungsangebote, doch dazu braucht es die Hilfe vom Landkreis und den Kommunen. marc Müller/dpa
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Der Frauennotruf ist für Frauen oft die letzte Anlaufstelle. Der Verein „Frauen helfen Frauen“ hofft auf einen Ausbau ihrer Beratungsangebote, doch dazu braucht es die Hilfe vom Landkreis und den Kommunen. marc Müller/dpa

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ hofft auf Unterstützung. Das bayerische Sozialministerium will bayernweit die Personalkosten zehn weiterer Beratungsstellen fördern. Doch die Nachfrage ist groß und ohne eine Unterstützung auf kommunaler Ebene geht nichts.

Waldkraiburg – Die Hoffnung ist da, bis Ende des Jahres das Beratungsangebot von „Frauen helfen Frauen“ weiter auszubauen. Ein erster Ausbau war möglich durch ein Angebot des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales: Sechs zusätzliche Stunden für die Präventionsarbeit. Die Präventionsangebote laufen durch die Beschäftigung von Tanja Schneider bereits an, wie der Verein bei der Jahreshauptversammlung mitteilte.

Ausbau auf zwei Vollzeitstellen

Aktuell hat der Verein ein Kontingent von 15 Stunden für die Beratungsarbeit, weitere drei Stunden fallen an für Verwaltung und Geschäftsführung. Dieses Angebot ließe sich deutlich ausbauen, wenn der Verein bei einer Förderung der Personalkosten zum Zug kommt. „Wir könnten unser Beratungsangebot auf zwei Vollzeitstellen ausbauen. Das wäre eine deutliche Verbesserung“, sagt Manuela Christ-Gerlsbeck auf Nachfrage, die beim Verein das Beratungsangebot übernimmt.

Der Verein will sich um die Förderung der Personalkosten beim bayerischen Sozialministerium bemühen. Doch die Nachfrage ist groß. Bayernweit sollen zehn weitere Beratungsstellen gefördert werden, vermutlich 14 würden sich aber um einen Zuschuss bewerben. Bei einer Förderung übernimmt das Land 50 Prozent der Personalkosten, 40 Prozent kommen vom Landkreis oder den Kommunen, zehn Prozent macht der Eigenanteil aus.

Dorthin gehen, wo Frauen sonst nicht erreichbar sind

Vor einem positiven Bescheid brauche es aber zunächst eine Kostenzusage auf kommunaler Ebene, erklärt Manuela Christ-Gerlsbeck. „Wir hoffen auf die Unterstützung vom Landkreis oder den Kommunen. Bislang haben wir noch keine Kostenzusage.“

Ein weiterer Ausbau des Frauennotrufs würde es ermöglichen, weiter in die Landkreisfläche zu gehen. „Das ist unsere größte Hoffnung, dass wir dorthin gehen können, wo Frauen sonst nicht zu erreichen sind.“ So sei es logistisch schwierig für manche Frauen, nach Waldkraiburg zu kommen. Umgekehrt seien aus zeitlichen Gründen Hausbesuche nicht machbar. Darum sei ein Ausbau so wichtig, sagt Manuela Christ-Gerlsbeck.

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Der Verein ist darum bemüht, mit verschiedenen Aktionen und Unterstützungsangeboten oder Aufrufe an Kommunen die benötigten Mittel für die Beratungstätigkeit und den Unterhalt der Räume zu requirieren, informierte Vorsitzende Anne Markt bei der Jahreshauptversammlung. So konnten in den vergangenen Jahren Rücklagen für die Aufstockung des Personals geschaffen werden, zumal der Beratungsbedarf und die Inanspruchnahme der weiteren Dienste immer weiter zunehmen.

Die Sichtweise der Politik zum Thema häusliche Gewalt und sexualisierte Gewalt habe sich verändert, es werde nun verstärkt diese Thematik wahrgenommen und in diversen Richtungen aufgegriffen. So gab es Angebote, die Prävention auszubauen und die Beratungsstunden aufzustocken. Auch dass die Verwaltungstätigkeiten nicht mehr nur ehrenamtlich geleistet werden können, komme nun ins Blickfeld.

Darüber hinaus gab Vorsitzende Anne Markt einen Überblick über die Aktivitäten des Vereins. Die Vereinsführung stellte sich durch verschiedene Aktionen in der Öffentlichkeit dar. In der Kasse blieb ein Überschuss von etwa 3000 Euro.

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