Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


EX-FINANZBEAMTER VOR GERICHT

Vater, Sohn und „Dagobert Steinreich“: Zwei Waldkraiburger wegen Bandenbetrugs angeklagt

Mit kriminellen Aktivitäten über das Internet sollen ein ehemaliger Finanzbeamter und sein Vater sowie ein Unbekannter mit dem Nickname „Dagobert Steinreich“ einen Betrugsschaden von mehr als 118000 Euro verursacht haben.
+
Mit kriminellen Aktivitäten über das Internet sollen ein ehemaliger Finanzbeamter und sein Vater sowie ein Unbekannter mit dem Nickname „Dagobert Steinreich“ einen Betrugsschaden von mehr als 118000 Euro verursacht haben.

Ein Betrugsschaden von mehr als 118000 Euro soll in Waldkraiburg durch verschiedene kriminelle Aktivitäten über das Internet entstanden sein. Dafür muss sich nun auch ein Ex-Finanzbeamter aus Waldkraiburg vor dem Landgericht verantworten.

Traunstein/Waldkraiburg/Österreich – Ein 33-Jähriger und sein 62-jähriger Vater müssen sich ab Freitag, 19. März, wegen Bandenbetrugs und anderer Delikte vor der Siebten Strafkammer am Landgericht Traunstein mit Vorsitzender Richterin Christina Braune verantworten. 14 Prozesstage sind angesetzt. Das Urteil wird Mitte Juni erwartet.

Gefakte Telefonverträge

Der 33-Jährige, ursprünglich Finanzbeamter, hatte im Krankenstand weniger Geld als vorher zur Verfügung. Laut Anklage der Staatsanwaltschaft Traunstein soll er sein Einkommen deshalb ab Herbst 2019 auf illegale Weise aufgestockt haben.

Im ersten Tatkomplex geht es um gefakte Telefonverträge für Mobilfunk und Festnetz nach „Anleitung“ aus dem Darknet. Auf die Daten von erfundenen wie echten Personen sollen der 33-Jährige, sein Vater und ein Unbekannter mit dem Nickname „Dagobert Steinreich“ bei dem Unternehmen 1&1 Telecommunication SE 46 Verträge abgeschlossen und die über Paketshops in ganz Süddeutschland ausgelieferten Geräte über das Internet verkauft haben.

Lesen Sie auch:

Er soll Sozialkassen um Millionen betrogen haben: Rosenheimer Unternehmer wieder vor Gericht

Lediglich bei zwei der Taten waren die mutmaßlichen Betrüger nicht erfolgreich: Mitarbeiter von Paketshops hatten Zweifel an der Echtheit des Personalausweises des 33-Jährigen und verweigerten die Herausgabe der elektronischen Geräte. Dem Unternehmen 1&1 entstand gemäß Anklage ein Schaden von über 33 000 Euro.

Österreichische Ausweise gefälscht

Ein weiterer anderweitig verfolgter Tatverdächtiger soll dem 33-Jährigen mit Hilfe gefälschter österreichischer Personalausweise eine zweite Betrugsmasche ermöglicht haben. Mit den Papieren soll der Angeklagte sogenannte „Bankdrops“ bei zwei Online-Banken eröffnet haben. Diese Konten dienten laut Anklage dazu, Käufern bei Ebay Artikel anzubieten und die Geschädigten zu Vorauszahlungen zu veranlassen.

Die Waren nie gesehen

Die Waren sahen sie allerdings nie. Wenn die „Käufer“ merkten, dass etwas nicht stimmte, waren die Empfängerkonten bereits geleert, die Beträge in Bitcoins umgetauscht und verschwunden. 22 Betrugsopfer in ganz Deutschland sollen auf diese Weise knapp 19 000 Euro eingebüßt haben, so die Staatsanwaltschaft.

Mithilfe weiterer total gefälschter österreichischer Personalausweise und entsprechender Konten auf die Alias-Namen soll der 33-jährige Angeklagte bei nochmals sechs Banken acht Konten gegründet haben – als Basis für 37 Fälle des Betrugs an Ebay-Kleinanzeigen-Kunden. Der Gesamtschaden liegt nach Ermittlungen der Polizei bei knapp 39 500 Euro.

Internetauftritte von Markenfirmen imitiert

Auch im Bereich von „Fakeshops“ soll sich der frühere Finanzbeamte unter Verwendung erschlichener Bankkonten betätigt haben. Er soll Internetauftritte von Markenunternehmen imitiert beziehungsweise die erforderlichen Zugangsdaten im Darknet besorgt haben.

Auch ein Finanzagent mischte mit

Mit deutlich günstigeren Preisen soll der 33-Jährige gutgläubigen Kaufinteressenten, die aber die Ware nie erhielten, Geld aus der Tasche gezogen haben. Der Schaden für die 30 Einzelfälle summiert sich auf über 12 300 Euro.

In dem aufwendigen Verfahren spielt noch ein Finanzagent, gegen den separat ermittelt wird, eine Rolle. Er soll dem 33-Jährigen ein kriminell erlangtes Bankkonto zur Verfügung gestellt haben.

Darüber sollen zehn betrügerische Verkäufe des 33-Jährigen im Wert von gut 14 200 Euro bei Ebay und Ebay-Kleinanzeigen gelaufen sein.

Mehr zum Thema

Kommentare