VERZÖGERUNGEN BEI ERNEUERUNG DER STAATSSTRASSE 2352

Untergrund stellt Baufirma vor Probleme

Die Arbeiten an der Erneuerung der Staatsstraße 2352 im Abschnitt bis zum Föhrenwinkel laufen auf Hochtouren. Doch der Untergrund stellt die Baufirma vor eminente Probleme und führt zu Verzögerungen. Die Pürtener müssen also noch eine Weile länger damit leben, dass der Verkehr auch durch ihr Dorf umgeleitet wird. hg/bac
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Die Arbeiten an der Erneuerung der Staatsstraße 2352 im Abschnitt bis zum Föhrenwinkel laufen auf Hochtouren. Doch der Untergrund stellt die Baufirma vor eminente Probleme und führt zu Verzögerungen. Die Pürtener müssen also noch eine Weile länger damit leben, dass der Verkehr auch durch ihr Dorf umgeleitet wird. hg/bac

Weil der Untergrund nicht die erforderliche Festigkeit hat, verzögern sich die Erneuerungsarbeiten an der Staatsstraße 2352 in Richtung Mühldorf. Eine Fertigstellung zum Schulbeginn wird in keinem Fall möglich sein. Dabei stöhnen die Anlieger in Pürten schon jetzt, weil sich das Verkehrsaufkommen im Dorf seit Anfang August aufgrund der Umleitung vervielfacht hat.

Waldkraiburg – Mit dem zunehmenden Durchgangsverkehr an der Staatsstraße 2091 leben die Pürtner seit vielen Jahren. Doch seit Anfang August rollt die Blechlawine durch das beschauliche Dorf selbst. So viel Verkehr war dort schon lange nicht mehr. Der Grund: Wegen der Erneuerungsarbeiten an der Staatsstraße 2352 müssen die Fahrzeuge umgeleitet werden. Sie nehmen den Weg über Ampfing oder über Pürten. Und dort sind nicht nur die Anlieger des Föhrenwinkels, Ebings oder anderer kleiner Orteile unterwegs, sondern „sehr viel Schwerlastverkehr“, wie etwa Christa Bachmaier beklagt. Die Straße ist eigentlich für den Schwerlastverkehr gesperrt, wegen der Baumaßnahme musste die Sperrung aber vorübergehend aufgehoben werden. Vor allem am Berg hinter der Kirche oder auch am Anstieg bei Rausching gehe es eng zu und komme es immer wieder zu Gefahrensituationen, berichtet die Anliegerin der Umleitungsstrecke. Zwischen Lastwagen und Leitplanke sei kein Platz mehr für Fußgänger, geschweige denn für Fahrzeuge.

Eine schwierige Situation. Das bestätigt auch Josef Streck, der bei der örtlichen Polizeiinspektion für Verkehrsfragen zuständig ist. Er verstehe „einen gewissen Unmut“, sagt der Beamte. Eine Lösung hat Streck nicht. Eine Ampel am Berg ist aus seiner Sicht nicht machbar. Im schlimmsten Fall würde sich der Verkehr dann zur Staatsstraße zurückstauen. Die einzige Lösung könnte der rasche Fortgang der Arbeiten sein.

Doch genau da hakt es. „Wir haben ein Problem“, bestätigt Matthias Kreuz, Abteilungsleiter beim Straßenbauamt in Rosenheim auf Anfrage. Und dieses Problem besteht darin, dass der Untergrund der mit über 9000 Fahrzeugen, allein mehr als 300 Lastern (Zählung am Föhrenwinkel), hochbelasteten Staatsstraße hinsichtlich der Festigkeit zum Teil nicht die vorgeschriebenen Richtwerte erreicht.

„Überraschend schlecht“ sei der Untergrund auf einem Abschnitt, sagt Matthias Kreuz. Von einem „Sonderfall“ spricht er, um zu begründen, warum nicht schon im Vorfeld Untersuchungen gemacht wurden. Doch auch für diese aufwendigen Proben hätte man die Straße schon aufreißen und sperren müssen.

Die Beprobungen mussten jetzt vorgenommen werden, die Baufirma die von Lehm durchsetzte Kiesschicht bis in eine Tiefe von 1,30 Meter austauschen und den Untergrund durch weitere Maßnahmen stabilisieren. Nach Informationen unserer Zeitung hat dies zu einer Verzögerung von nahezu zwei Wochen geführt. Eigentlich hätte der Abschnitt bis zum Ortsteil Föhrenwinkel bereits Anfang dieser Woche wieder freigegeben werden sollen. Diesen Termin hatte im Juli der scheidende Abteilungsleiter Frank Ruckdäschel bei günstigem Verlauf in Aussicht gestellt. Der zweite Abschnitt der Straßenerneuerung bis zur Abzweigung nach Ebing sollte bis Schuljahresbeginn fertig sein, Restarbeiten in der ersten Schulwoche erledigt werden.

Dieser Termin ist unter keinen Umständen zu halten. Wie lange es bis zum Abschluss der Maßnahme dauert, darauf wollte sich Abteilungsleiter Kreuz gestern nicht festlegen, sondern eine Besprechung mit der Baufirma am heutigen Mittwoch abwarten.

Realistisch ist aber eine Verzögerung von mehreren Wochen. In dieser Woche wird bestenfalls der Unterbau und die Planierung bis zum Föhrenwinkel fertig, heißt es im Umfeld der Baustelle. Ob die Asphaltierung gleich im Anschluss möglich ist, war gestern noch offen. Es ist Hauptsaison, Asphaltiertungstrupps sind kurzfristig schwer zu kriegen.

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