Ungewissheit und Angst

Stellen Sie sich vor, Sie bekommen eine E-Mail von ihrer Firma, in der es heißt, dass in den nächsten Jahren jede zehnte Stelle gestrichen wird.

Wie fühlen Sie sich? Ungewissheit und Zukunftsängste machen sich bei vielen breit – gerade mitten in der Corona-Krise. Genauso fühlen sich jetzt 150 000 Mitarbeiter beim Autozulieferer ZF Friedrichshafen: Weltweit sollen 1500 Stellen gestrichen werden, davon 7500 in Deutschland.

Begeisterungsstürme gab es auch am Standort Aschau nicht. Die Mitarbeiter sind verunsichert und keiner kann ihnen sagen, wie es weitergeht. Wie stark ist der Standort Aschau vom Stellenabbau betroffen? Kommt man womöglich mit einem blauen Auge davon?

Eins ist sicher: Die ZF-Mitarbeiter geben sich nicht kampflos geschlagen. Es geht um viel zu viel für sie. Wie sollen Rechnungen und die Miete bezahlt werden, wenn auch der Ehemann seinen Job verliert? Wie geht es weiter, wenn der Vertrag im Herbst nicht verlängert wird? Die Angst um den Arbeitsplatz schweißt jetzt die Kollegen eng zusammen – ganz egal, ob sie schon seit Jahrzehnten im Unternehmen sind oder erst seit einigen Jahren.

Mit einem Autokorso war den ZF-Mitarbeitern die Aufmerksamkeit sicher – auf der Straße wie bei der benachbarten Firma Primo. Weil man dort gerade auf der Suche nach Mitarbeitern ist, hat man schnell reagiert und Stellenangebote an jeden Fahrer verteilt. Wer weiß, vielleicht ist zumindest bei einigen die Sorge um den Arbeitsplatz bald vergessen.

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