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Tor von Anlage kaputtgefahren

Unfallflucht aus Waschanlage: Waldkraiburger Rentnerin vor dem Amtsrichter

Hier ist es passiert: Im September hat die Angeklagte das Tor der Waschanlage an der Teplitzer Straße beschädigt und ist danach weggefahren, ohne sich um den Schaden zu kümmern.
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Hier ist es passiert: Im September hat die Angeklagte das Tor der Waschanlage an der Teplitzer Straße beschädigt und ist danach weggefahren, ohne sich um den Schaden zu kümmern.
  • Hans Rath
    VonHans Rath
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Sie war in Eile, musste kurz vor der Praxisschließung ein Rezept für ihren schwer kranken Mann besorgen. Da ist es passiert. Mit ihrem Toyota fuhr eine Rentnerin aus Waldkraiburg gegen das Tor einer Auto-Waschanlage und danach auf und davon. Jetzt stand sie wegen Unfallflucht vor Gericht.

Waldkraiburg/Mühldorf – Der Vorfall ereignete sich im September 2020. Noch ehe das Tor der Waschanlage sich geöffnet hatte, fuhr die Frau los. Der Schaden, den sie dabei verursachte, war beträchtlich. Laut der Anklageschrift, die Staatsanwalt Nils Wewer aus Traunstein vortrug, geht es um 5610 Euro.

Ohne sich um den Schaden zu kümmern, sei die Beschuldigte weggefahren. Dank der Aufzeichnungen einer Überwachungskamera konnte die Frau anhand ihres Kfz-Kennzeichens ermittelt werden.

Gegen Strafbefehl Einspruch erhoben

Ein Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen zu 30 Euro plus ein Fahrverbot von einem Monat wurden wegen der Unfallflucht verhängt. Beides traf die Frau hart: Zum einen ist ihr Mann auf ihre vollständige Pflege angewiesen, zum anderen ist ihr Sohn nach einem Verkehrsunfall gehbehindert und ebenfalls auf die Pflege der Mutter angewiesen. Sie erhob Einspruch gegen den Strafbefehl.

Finanziell nicht auf Rosen gebettet

Finanziell, so ihr Verteidiger Jörg Zürner jetzt in der Gerichtsverhandlung, sei die Familie nicht auf Rosen gebettet. Das Ehepaar müsse von zwei kleinen Renten leben. Nach eigenen Angaben muss die Angeklagte ihren kranken Sohn monatlich mit 200 bis 300 Euro unterstützen.

Angeklagte gesteht und schämt sich für ihre Tat

In seiner Erklärung, die er für seine Mandantin abgab, betonte der Rechtsanwalt, dass die Frau ihre Tat und das das Entfernen vom Unfallort gestehe und bedaure. Sie schäme sich, weil sie da bleiben und den Tankstellenbesitzer und die Polizei hätte benachrichtigen müssen.

Auch das Fahrverbot treffe seine Mandantin hart, so Zürner. Sie müsse Ehemann und Sohn häufig zu Arztterminen, ins Krankenhaus oder zu Rehabilitationsmaßnahmen fahren. Bei dem geringen familiären Einkommen könne sie niemanden für Fahrdienste bezahlen.

Staatsanwalt: Dieser Frau passiert das nicht noch einmal

In seinem Plädoyer wertete Staatsanwalt Wewer das Geständnis hoch, ebenso, dass die Frau mit 72 Jahren straffrei durch ihr bisheriges Leben gegangen sei. Auch werde sie von ihrer Versicherung noch in Regresspflicht genommen, 2500 Euro oder mehr werden da wohl fällig werden.

Ab einem Schaden von 1500 Euro oder mehr sei ein Fahrverbot zu verhängen, um auf Täter oder Täterin einzuwirken. Doch der Staatsanwalt ist sich sicher: Dieser Frau werde das kein zweites Mal passieren. Ein Fahrverbot würde die Falsche treffen. Diesen Anklagepunkt ließ er deshalb fallen. Vielmehr forderte der Staatsanwalt eine Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu 30 Euro.

Angeklagte in extremer Stresssituation

Verteidiger Jörg Zürner bewertete das Geständnis seiner Mandantin ebenfalls als sehr wertvoll, es habe umfangreiche Ermittlungen erspart. Auf der Videoaufzeichnung waren Fahrer respektive Fahrerin nicht zu erkennen.

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Er brachte auch die Stresssituation der Frau ins Spiel, der Vorfall ereignete sich um 11.52 Uhr, die Arztpraxis schloss um 12 Uhr. Auch die Schadenshöhe von 5610 Euro erschien dem Verteidiger unklar: Wurde das Tor nun komplett ersetzt oder eventuell auch nur behelfsmäßig repariert? Zürner verlangte eine Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 20 Euro.

Es bleibt bei Geldstrafe – Fahrverbot vom Tisch

Amtsrichter Florian Greifenstein folgte bei seinem Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft und bleib bei einer Geldstrafe in Höhe von 40 Tagessätzen zu 30 Euro. „Die Art des Unfalls zeigt, wie abwesend die Angeklagte an diesem Tag war.“ Weil die Frau auf das Auto angewiesen ist, verzichtete er auf ein Fahrverbot.

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