Umsatzsteigerung trotz Corona-Krise: Primo GmbH will am neuen Standort Aschau durchstarten

Das hat nicht jede Firma dieser Größe: einen zehn Meter langen Pool, in dem sich die Mitarbeiterinnen der Primo GmbH in einer Arbeitspause erfrischen können.
+
Das hat nicht jede Firma dieser Größe: einen zehn Meter langen Pool, in dem sich die Mitarbeiterinnen der Primo GmbH in einer Arbeitspause erfrischen können.

Trotz Umzug und Corona-Krise hat die Primo GmbH auch 2020 eine Umsatzsteigerung im Visier. Das innovative Unternehmen will am neuen Standort Aschau weiter wachsen. Für Mitarbeiter ist die Primo noch aus ganz anderen Gründen attraktiv.

Von Peter Becker

Aschau – Beachtliches hat die Primo GmbH in den letzten 15 Jahren erreicht. Bis vor wenigen Wochen war das Unternehmen in Waldkraiburg ansässig, wo die Firma zu Beginn gerade einmal sechsstellige Jahresumsätze erreichte. Als Ziel für 2020 gibt Geschäftsführer Thomas Wintersteiger, trotz Umzug und Corona, stolze acht Millionen Euro aus. Das wäre im Krisenjahr 2020 ein Plus von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Mit unseren Produkten wollen wir aber organisch wachsen“, erklärt der Unternehmer. Mit einem gut eingespielten Team am Standort soll es Schritt für Schritt voran gehen.

Die teils patentierten Produkte, die die Firma erfolgreich vertreibt, hat Herbert Wintersteiger entwickelt. Bis heute ist der Elektromeister, der 1985 einen Elektrobetrieb gründete, in der Entwicklung federführend.

Innovative Produkte prämiert

2005, im Gründungsjahr der Primo, stieg sein Sohn Thomas ein, wurde Geschäftsführer der neuen GmbH, die die Entwicklungen des Vaters vermarkten sollte. Zwei Jahre später wurde die revolutionäre „Flügelbetondose“ mit dem Bundespreis für Innovation der Handwerkskammern ausgezeichnet. Die „Multifunktionsdose“ aus dem Hause Wintersteiger erhielt 2007 den bayerischen Landespreis.

Bei den Produkten handelt es sich um das, was sich in jedem Haus für die Elektroinstallationen hinter dem Verputz befindet. Laut Firmengründer spart das Primo-System auf der Baustelle nicht nur viel Zeit, es kommt beispielsweise auch der Wärmedämmung entgegen. Nicht zuletzt deswegen sei es gelungen, das Unternehmen in den Kernmärkten Deutschland und Österreich erfolgreich zu positionieren. Auch im Export wird die Aschauer Firma immer stärker. In Island, wo sehr viel mit Betonbau gearbeitet wird, für den sich die Elektroschalungen besonders eignen, ist das Aschauer Unternehmen laut eigenen Angaben sogar schon Marktführer.

Primo setzt in der Produktion ausschließlich auf Partner in der Region

In Aschau befinden sich lediglich Kleinserien- oder Prototypenfertigung. Die eigentliche Produktion der Primo-Produkte übernehmen Vertragsunternehmen. Das innovative Unternehmen für Elektroinstallationen setzt ausschließlich auf Partnerunternehmen im süddeutschen Raum, was sich gerade in der aktuellen Situation als besonders glücklich herausstellte. Als die internationalen Grenzen geschlossen waren, sei Primo an jedem Tag voll lieferfähig gewesen. Darauf ist Thomas Wintersteiger stolz.

Der neue Primo-Standort ist neben der Logistik und Kommissionierung der Waren für die Kunden vor allem neue Schaltzentrale. „Jetzt haben wir endlich mehr Platz!“, stellt Thomas Wintersteiger beim Blick auf die gut gefüllten Regale in der Logistikhalle fest.

Daher können die Mitarbeiter die Lieferungen viel besser und schneller vorbereiten, womit der Umsatz weiter rasant wachsen dürfte. Vom neuen Firmengelände in Aschau wird aktuell allerdings erst ein Drittel genutzt, sodass es noch reichlich Platz zum Erweitern gibt.

Drei Millionen Euro investiert

Das gilt sowohl für die Logistikhalle wie für den modernen Bürokomplex. Geheizt wird CO2-neutral mit Hackschnitzeln. Das Gebäude ist zudem bestens wärmeisoliert. 3,3 Millionen Euro hat die Firma für den neuen Firmensitz ausgegeben.

Besonders begeistert ist die Belegschaft von den Freizeitmöglichkeiten im neuen Hauptquartier. Zwar wäre es für Unternehmen dieser Größe gar nicht vorgeschrieben, trotzdem stehen den Mitarbeitern – sogar zur privaten Nutzung – Fitness- und Yoga-Raum sowie ein großer Pausenraum mit Küchenzeile zur Verfügung, dazu ein Sanitärbereich, sogar mit, und im Innenhof ein zehn Meter langer Pool mit Massagedüsen.

Lesen Sie auch:

Für „angenehme Arbeitsatmosphäre“: Firma baut in Aschau Sauna und Pool für die Mitarbeiter

Vor jeder Innovation steht ein Problem

Benefits für Mitarbeiter: Kompensation oder Aufwertung?

Diese Wohltaten für die Arbeitnehmer sind nicht zuletzt auch das Verdienst von Ehefrau und Marketingleiterin Stefanie Wintersteiger, die jederzeit eine wohlige Arbeitsatmosphäre im Blick hat. „Die Couch kommt leider erst nächste Woche“, bedauert sie den Umstand, dass es auch nach rund vier Wochen, bei besonders kritischem Blick, Verbesserungsmöglichkeiten gäbe..

Kommentare