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Rodung in Waldkraiburg folgt Klage

Bäume fällen oder lieber ein längerer Fußweg zur Kita? So entscheiden sich die Eltern

Die Bäume in dem kleinen Wäldchen an der Adlergebirgsstraße sind gefällt.
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Die Bäume in dem kleinen Wäldchen an der Adlergebirgsstraße sind gefällt.
  • Raphaela Lohmann
    VonRaphaela Lohmann
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Für die Erschließungsstraße einer neuen Kinderkrippe in Waldkraiburg mussten mehrere Bäume weichen. Anwohner haben gegen die Maßnahme geklagt, der Bund Naturschutz hatte schon früh gegen die Pläne Kritik geäußert. Aber wie sehen das die betroffenen Eltern?

Waldkraiburg – Die Bäume sind gefällt, eine Schneise teilt das Wäldchen an der Adlergebirgsstraße in zwei Teile. Bis zuletzt hatte der Bund Naturschutz (BN) Kritik an der Rodung an der Adlergebirgsstraße geübt. Statt einer Erschließungsstraße samt Parkplatz hätte sich der BN mehr Weitblick von der Stadt gewünscht. Jetzt hofft man, dass zumindest weitere Pläne hier nicht realisiert werden.

„Wir verkennen weder die Notwendigkeit der Kinderkrippe noch der Verbesserung der Parkplätze“, hieß es im Sommer in einem offenen Brief an die Stadt. Anstatt das Wäldchen an der Adlergebirgsstraße zu reduzieren, hätte man sich eine Alternativlösung gewünscht; zum Beispiel eine Regelung, damit die Eltern auf dem Netto-Parkplatz kurz parken können. Von hier wären es rund 200 Meter zu Fuß zur neuen Kita.

Für die Stadt sprachen mehrere Gründe dagegen. Die Kinderkrippe braucht als hinterliegendes Grundstück eine eigene Erschließungsstraße; nicht nur für Parkplätze, sondern auch für die Feuerwehr. Zudem seien Eltern oft nicht dazu bereit, weiter weg von einer Einrichtung zu parken.

Für den BN hat sich ein anderes Bild ergeben: Vor den Rodungsarbeiten hatte man Eltern befragt, die ihre Kinder zum Kindergarten in der Kopernikusstraße bringen. „Fast alle Mütter und Väter haben sich für den Erhalt des Waldes ausgesprochen, auch wenn dadurch der Fußweg länger ist“ freute sich Roland Schrödl vom BN, der mit Verena Wittmann die Eltern befragte.

Das Ergebnis der Umfrage war eindeutig. „26 von 27 befragten Eltern hätten den längeren Weg von dem bestehenden Parkplatz an einem Einkaufmarkt in Kauf genommen, um die Bäume zu erhalten“, berichtet Wittmann. Dass 24 Eltern der geplante Parkplatz nicht bekannt war und dass 55 Prozent ihre Kinder mit dem Auto zum Kindergarten bringen, waren weitere Ergebnisse. Wittmann: „Viele hatten großes Verständnis für unseren Einsatz für den Wald.“

Der Naturschutzverband versteht die Befürchtungen, dass Eltern und Mitarbeiter gerade an regnerischen Tagen unzufrieden sein könnten, wenn der Fußweg länger ist. „Doch vor dem Hintergrund der zunehmenden Bedeutung innerstädtischen Grüns in Zeiten des Klimawandels sollte der Erhalt von Waldflächen in der Stadt Priorität haben, auch wenn es manchmal kompliziert ist“, sagt Doris Anzinger-Pohlus, zweite Kreisvorsitzender des BN.

Roland Schrödl ergänzt: „Unsere Umfrage zeigt, dass die Bürger beim Umweltschutz oft weiter sind als die lokalen Entscheidungsträger:  Sie sind bereit, Umstände in Kauf zu nehmen, wenn dadurch die Natur in der Stadt erhalten bleibt.“

Wie zum Beispiel die restlichen Bäume in dem kleinen Wäldchen an der Adlergebirgsstraße. Der Bund Naturschutz hofft nun, dass die Überlegungen, zu einem späteren Zeitpunkt die Schulbushaltestellen für das Schulzentrum an der Dieselstraße dorthin umzulegen, nicht umgesetzt werden.

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